Orchideen der Rhön:
Violette Stendelwurz – Epipactis purpurata

2. Oktober 2008

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Familie Orchidaceae
Gültiger Name Epipactis purpurata Sm. 1828, nom. cons.
Basionym Epipactis purpurata Sm. 1828, nom. cons.
Synonyme Epipactis latifolia var. purpurata (Sm.) Nyman 1882
Helleborine purpurata (Sm.) Druce 1909
Epipactis helleborine var. varians Crantz 1769
Serapias latifolia viridiflora Hoffm. 1804
Epipactis viridiflora Hoffm. ex Krock 1814
Epipactis sessilifolia Peterm. 1844
Epipactis latifolia var. violacea Dur.-Doq. 1846
Epipactis violacea (Dur.-Doq.) Boreau 1857
Epipactis atrorubens var. viridiflora (Hoffm.) Nyman 1882
Epipactis varians (Crantz) H.Fleischm. & Rech. 1905
Deutsche Namen Violette Stendelwurz, Violetter Sitter, Grünblütige Stendelwurz, Grünblütiger Sitter
Blütezeit Anfang August – Anfang September
Wuchshöhe 20 – 70 cm
Blütengröße 15 – 20 mm
Pflanzengesellschaften O Fagetalia sylvaticae
Florenelement westsubmediterran zentralsubmediterran pannonisch danubisch pontisch südatlantisch mittelatlantisch subatlantisch zentraleuropäisch
Rote Listen Deutschland: * (ungefährdet)
Bayern: 3 (gefährdet)
Hessen: * (ungefährdet)
Thüringen: * (ungefährdet)
Situation in der Rhön Verbreitungskarte:
basierend auf 198 Meßtischblatt-Quadranten.
Fundnachweise:
bis 1975
1975 bis 1990
seit 1990
Verbreitung:
aktuell: 33% der MTBl.-4tel
verschollen: 17%
Höhenverbreitung:
von ca. 200 m bis 800 m
Gefährdung:
* (ungefährdet)

 

 

 

 

 
Etymologie:
Epipactis: Dieser Pflanzenname wurde von Theophrast, einem antiken griechischen Philosophen und Botaniker, geprägt. Er verwendete ihn jedoch für andere Pflanzen. Erst der Göttinger Botanik-Professor Johann Gottfried Zinn wandte ihn 1757 auf die Stendelwurze an. purpurata: von lat. purpuratus = purpurn.

Merkmale:
Schlanke, gerade wachsende Pflanze, oft mit mehreren dicht stehenden Blütentrieben. Gesamte Pflanze violett überlaufen, daher im Biotop trotz der beachtlichen Höhe ziemlich unscheinbar. 4-10 am Stängel verteilte Laubblätter. Diese sind aufgerichtet bis abstehend, eiförmig-lanzettlich, ziemlich klein (etwa 5-10 cm lang und 2-5 cm breit) und in der Grundfarbe graugrün. Blütenähre dicht und reichblütig. Blüten ziemlich groß(Lippe 8-10 mm lang), abstehend und stets weit geöffnet. Sepalen und Petalen weit spreizend. Perigonblätter weißlich-grün, violett überlaufen. Hypochil der Lippe halbkugelig, nektarführend und innen violettrosa. Epichil herzförmig, etwa so lang wie breit, am Grund mit mehreren glatten Höckern, am Rand wellig, an der Spitze zurückgeschlagen.

Standort:
Ziemlich schattige, frische bis mäßig feuchte Laub- und Mischwälder, auf tiefgründigen, meist kalkhaltigen Böden.

Verbreitung und Bestandssituation:
Die Funde häufen sich in den Keupergebieten der Kuppenrhön und am südöstlichen Gebietsrand (Grabfeld, Fränkische Platte). Im Gegensatz zu den anderen Wald-Stendelwurzen bevorzugt diese Art frischere, krautreichere und nährstoffreichere Habitate. Sicherlich sind noch weitere Funde zu erwarten, da die Art trotz ihrer Größe relativ unauffällig ist und darüber hinaus noch in dunklen Wäldern wächst, in denen sie sehr leicht übersehen wird.

Gefährdung:
Die Violette Stendelwurz ist in der Rhön momentan kaum gefährdet. Sofern die Standorte nicht verändert werden, erscheint die Art trotz ihrer lückenhaften Verbreitung nicht bedroht.

Mehr zur Violetten Stendelwurz:
» m-klueber.de | Fotos aus der Rhön in der Bilddatenbank ansehen
» de.wikipedia.org | Violette Stendelwurz