Naturbeobachtungen
Ökologische Nische, einmal anders betrachtet

Eine Verkehrsinsel voller Orchideen – seltener Orchideen!
Die Weiße Waldhyazinthe, Platanthera bifolia, hat es sich auf den Grünflächen eines Autobahn-Kleeblattes bequem gemacht. Ein wahrhaft unerwarteter Anblick! Nun soll mir aber bloß keiner kommen und das Bild als Argument für neue Schnellstraßen hernehmen. Erstens bilden sich an Straßenrändern nur ausnahmsweise so artenreiche Blumenwiesen, und zweitens kann niemand vorhersagen, ob sich seltene Arten an einer neuen Straße ansiedeln. Denn Ökologie ist allzu oft komplexer als wir denken.
Die Weiße Waldhyazinthe, Platanthera bifolia, hat es sich auf den Grünflächen eines Autobahn-Kleeblattes bequem gemacht. Ein wahrhaft unerwarteter Anblick! Nun soll mir aber bloß keiner kommen und das Bild als Argument für neue Schnellstraßen hernehmen. Erstens bilden sich an Straßenrändern nur ausnahmsweise so artenreiche Blumenwiesen, und zweitens kann niemand vorhersagen, ob sich seltene Arten an einer neuen Straße ansiedeln. Denn Ökologie ist allzu oft komplexer als wir denken.
einfach nur bezaubernd

Die Bienen-Ragwurz, Ophrys apifera, blüht wieder!
Eine bezaubernde Blüte, die jedem Naturfreund das Herz aufgehen lässt. Für mich ist diese Blüte gleichzeitig eine Erinnerung an die Kindheit: am gleichen Standort habe ich meine erste »Biene« gesehen, und sie hat damals mein Interesse an den Orchideen geweckt.
Eine bezaubernde Blüte, die jedem Naturfreund das Herz aufgehen lässt. Für mich ist diese Blüte gleichzeitig eine Erinnerung an die Kindheit: am gleichen Standort habe ich meine erste »Biene« gesehen, und sie hat damals mein Interesse an den Orchideen geweckt.
Frühlingserwachen

Sonne, Blüten und geschäftige Hummeln:
es ist wieder so weit, der Frühling lässt sein blaues Band flattern. Von den vielen Blautönen des Frühlings mag ich den des Leberblümchens immer wieder am Liebsten.
es ist wieder so weit, der Frühling lässt sein blaues Band flattern. Von den vielen Blautönen des Frühlings mag ich den des Leberblümchens immer wieder am Liebsten.
Spectabilis

In diesen trüben Herbsttagen muss ich mich einfach nochmal an die herrlichen Orchideenblüten des Frühlings erinnern. Hier die Prächtige Wespen-Ragwurz, Ophrys tenthredinifera subsp. spectabilis, ein leider sehr seltener Endemit aus der Sierra de Tramunana, Mallorca. Die eindrucksvollste, größte Ragwurz-Blüte, die mir bislang vor die Linse kam. Diese Orchidee wurde erst vor wenigen Jahren entdeckt und 2007 von C.A.J.Kreutz und H. Zelesny beschrieben. Durch die Vernichtung ihrer Habitate (Rodung, Müll, Brand-Folgevegetation) ist sie an ihren wenigen Standorten inzwischen äußerst bedroht. Artensterben ist kein Dritte-Welt-Problem, es findet auch mitten in der EU statt.
Genügsamkeit

»Wo Gott dich hingesät hat, da sollst du blühen.«
– afrikanisches Sprichwort.
Es ist schon erstaunlich, wie genügsam manche Gebirgspflanzen wachsen und gedeihen. Mit seiner Pfahlwurzel dringt die Spinnweb-Hauswurz Sempervivum arachnoideum tief in Felsklüfte vor und holt sich, was sie zum Leben braucht.
– afrikanisches Sprichwort.
Es ist schon erstaunlich, wie genügsam manche Gebirgspflanzen wachsen und gedeihen. Mit seiner Pfahlwurzel dringt die Spinnweb-Hauswurz Sempervivum arachnoideum tief in Felsklüfte vor und holt sich, was sie zum Leben braucht.
Tanz der Berghexe

Sie flattert vom Boden auf und segelt mit zwei, drei langsamen Flügelschlägen hangabwärts. Dann lässt sie sich plötzlich zu Boden fallen und scheint wie von Geisterhand verschwunden. Perfekt getarnt sitzt sie am Boden zwischen Felsgeröll und Gras. Doch manchmal lässt sie sich auch auf der Silberdistel nieder, um Nektar zu saugen. Die Berghexe, Chazara briseis, ist ein mediterraner Schmetterling, der nördlich der Alpen sehr selten ist. Dieser Gaukler der Lüfte kommt auf den Steintriftweiden der östlichen Rhön vor, hier hat er deutschlandweit einmalig reiche Vorkommen.
Spieglein, Spieglein

Die blaue Lippe der Spiegel-Ragwurz, Ophrys speculum, mit ihrem zottig-behaarten Rand ist gerade mal so groß wie ein kleiner Fingernagel. In dieses Spieglein schaut niemand, um festzustellen, wer die Schönste im ganzen Land ist, denn hier geht es um handfesteres: um Fortpflanzung. Diese Blüte betört mit ihren weiblichen Reizen männliche Bienen, um sie sodann durch ihre Farben, Formen und Düfte zu verführen. Und so lange das funktioniert, gibt es an den Mittelmeerküsten diese kleinen Spieglein zu sehen.




