Frühling auf Mallorca

14. Mai 2008

Es hat eine Weile gedauert, aber nun sind die Fotos eingearbeitet und ich kann einen Reisebericht präsentieren. Vom 12. bis 19. April war ich mit meinem Vater Alfred, meiner Schwester Ilona und meinem Schwager Michael auf Mallorca. Zunächst haben wir die Insel zwei Tage lang mit dem Mietwagen erkundet, dann sind wir vier Tage durch die Serra de Tramuntana gewandert und am Abreisetag hatten wir noch ein paar Stunden Zeit in Palma. Wir hatten eine traumhaft schöne und erlebnisreiche Reise, auch wenn es über diese Insel freilich nicht nur Positives zu berichten gibt.
 


 
Samstag, 12. April: Mit dem Flieger von Hahn nach Palma, Ankunft am frühen Abend. Michael hat alles bestens vorbereitet und organisiert, der Mietwagen steht bereit und die Reise kann losgehen. Wir decken uns erst einmal mit Lebensmitteln für die nächsten beiden Tage ein, nicht ahnend, dass uns ein wahrer Zuckerschock bevorsteht: Die 18 Liter des vermeintlichen Mineralwassers sind nämlich nicht nur con gas, sondern auch mit etwas Limonengeschmack und viel Zucker versehen. Schon bevor wir unseren Übernachtungsort Sant Elm erreichen, gibts einen kleinen Orchideenstopp mit den ersten Spiegel-Ragwurzen (Ophrys speculum) der Reise. Auf diese Art hatte ich mich schon gefreut, und sie ist wirklich faszinierend. Außerdem stehen dort ein paar Braune Ragwurze (Ophrys fusca im weiten Sinne) und Kleinblütige Zungenstendel (Serapias parviflora) samt einem grünblütigen Exemplar. Nach dem Abendessen machen wir eine Nachtwanderung mit Stirnlampen zum Felsen oberhalb von Sant Elm: Geo-Cachen bei Nacht! Papa findet die Box unter einer Felskante. Weiter oben leuchten uns mehrere blaue Augenpaare entgegen, die sich zunächst nähern. Kurz wird uns etwas mulmig, dann fliehen die Tiere. Es können ja eigentlich nur Schafe oder Ziegen gewesen sein, da Wölfe, Eisbären und Säbelzahntiger auf Mallorca nicht vorkommen. Beim prächtigen Blick auf Sant Elm und Dragonera stoßen wir auf einen gelungen Reisebeginn an und freuen uns auf die kommenden Tage.
 
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Sonntag, 13. April: Eine kleine Eingehtour führt uns von Sant Elm zum ehemaligen Kloster Sa Trapa. Der Pfad führt durch Kiefernwälder und felsige Garigues hinauf in das kleine Tal Valle de Sant Josep, immer mit prächtigen Ausblicken zur Insel Sa Dragonera. Die Trappistenmönche wurden nach der Französischen Revolution aus Frankreich vertrieben und kamen 1810 hierher. Sie errichteten das Kloster und machten das karge Tal mit Kulturterrassen urbar. Sie blieben jedoch nicht lange, und die Gebäude verfielen wieder. Nun wird hier eine Übernachtungshütte für den Fernwanderweg durch die Serra errichtet. Die Tour ist botanisch interessant, kein Wunder, denn am Anfang der Reise staunt man noch über die allerorts häufigen Gladiolen, Zistrosen und den Affodill. Hübsch war auch die Balearen-Ragwurz (Ophrys balearica) samt zwei Hybriden mit der Schwarzen Ragwurz (Ophrys atrata).
 
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Hinter Sant Elm suchen wir nochmals den Standort vom Vortag ab und fotografieren Ragwurze und Schwertstendel. Die Spiegel-Ragwurz (Ophrys speculum) ist wirklich eine der faszinierendsten Ragwurzarten. Sie kommt nahezu im gesamten Mittelmeerraum vor, ist jedoch unterschiedlich häufig oder selten. Hier auf Mallorca gehört sie zu den häufigsten Arten – sofern von häufig die Rede sein kann, denn die Trockenheit der vergangenen Jahre hat offenbar zu starken Bestandsrückgängen der Flora geführt, Umweltzerstörungen und Waldbrände taten ihr übriges dazu. Von Sant Elm fahren wir quer durch die Serra de Tramuntana bis zur Halbinsel Formentor. Unterwegs suchen wir zunächst nach einer botanischen Kostbarkeit der Insel: der Prächtigen Wespen-Ragwurz (Ophrys tenthredinifera subsp. spectabilis), einem mallorquinischen Endemiten, der erst 2007 beschrieben wurde. Am ersten Standort werden wir nicht fündig. Erst irren wir im Gelände herum, dann vertreibt uns ein Bauer. Immerhin entdeckt Ilona eine Schildkröte. Doch am zweiten Standort haben wir Glück: eine einzelne Pflanze steht in voller Blüte, noch dazu in der Sonne. Die Blüten dieser Ragwurz sind wirklich ganz besonders groß und prächtig. Leider ist der Standort durch Verbuschung und durch das überhand nehmende Dissgras bedroht, so dass die Prächtige Wespen-Ragwurz bereits kurz nach ihrer Entdeckung als akut bedroht eingestuft wird. Die Fahrt geht nun weiter an der Küste entlang durch Banyalbufar, Deià und Sóller hinauf zu den Stauseen am Puig Major und wieder hinab ins Tiefland nach Port de Pollença.
 
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Hinter der Ortschaft beginnt die zerklüftete Felslandschaft der Halbinsel Formentor. Gleich an der Landenge, auf der ersten höheren Erhebung, steht ein mittelalterlicher Wachtturm, Punta de la Nau. Von dieser Stelle soll man eine der schönsten Aussichten der Insel haben, und dank unseres wie immer perfekten Timings kommen wir gerade richtig zum Sonnenuntergang. Der Blick reicht von den höchsten Gipfeln der Serra über die steilen Felswände der Nordwestküste bis hinüber zu den Halbinseln Formentor und Cap de Pinar (Victoria) und auf die zentrale Ebene der Insel. Passend zum Augenschmaus gibts eine kulinarische Spezialität, nämlich einen Jakobskuchen. Die Sonne versinkt im Meer. Wir suchen uns eine Unterkunft in Port de Pollença und gehen ins nächste Restaurant. Es wird von einem Franzosen geführt, der untypischerweise des Englischen mächtig ist und italienische Speisen anbietet. Müde und glücklich sinken wir in die Betten – fantastisch, was wir innerhalb von nicht mal 30 Stunden schon alles erlebt haben.
 
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Montag, 14. April: Der Morgen beginnt mit strahlendem Blau an der Küste von Port de Pollença. Wir fahren hinüber ins Naturreservat S’Albufera. Der Name des Gebietes ist, wie so viele andere mallorquinische Orts- und Flurbezeichnungen, arabischen Ursprungs und leitet sich vom Wort al-buhayra (Lagune) ab. Diese Sumpflandschaft gilt als größtes Feuchtgebiet der Balearen, wenngleich es um 1871 durch die englischen Ingenieure Frederic Bateman und William Hope weitgehend trockengelegt wurde. Heute ist es ein Vogelparadies und eine Oase der Ruhe in direkter Nachbarschaft zu den ausufernden Touristenzentren entlang der Küste. Bestens ausgerüstet mit Fundpunkten und GPS-Koordinaten machen wir uns auf die Suche nach dem Großen Sumpf-Knabenkraut (Anacamptis robusta), einer sehr seltenen und stark bedrohten Orchideenart, die nur noch nur noch in einem kleinen Areal in Nordafrika sowie auf Mallorca vorkommt. Gerade will ich erklären, was wir eigentlich suchen, da hat Papa schon die ersten Exemplare gefunden, bevor wir an den Koordinaten angekommen sind. Immerhin etwa 50 Pflanzen, vereinzelt oder in lockeren Gruppen, stehen im Umkreis. Der Hauptbestand, der etwas außerhalb des Naturreservates liegt, ist akut vom Bau eines Golfplatzes bedroht. Selbst die rot-grüne Regionalregierung der Insel scheint derzeit nicht sonderlich interessiert zu sein, das Projekt zu stoppen.
 
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» Petition zum Schutz des Großen Sumpf-Knabenkrautes
 

 
Nach diesem eindrucksvollen Naturerlebnis halten wir noch kurz in den Dünenwäldern bei Ca’n Picafort. Auch hier finden wir einige Orchideenarten. Das angeblich häufige Wohlriechende Wanzen-Knabenkraut (Anacamptis fragrans) zwar nur in einem einzigen Exemplar, aber immerhin. Außerdem sind hier – neben einigen abgeblühten Ragwurzen – Spiegel- und Wespenragwurz (Ophrys speculum und tenthredinifera) sowie Echter und Kleinblütiger Zungenstendel (Serapias lingua und parviflora) zu finden. Leider ist von den Küstenwäldern des Tieflandes nicht mehr viel übrig. Auch weiterhin werden Hotels, breite Straßen und Golfplätze gebaut. Und wo nicht eingezäunt ist, da wird der Müll abgelagert.
 
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Unser nächstes Ziel ist die Halbinsel Victòria hinter Alcúdia. Wir machen eine kleine Wanderung mit Geocaching zu einem Aussichtspunkt hoch über dem Cap de Pinar. Herrlich, das blau-türkise Meer, die felsigen Karstlandschaften und die mediterrane Vegetation dazu. Diesen schönen Landschaftseindruck kann nicht mal das militärische Sperrgebiet unten am Kap trüben. Unterwegs begegnen wir unter anderem einer Gefleckte Weinbergschnecke (Cornu aspersum) und einer besonders farbenprächtigen Balearischen Ragwurz (Ophrys balearica). Nach einer Rast in der Nähe der Eremitage (Gartenstühle standen schon parat, mitten in der Natur) fahren wir zurück nach Palma, liefern den Mietwagen wieder ab und machen uns per Bus auf den Weg nach Deià . Wer Mallorcas letzte Abenteuer sucht, braucht eigentlich nur Bus zu fahren: In der Ebene holt er Schwung und fegt dann mit Tempo 80 über kurvige Gebirgsstraßen hinauf nach Valldemossa und wieder hinunter nach Deià . Wir beziehen Quartier im Can Boi, einer sehr gastlichen Hütte, die als Station auf der »Ruta de la pedra en sec« vorbildlich restauriert wurde. Am nächsten Tag beginnen wir von hier aus unsere viertägige Wanderung durch die Serra de Tramuntana.
 
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Dienstag, 15. April: Die erste Etappe beginnt im Dorf Deià , das sich malerisch um den Kirchhügel gruppiert. Hinter dem Ort führt der bestens ausgebaute Weg durch Olivenhaine hinab. Die Kulturterrassen, die den steilen Hängen abgerungen wurden, sind ein Erbe aus Mallorcas maurischer Zeit. Stellenweise sind unter den Olivenbäumen Äcker angelegt, stellenweise liegen sie brach. Die Blütenpracht hält sich hier etwas in Grenzen. Die Route führt wieder bergauf, überquert die Straße und geht dann weiter durch schattige Steineichenwälder in Richtung Son Mico. Der Weg ist recht frequentiert, und vor einigen Häusern werden unwiderstehlich saftige Orangen angeboten. Oberhalb von Son Mico bieten sich herrliche Ausblicke zum Puig Major (1445 m), Mallorcas höchstem Gipfel, und zum Puig de l’Ofre (1093 m), unserem morgigen Gipfelziel. Am Wegrand stehen Zistrosen, Acker-Gauchheil und das sehr unscheinbare Zwerg-Edelweiß (Evax pygmaea). Durch alte Olivenhaine und Wolfsmilch-Gebüsche führt der Weiterweg hinab zum Cap Cros mit dem weithin sichtbaren Leuchtturm und der Muleta-Hütte. Hier werden wir am letzten Tag der Tour übernachen, heute geht es nach einer kurzen Rast weiter hinab nach Port de Sóller und mit der klapprigen Straßenbahn hinauf nach Sóller. Hier steht alles im Zeichen der Orange, und selbst vor der Fassade der Kirche San Bartomeu stehen Orangenbäume. Die Fassade wurde ebenso wie das benachbarte Bankgebäude im Stil des katalanischen Modernisme vom Gaudì-Schüler Joan Rubió i Bellver entworfen.
 
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Mittwoch, 16. April: Von Sóller führt die Route zunächst hinauf ins Dorf Biniaraix. Am oberen Ortsende befindet sich ein Waschplatz, und hier beginnt der Anstieg durch den Barranc de Binaraix, der dem gepflasterten Pilgerweg von Sóller nach Lluc folgt. Während wir zwischen Gestrüpp und Olivenbäume geocachen, klappern wieder einmal sonnengebräunte, wettergegerbte deutsche Senioren mit ihren Stöcken vorbei – offenbar eine neue, lukrative Zielgruppe für den Mallorca-Tourismus. Oberhalb des Barranc führt der Pfad am Felshorn des Gran Cornador vorbei zu almenartigen Weiden am Fuß des Ofre und weiter hinauf zum Coll de l’Ofre. Hier bietet sich ein schöner Ausblick über die Stauseen zum Puig Major mit seiner Radarkuppel, von der aus die Nato das Mittelmeer und die nordafrikanischen Küsten überwacht. Um die blühenden Rosmarinsträucher summen Insekten. Ein Abstecher führt uns auf den felsigen Gipfel des Ofre (1093 m): Rast, Geocaching, Erstbemoshung. Dann weiter hinab zum Cuber-Stausee, einem wichtigen Wasserreservoir für Mallorca. Schließlich wollen die Luxuspools ja gut gefüllt und die Golfplätze schön saftig grün sein, auch während solcher Trockenperioden wie in diesem Jahr. Fairerweise muss gesagt werden, dass die Landwirtschaft etwa 90% des Wassers der Insel verbraucht, was angesichts des bescheidenen Beitrags zur Wirtschaftskraft Mallorcas diskutabel ist. Vom Stausee folgen wir dem Wartungsweg für die Wasserleitung, der durch mehrere Tunnel hinab ins Tal führt. Die Tunnel sind stellenweise mit Schafmist gut gepolstert. Unten im Tal angekommen, folgt nur noch ein kurzer Gegenanstieg, und die Berghütte Tossals Verds ist erreicht. Wir verbringen einen schönen Abend bei gutem Essen, Wein und Kartenspiel.
 
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Donnerstag, 17. April: Heute ist der Himmel wolkenverhangen, es tröpfelt sogar ein wenig. Die Vegetation der Insel hätte den Niederschlag sehr nötig, aber daraus wird auch heute nichts – umso besser für uns. Die Route führt hinter der Hütte bergauf in das Tal des Torrent de Corrals Fals. Hier beginnen die schönen Steineichenwälder des Massanella-Gebietes. Früher wurde hier in nachhaltiger Waldwirtschaft Holzkohle gewonnen, zahlreiche Köhlerplätze im Wald zeugen davon. Die Eichen sind mit Bartflechten behangen, am Wegrand finden wir die Gefleckte Waldwurz (Neotinea maculata). Weiter oben, beim Aufstieg zum Coll des Prat, wird die Vegetation schütter und der Wind immer stärker. Den Abstecher auf den zweithöchsten Gipfel der Insel, den Puig Massanella (1367 m), sparen wir uns wegen des Windes und der heranziehenden Wolkenfront. Doch auch die nahegelegene Serra des Teixes (1258 m) bietet wunderbare Ausblicke auf die Bergwelt. Wir rasten im Schutz einer Trockenmauer. Hinter dem Coll liegen einige verfallene Schneehäuser. Hier wurde den Winter über Schnee gesammelt, der dann im Frühling, zu Eis verdichtet, ins Tal gebracht wurde. Am Coll del Telegraf wird der Wind noch stürmischer, mit dem Rucksack fällt es schwer, die Balance zu halten. Hinter der Hangkante ist schlagartig Schluß damit. Steil geht es hinab zum Santuari de Lluc, dem bedeutendsten Wallfahrtsort Mallorcas. Hier wird eine mittelalterliche Schwarze Madonna verehrt, die durch die maurische Zeit hindurch verborgen worden sein soll. Schwarze Madonnen waren im Mittelalter keine Seltenheit, heißt es doch im Hohelied der Liebe sinngemäß: »ich bin schwarz aber schön«. Der Name des Heiligtums geht der Legende nach auf einen Hirtenjungen namens Lluc (Lukas) zurück. Im Geröll eines Baches soll er die Madonna gefunden und in die nahe gelegene Kirche Sant Pere d’Escora gebracht haben. Doch die Madonna verschwand und wurde am ursprünglichen Fundort wiederentdeckt. Daraufhin soll an dieser Stelle die erste Kapelle von Lluc errichtet worden sein. Wir besuchen die Abendmesse. Da wir nicht viel verstehen, lauschen wir dem exotischen Klang der Sprache. Mit Spanisch hat das ja nicht viel zu tun…
 
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Freitag, 18. April: Die vierte und letzte Etappe unserer Tour führt durch den Torrent de Lluc in den Torrent de Pareis und hinab zur Küste bei Sa Calobra. Da wir dort das letzte Boot um 16:30 Uhr nach Sóller erwischen müssen und von 9 Stunden Gehzeit gelesen haben, brechen wir schon früh auf und machen uns auf den Weg. Zunächst geht es über das Gelände der Finca Albarca hinab zum Bachbett des Torrent de Lluc. Da es keinen offiziellen Wanderweg gibt und stramm gespannte Weidezäune am Bachbett stehen, muss erst einmal dieses hohe Hindernis überwunden werden. Im oberen Teil ist der völlig ausgetrocknete Torrent einfach begehbar, dann werden die Talwände langsam steiler und höher. Eine Passage muss sehr steil am Hang umgangen werden. Wir kommen gut voran, so gut, dass wir den Abstecher in den Gorg Blau verpassen, weil wir meinten, wir könnten unmöglich schon so weit unten sein. Im eigentlichen Torrent de Pareis liegen gewaltige, geschliffene Felsblöcke, die abwärts teils kletternd, teils rutschend überwunden werden. Aber dank Markierungen und Steinmännern ist das alles unproblematisch. Vorbei an gewaltigen Höhlen erreichen wir den unteren Teil der Schlucht, die 400 Meter hohen Felswände rücken nah zusammen. Klar, dass diese Schlucht nur bei stabilem Wetter begangen werden darf, denn nach Regenfällen säße man hier in der Falle. Ein drahtiger Bayer kommt uns entgegen. Ob die Schlucht denn aufwärts machbar sei? Nein, das Klettern wäre kein Problem für ihn, aber er hat keine Karte und muss den Weg finden. Sein Fazit: »Ach, wenn ihr das schafft, schaff ich das auch!« Na danke für die Blumen, das ehrt uns aber! Es ist noch nicht mal zwölf Uhr, und wir sind schon fast durch die Schlucht hindurch, deshalb gönnen wir uns eine lange Pause und stapfen die letzten Meter vor zum Felsdurchschlupf an der Küste. Wir nehmen das nächste Boot nach Port de Sóller: wieder ein ungeahntes Abenteuer. Angeschrieben steht, dass die Schiffsverbindung nur bei gutem Wetter besteht. Eine Wolkenfront zieht heran und bringt heftigen Wind und ordentlichen Seegang mit. Die Barkasse fährt im Hürdenlauf über die gewaltigen Wellen und platscht ein ums andere Mal mit dem flachen Bug aufs Wasser. Da fragen wir uns, was hier wohl schlechtes Wetter ist… Nicht alle Passagiere überstehen die Fahrt so gut wie wir. In Port de Sóller herrscht bereits wieder herrliches Wetter, und wir genießen einen schönen Nachmittag auf der Terrasse der Muleta-Hütte.
 
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Samstag, 19. April: Unser Rückreisetag, eine schöne Woche auf Mallorca geht zu Ende. Wir wandern vom Cap Cros hinab nach Port de Sóller, fahren mit der Straßenbahn hinauf nach Sóller und mit dem berühmten »Roten Blitz« nach Palma. Diese Bahn, die eigenlich Ferrocarril de Sóller heißt, ist weder rot noch nach heutigen Maßstäben blitzartig schnell, trotzdem ist die holprige und lärmende Fahrt über die bergige Strecke und durch die Tunnels hinab nach Palma ein schönes Erlebnis.
 
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Bevor der Flieger geht, haben wir noch ein paar Stunden Zeit, um uns in Palma umzusehen. Mit unseren großen Rucksäcken fallen wir auf wie bunte Hunde, aber die Einheimischen sind ja so einiges von den Deutschen gewöhnt. Wir steuern die Kathedrale an, die eindrucksvoll am Hafenbecken steht. Nach der Rückeroberung Mallorcas durch christliche Truppen wurde sie am Platz der Hauptmoschee von Medina Mayurka errichtet. Die gewaltige Basilika ist sogar von den Berghöhen der Serra aus problemlos zu erkennen. Leider sind die Tore zu. Wir fragen nach, warum, es ist doch erst Mittag. »Catedral fertich heute«, lautet die Antwort. Schade. Also dann auf zum Flughafen.
 
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Der Rückflug von Palma nach Frankfurt-Hahn verläuft ruhig und gut, beim Überflug über die Alpen haben wir das Glück, beim Abendlicht übers Wallis zu fliegen. Matterhorn, Dom, Monte Rosa tauchen unter uns auf, später auch noch Eiger, Mönch und Jungfrau in den Berner Alpen. Wir landen bei Kälte und Nieselregen im Hunsrück und lassen den Abend und die Reise bei Ilona und Michael in Frankfurt ausklingen. Es war schön und hat viel Spaß gemacht. Vielen Dank für die gute Vorbereitung und natürlich noch viel mehr für die schönen gemeinsamen Tage mit Euch dreien auf Mallorca.
 
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Tourenübersicht: Vier Tage durch die Serra de Tramuntana


» kml-Track für Google Earth (ohne Gewähr)
 

 

Bildstrecke: Unterwegs auf Mallorca

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Nacht über Sant Elm, Blick zur Insel Sa DragoneraPanoramablick zur Insel Sa DragoneraAuf der Wanderung nach Sa Trapa bieten sich herrliche Blicke zur Dracheninsel Sa DragoneraKüste an der Cala en Bassetehemalige Mühle auf Sa TrapaMilchfleck-Distel (Galactites elegans)Balearen-Wundklee (Anthyllis vulneraria subsp. balearica)Kleinfrüchtiger Affodill (Asphodelus aestivalis)Illyrische Gladiole (Gladiolus illyricus)Weichhaariges Schwefelkörbchen (Urospermum dalechampii)Balearen-Alpenveilchen (Cyclamen balearicum)Glöckchen-Lauch (Allium triquetrum)Ses Ànimes zwischen Banyalbufar und Estellencs, Wachtturm aus dem 14. JahrhundertAbend auf der Halbinsel FormentorSonnenuntergang am Aussichtpunkt Mirador auf der Halbinsel Formentor, Blick vom Wachtturm Punta de la Nau.Ilona und Michael schneiden einen Jakobskuchen anNaturreservat S'Albufera an der OstküsteBastion in der Nähe der Eremita de la VictoriaGefleckte Weinbergschnecke (Cornu aspersum)Weißliche Zistrose (Cistus albidus) - der Name bezieht sich auf die weißlich-filzigen BlätterZwerg-Edelweiß (Evax pygmaea)Leuchtturm am Cap Cros bei Port de SóllerDer Rote Blitz fährt von Sóller nach PalmaLa Seu, die gewaltige gotische Kathedrale von PalmaHaus in PalmaRückflug über die Alpen: im Bild Matterhorn und Monte RosaRückflug über die Alpen: unten im Bild Eiger, Mönch und JungfrauAnkunft in Frankfurt-Hahn

 

Bildstrecke: Vier Tage zu Fuß
durch die Serra de Tramuntana

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Kulturterrassen bei Deià: ein Erbe aus der maurischen Zeit Mallorcasknorrige Olivenbäume unterhalb von Deiàknorrige Olivenbäume unterhalb von DeiàOlivenhain zwischen Deià und SóllerBlick von Son Mico zum Puig Major (1445 m) und zum Puig de l'Ofre (1093 m)Wanderweg bei Son MicoOlivenbäume am Weg zum Cap CrosWanderweg zum Cap CrosDie Bucht von Port de Sóller, hinten die Serra de Tramuntana mit dem Puig Major (1445 m, links) und dem Puig de l'Ofre (1093 m, rechts)Straßenbahn von Port de Sóller nach SóllerRathaus und Kirche in SóllerOrangen-Straßenverkauf bei BiniaraixAm Waschplatz von Biniaraix beginnt der Weg durch den Barranc de Biniaraixauf alten Pilgerwegen durch den Barranc de BiniaraixHaus im Barranc de BiniaraixRast auf dem Puig de l'Ofre (1093 m), Blick über den Cuber-Stausee zum Puig Major (1445 m, links) und zum Puig Massanella (1367 m, rechts)Erstbemoshung des Ofre: nur ein bemoshter Gipfel ist ein guter GipfelDer Pfad vom Stausee Cuber zum Refugi de Tossals Verds führt entlang einer WasserleitungRefugi de Tossals VerdsEsel am Refugi de Tossals VerdsTorrent de Corrals Fals, am Weg vom Refugi Tossals Verds zum Coll des PratSteineichenwälder am Fuß der Massanellaauf der Serra des Teixes (1258 m)Rosmarin (Rosmarinus officinalis)Abstieg nach Lluc, hinten der Puig Tomir (1103 m)Santuari de Lluc, der bedeutendste Wallfahrtsort MallorcasDie Kirche von LlucBlick von Lluc auf Albarca, hinten der Puig Roig (1002 m)Unterwegs in den Torrent de Pareisbei S'Entreforc beginnt der Torrent de PareisUnterwegs im ausgetrockneten Bett des Torrent de PareisSteinformation im Torrent de Pareisim Torrent de PareisKletterstelle im Torrent de Pareisim Torrent de Pareisim unteren Teil der Schlucht rücken die Felswände eng aneinanderRückblick in die SchluchtBei Sa Calobra mündet der Torrent de Pareis direkt ins Meer

 

Bildstrecke: Orchideen auf Mallorca

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Spiegel-Ragwurz (Ophrys speculum)Spiegel-Ragwurz (Ophrys speculum)Spiegel-Ragwurz (Ophrys speculum)Bienen-Ragwurz (Ophrys apifera)Braune Ragwurz (Ophrys fusca s.l.)Braune Ragwurz (Ophrys fusca s.l.)Braune Ragwurz (Ophrys fusca s.l.)Balearische Ragwurz (Ophrys balearica)Wespen-Ragwurz (Ophrys tenthredinifera)Prächtige Wespen-Ragwurz (Ophrys tenthredinifera subsp. spectabilis), ein gefährdeter Endemit MallorcasPrächtige Wespen-Ragwurz (Ophrys tenthredinifera subsp. spectabilis), ein gefährdeter Endemit MallorcasPrächtige Wespen-Ragwurz (Ophrys tenthredinifera subsp. spectabilis), ein gefährdeter Endemit MallorcasKleinblütiger Zungenstendel (Serapias parviflora)Kleinblütiger Zungenstendel (Serapias parviflora)Kleinblütiger Zungenstendel (Serapias parviflora)Echter Zungenstendel (Serapias lingua)Gefleckte Waldwurz (Neotinea maculata)Gefleckte Waldwurz (Neotinea maculata)Hyères-Knabenkraut (Orchis olbiensis)Wohlriechendes Wanzen-Knabenkraut (Anacamptis fragrans)Wohlriechendes Wanzen-Knabenkraut (Anacamptis fragrans)Großes Sumpf-Knabenkraut (Anacamptis robusta), eine Rarität Nordafrikas und MallorcasGroßes Sumpf-Knabenkraut (Anacamptis robusta), eine Rarität Nordafrikas und MallorcasGroßes Sumpf-Knabenkraut (Anacamptis robusta), eine Rarität Nordafrikas und Mallorcas

 

Bilddatenbank

Alle Bildsammlungen im Überblick:
Ankunft, Nachtwanderung bei Sant Elm
Wanderung nach Sa Trapa
Fahrt durch die Serra de Tramuntana
Abend auf der Halbinsel Formentor
Naturpark S’Albufera
Dünenwald bei Ca’n Picafort
Eremitage de la Victoria
Tour von Deià nach Port de Sóller
Tour von Sóller über den Ofre nach Tossals Verds
Tour von Tossals Verds nach Lluc
Tour von Lluc durch den Torrent de Pareis
Von Port de Sóller zurück nach Palma
Palma de Mallorca
Rückflug über die Alpen

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4 Kommentare zu “Frühling auf Mallorca”

  1. Jan


  2. So was von herrlich!
    Ich verzichte gerade auf das Betrachten der einzelnen Bildstrecken – um den Spannungsbogen bis morgen zu halten. Nur das Verzeichnis “Alpen-Überflug” musste ich schon durchklicken.
    Mann mann mann!
    Jan

  3. Stephan


  4. Was für tolle Bilder Du mitgebracht hast von Eurer Reise nach Mallorca! Auch der Reisebericht ist spannend und macht so richtig Lust auf die Insel. Vielen Dank für das so ganz andere Bild von Mallorca, ohne Bier und Ballermann.
    Stephan

  5. Helmut Presser


  6. Hallo Marco,
    wunderschöne Bilder wie immer! Da hast Du wirklich ein Händchen für. So etwas lässt Erinnerungen wach werden… Danke viele Male und weiter so!
    Schöne Grüße,
    Helmut.

  7. Sabine G. Scheld


  8. Nach dem Ansehen der Mallorca-Fotos: Ich bin beeindruckt von der Qualität der Seite und von der Qualität der Fotos. Das fällt wirklich aus dem üblichen Rahmen. Eine gelungene Mischung aus handwerklicher und künstlerischer Perfektion und zurückhaltenden persönlichen Kommentaren mit einer Prise Humor. Besonders auch das Experten-Auge auf die Flora ist erfreulich, wie überhaupt der “Blick”.
    Grüße aus Valladolid, Spanien.

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