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Von der Blütengestalt geht in erster Linie die Faszination der Orchideen aus. Doch so spektakulär die Formen und Farben mancher Arten auf den unbefangenen Betrachter auch wirken mögen – für den Biologen ist in erster Linie der Bauplan der Blüte von Interesse.
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Während andere Monocotyledonen einen radialsymmetrischen Blütenaufbau haben, zeichnen sich die Orchideen durch ihre dorsiventrale (achsensymmetrische) Blütengestalt aus. Die Blätter der äußeren Blütenblattkreise (Sepala, Petala) sind unterschiedlich gestaltet. Während die paarigen Petalen gleich sind, hat das unpaarige Petal eine völlig andere Form – es ist das Labellum, die Orchideenlippe. Diese Lippe ist näher mit den Bestäubungsorganen verwachsen als mit den paarigen Petala.
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Die fertilen Staubblätter bzw. das eine fertile Staubblatt ist mit dem Griffel und der Narbe zum sogenannten Gynostemium, dem Säulchen verwachsen. Die Pollen werden in sehr großer Zahl produziert und sind zu Paketen verwachsen, diese Pakete nennt man Pollinien. Sie stehen zu zweit in Pollinienfächern und haben an ihrem herausschauenden Ende eine Klebdrüse, das Viscidium, mit dem sie bei Berührung mit dem Bestäubungsinsekt an diesem haften bleiben.
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Innerhalb kurzer Zeit krümmen sich die Pollinienstielchen, so dass die Pollinien beim nächsten Besuch einer artgleichen Blüte an der Narbe haften bleiben können. Aufgrund der Konsistenz der Pollinien bleiben meist nur Teile davon haften, beim nächsten Besuch weitere. Mit dieser Methode kann eine sehr zielgerichtete Bestäubung erfolgen.
Nach erfolgter Bestäubung bildet der Fruchtknoten eine unglaubliche Menge von mikroskopisch kleinen Samen, über 10.000 pro Kapsel, bei Cypripedium calceolus gar bis 40.000. Die reife Kapsel wird dürr und reißt auf, so dass der Wind die extrem leichten Samen weit verteilen kann. Diese hohe Menge an Samen ist nötig, weil nur ein verhältnismäßig geringer Teil auf den zur Keimung nötigen Wurzelpilz treffen wird.
Die folgenden Grafiken zeigen exemplarisch den Blütenaufbau der heimischen Orchideen und eine Bestäubung.
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