Maienblumen

28. Mai 2009

Auch wenn in diesem Jahr die Gelegenheiten selten sind: ein paar Ausflüge in die Natur müssen halt doch sein. Außerdem gilt es, noch die eine oder andere ergänzende Aufnahme fürs Orchideenbuch zu produzieren.
 

 
19. Mai 2009 – Um mit unserem Kleinen die größte Tageshitze zu vermeiden, machen wir gegen Abend einen Ausflug an den südlichsten Rand der Rhön, ins Naturschutzgebiet Ruine Homburg / Ammerfeld. An einer Straßenböschung, doch gut versteckt im Gebüsch, blühen jetzt die Riemenzungen auf und entrollen ihre merkwürdigen Blütenlippen.
 
Die Umgebung der Burg eignet sich gut zum Kinderwagen-Schieben. Diptam, Apenninen-Sonnenröschen und Purpur-Knabenkraut blühen jetzt sehr schön, ich habe es diesmal aber auf das Helm-Knabenkraut abgesehen. Schöne Pflanzengruppen im Abendlicht, dekoriert mit Schäfchenwolken: so hab ich mir das vorgestellt.
 
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24. Mai 2009 – Bergwinkel. Zum Start in den frühen Morgen schaue ich mir die Grüne Hohlzunge an. Schöne Exemplare gibt es zu sehen, aber kein Vergleich zum exzellenten Jahr 2005, als ich zuletzt hier war. Auch die Fliegen-Ragwurz steht hier schön, da habe ich es auf eine Blütenaufnahme abgesehen.
 
An diesem sonnigen Morgen flattern überall die Bläulinge umher; auf einem Kleinen Wiesenknopf sitzt ein Pärchen des Himmelblauen Bläulings. Sie zerrt ihn unruhig ständig um die Blüte herum, doch in schöner Regelmäßigkeit kommen die beiden auf oben an, in der besten Fotoposition.
 
Anschließend wandere ich in einem interessanten Wiesen- und Waldgebiet über Basalt. In den extensiven Magerwiesen blühen jetzt besonders schön gezeichnete Breitblättrige Knabenkräuter und herrliche Brand-Knabenkräuter. Auf einer Dreiergruppe landet ein Käfer. Hektisch stochert er in den Blüten herum, ohne allerdings Pollinien zu entnehmen. Rasch fliegt er wieder davon.
 
Am Rand eines Waldweges steht eine große Population des Schmalblättrigen Waldvögeleins. Es ist sehr selten in unserer Gegend, und so prachtvolle Exemplare wie hier habe ich außerhalb der Alpen noch nicht gefunden. Die meisten Blüten sind bereits drüber und haben bräunliche Ränder. Doch ein Wurmfarn hat mir die schönste Gruppe aufgehoben: in seinem Schatten sind die Blüten makellos weiß geblieben. Ein Glücksfall! Für eine schöne Aufnahme muss ich mich mitten in eine Ameisenstraße hineinlegen. Aber das ist es mir auf jeden Fall wert.
 
Auf einen freundlichen Tipp eines Bekannten hin bin ich hierher gekommen, es soll nämlich auch eine Hybride mit dem Bleichen Waldvögelein geben. Doch weder die Bleichen Waldvögelein noch die Hybride ist zu finden. Auch die fieberhafte Suche nach der einzigen Türkenbund-Lilie weit und breit, die den Standort markieren soll, ist erfolglos. Angesichts der wundervollen fotografischen Ausbeute des Tages kehre ich aber auch so zufrieden zurück.
 
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Ein Kommentar zu “Maienblumen”

  1. Christoph Kraft


  2. Sehr geehrter Herr Klüber,
    anlässlich unserer diesjährigen Frankreichreise (von vielen), die auch durch den Vercors ging, habe ich Ihre Seiten entdeckt, und bewundere die vielen schönen Fotos. Auch ich beschäftige mich seit einiger Zeit (ganz privat) mit Orchideen. Die Initialzündung erhielt ich auf den causses bei Millau. Ich mache mich über solche Seiten wie Ihre klug über die verschiedenen Arten, die ich fotografiert habe.
    Nochmals Hut ab vor der Qualität Ihrer Aufnahmen. Ich weiß, wovon ich spreche.
    Mit freundlichen Grüßen
    C. Kraft

    Antwort von Marco:
    … vielen Dank! Oh ja, nach Südfrankreich möchte ich auch wieder. Da hab ich schon wieder eine ganze Sammlung von Wunsch-Zielen zusammen.
    Viele Grüße, Marco Klüber

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