Naturbeobachtungen

Naturbeobachtungen – Sterna paradisaea


 
Pure Anmut: eine Küstenseeschwalbe Sterna paradisaea bewacht ihr Gelege an den steinigen Stränden der Insel Fårö. Wer ihr zu Nahe kommt, wird mit Scheinattacken aus der Luft konfrontiert. Falkengleich flattern die Seeschwalben in der Luft und stürzen dann plötzlich herab. Doch im Gegensatz zu Möwen drohen sie meist nur und stoßen nicht zu. Diese grazilen Vögel sind wahre Hochleistungssportler. Sie brüten in den Nordpolarregionen und überwintern in den Südpolarregionen. Je nach Flugroute legen sie deshalb 30.000 bis 80.000 Kilometer im Jahr zurück.

Naturbeobachtungen – Waldnymphe


 
In einem schattigen Bergwald der Rhön öffnete diese Türkenbund-Lilie Lilium martagon heute ihre erste Blüte. Das Bild ist ein Blumengruß meines kleinen Sohnes an seine Mama. Er hat diese wunderschöne Waldnymphe für sie entdeckt – nur das Fotografieren musste ich noch übernehmen.

Naturbeobachtungen – Blauroter Steinsame


 
Blauroter Steinsame Buglossoides purpurocaerulea.

Naturbeobachtungen – Adonis


 
Oma, Opa und Enkel auf der Suche nach dem Frühlings-Adonisröschen Adonis vernalis. Noch schöner als die frühlingshafte Blütenpracht ist die kindliche Begeisterung.

Naturbeobachtungen – Gardasee-Ragwurz


 
Die Gardasee-Ragwurz Ophrys benacensis ist ein Endemit Insubriens, also des mediterran getönten Alpensüdrandes. Sie kommt zwischen dem Comer See und dem Veneto vor und hat ihren Verbreitungsschwerpunkt rund um den Gardasee, worauf sich ihr wissenschaftlicher Name bezieht: vom Benaco (Gardasee) stammend. Ihre Habitate – strukturreiches, von Gebüsch durchsetztes Offenland – sind bedroht durch natürliche Sukzession infolge Nutzungsaufgabe, aber auch durch Bauten für Infrastruktur und Tourismus. So wird sie immer seltener. Viele der ehemals reichen Vorkommen rund um den Gardasee beherbergen heute nur noch eine Handvoll Pflanzen. So ist die Begegnung mit dieser großblütigen und farbenprächtigen Ragwurz ein besonderes Erlebnis.

Naturbeobachtungen – Wiesenzwerge


 
Formenreich, farbenfroh und gesellig versammelt: so präsentiert sich das Kleine Knabenkraut Anacamptis morio derzeit auf einer Hangwiese in der Kuppenrhön. In der Tat ist das Pflänzchen ein Verwandlungskünstler, ein Clown – der Name morio führt hin zum griechischen moros, Narr. Die Knollen dieser einst häufigen Orchidee galten laut der mittelalterlichen Signaturlehre als Aphrodisiakum und wurden zu diesem Zweck massenhaft ausgegraben und von Kräuterweibern oder Apothekern angeboten. Doch die heutige Seltenheit dieser Art hat vorwiegend andere Gründe: Die Intensivierung der Landwirtschaft brachte Drainage, Düngung, Eutrophierung, Monokultur und den Einsatz von Pestiziden mit sich. Im 20. Jahrhundert nahmen die Vorkommen dieser Art rapide ab, so dass bunte morio-Wiesen im Landschaftsbild der Rhön sehr selten geworden sind. Ob wir wenigstens die übrig gebliebenen an unsere Kinder weitergeben können?

Naturbeobachtungen –
Ökologische Nische, einmal anders betrachtet


 
Eine Verkehrsinsel voller Orchideen – seltener Orchideen!
Die Weiße Waldhyazinthe, Platanthera bifolia, hat es sich auf den Grünflächen eines Autobahn-Kleeblattes bequem gemacht. Ein wahrhaft unerwarteter Anblick! Nun soll mir aber bloß keiner kommen und das Bild als Argument für neue Schnellstraßen hernehmen. Erstens bilden sich an Straßenrändern nur ausnahmsweise so artenreiche Blumenwiesen, und zweitens kann niemand vorhersagen, ob sich seltene Arten an einer neuen Straße ansiedeln. Denn Ökologie ist allzu oft komplexer als wir denken.