Verbreitungskarte: basierend auf 198 Meßtischblatt-Quadranten.
Fundnachweise: bis 1975 1975 bis 1990 seit 1990
Verbreitung:
aktuell: 0% der MTBl.-4tel verschollen: 1%
Höhenverbreitung: von ca. 200 m bis 250 m
Gefährdung:
0 (ausgestorben)
Etymologie:
Bis vor kurzem wurde diese Art in der Gattung Orchis geführt. Die Einordnung in die Gattung Anacamptis erfolgte unter Berücksichtung phylogenetischer Gesichtspunkte. Anacamptis: von gr. ανακάμτειν anakamptein = aufbiegen, umbiegen. Dies bezieht sich vermutlich auf die aufgebogenen Höckerchen auf der Lippe der Stammart Anacamptis pyramidalis; palustris: von lat. paluster = sumpfig.
Merkmale:
Schlanke, zierliche Pflanze mit schmalen, aufrecht stehenden rinnigen Blättern. Diese stehen rosettig am Stängelgrund, am Stängel folgen weitere, nach oben kleiner werdende. Blütenstand lockerblütig, mit etwa 6 bis 25 Blüten. Tragblätter etwa so lang wie der Fruchtknoten, die unteren etwas länger. Die Blüten sind relativ groß und kräftig rosa bis violett-purpurn gefärbt. Die große, etwa 8-16 mm lange und 12-18 mm breite Lippe hat einen weißen, rosa gepunkteten Zentralteil. Die Seitenlappen sind wenig länger als der leicht zweilappige Mittellappen und abwärts geschlagen. Seitliche Sepalen aufgerichtet. Sporn zylindrisch, stumpf, leicht gebogen, in etwa waagrecht, 10-19 mm lang.
Standort:
Nasse Streuwiesen und Feuchtwiesen in tiefen Lagen. Diese Art verträgt Salz.
Verbreitung und Bestandssituation:
Die Geschichte des Sumpf-Knabenkrautes in der Rhön ist schnell erzählt. Es wurde 1977 in nur zwei Exemplaren im Sinntal gefunden – nie vorher und auch nicht mehr nachher.
Gefährdung:
Im Gebiet der Rhön ist das Sumpf-Knabenkraut ausgestorben.