Orchideen der Rhön:
Korallenwurz – Corallorhiza trifida

5. September 2008

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Familie Orchidaceae
Gültiger Name Corallorhiza trifida Châtelain 1760
Basionym Ophrys corallorhiza L. 1753
Synonyme Epipactis corallorhiza (L.) Crantz 1769
Helleborine corallorhiza (L.) F.W.Schmidt 1793
Cymbidium corallorhiza (L.) Sw. 1800
Epidendrum corallorhizon (L.) Poir. 1810
Corallorhiza innata R.Br. 1813
Corallorhiza intacta Cham. & Schltdl. 1828, orth. var.
Corallorhiza ericetorum Drejer 1843
Corallorhiza corallorhiza (L.) H.Karst. 1886, nom. inval.
Neottia corallorhiza (L.) Kuntze 1891
Deutsche Namen Korallenwurz
Blütezeit Mai
Wuchshöhe 5 – 20 cm
Blütengröße 4 – 6 mm
Pflanzengesellschaften V Luzulo-Fagion
V Galio rotundifolii-Abietion
Florenelement meridional/montan submeridional/montan temperat boreal arktisch
Rote Listen Deutschland: 3 (gefährdet)
Bayern: * (ungefährdet)
Hessen: 3 (gefährdet)
Thüringen: * (ungefährdet)
Situation in der Rhön Verbreitungskarte:
basierend auf 198 Meßtischblatt-Quadranten.
Fundnachweise:
bis 1975
1975 bis 1990
seit 1990
Verbreitung:
aktuell: 12% der MTBl.-4tel
verschollen: 14%
Höhenverbreitung:
von ca. 200 m bis 850 m
Gefährdung:
3 (gefährdet)

 

 
Etymologie:
Corallorhiza: von gr. κοράλλιον korallion = Koralle und gr. ρίζα rhiza = Wurzel; trifida: von lat. trifidus = dreispaltig.

Merkmale:
Ziemlich unscheinbares, zierliches Pflänzchen ohne Laubblätter, sondern nur mit wenigen dem Stängel anliegenden Schuppenblättern. Die 2-12 winzigen Blüten (nur 5 mm lang) sind wie die ganze Pflanze gelblichgrün gefärbt. Die Perigonblätter stehen schräg nach vorne ab, die zungenförmige Lippe mit zahnartigen Seitenlappen ist weißlich und mit roten Punkten versehen. Namensgebend ist das korallenartig verzweigte Rhizom.

Standort:
Buchen- und Laubmischwälder, auf mäßig trockenen bis humiden Böden. Meist an pflanzenarmen laubbedeckten Stellen auf kalkhaltigen Böden. Kaum in tieferen Lagen. In anderen Gegenden wohl mehr in moosigen Bergnadelwäldern.

Verbreitung und Bestandssituation:
Corallorhiza trifida ist eine nordische bzw. montane Orchidee, die im Tiefland weitgehend fehlt. In Deutschland ist die Rhön eines der wichtigen Teilareale außerhalb der Alpen. In unserem Gebiet beweist Corallorhiza trifida trotz ihrer Bindung an montane Standorte ein gewisses Wärmebedürfnis, kommt sie doch vorzugsweise an wärmebegünstigten, relativ trockenen Südhängen vor, manchmal sogar in Gesellschaft von Cephalanthera rubra und Orchis purpurea. Sie kommt bei uns vor allem in der nördlichen und östlichen Vorderrhön von Hünfeld bis Meiningen vor, selten am bayerischen Rand der Hochrhön und an wenigen Stellen auf der Hochrhön, außerdem isoliert an der Fränkischen Saale und im Bergwinkel. Die größte Populationsdichte wird im Thüringer Gebietsteil zum Werratal hin erreicht, auch an den Südhängen des oberen Nüsttales ist eine Anhäufung von Funden zu verzeichnen. Einige ältere Vorkommen, vor allem in der hessischen Rhön, konnten in jüngerer Zeit nicht mehr bestätigt werden.

Gefährdung:
Corallorhiza trifida ist in der Rhön potentiell gefährdet aufgrund ihrer lückenhaften Verbreitung. An ihren Standorten erscheint die Korallenwurz dank ihrer guten Populationsstärken zwar nicht akut vom Aussterben bedroht, doch ist eine Gefährdungssituation insbesondere durch Veränderungen in der Bewirtschaftungsweise der Wälder gegeben.

Mehr zur Korallenwurz:
» m-klueber.de | Fotos aus der Rhön in der Bilddatenbank ansehen
» de.wikipedia.org | Korallenwurz