Orchideen der Rhön:
Mücken-Händelwurz – Gymnadenia conopsea

19. November 2008

» nächste Seite

 

Familie Orchidaceae
Gültiger Name Gymnadenia conopsea (L.) R.Br. 1813
Basionym Orchis conopsea L. 1753
Synonyme Satyrium conopseum (L.) Wahlenb. 1826
Habenaria conopsea (L.) Benth. 1880, nom. illeg.
Habenaria gymnadenia Druce 1897
Orchis conopea Gras 1862
Deutsche Namen Mücken-Händelwurz
Blütezeit Anfang Juni – Mitte Juli
Wuchshöhe 15 – 80 cm
Blütengröße 12 – 15 mm
Pflanzengesellschaften V Mesobromion
V Molinion caeruleae
V Calthion
V Caricion davallianae
V Geranion sanguinei
V Erico-Pinion
Florenelement meridional/montan submeridional temperat boreal arktisch
Rote Listen Deutschland: * (ungefährdet)
Bayern: * (ungefährdet)
Hessen: * (ungefährdet)
Thüringen: * (ungefährdet)
Situation in der Rhön Verbreitungskarte:
basierend auf 198 Meßtischblatt-Quadranten.
Fundnachweise:
bis 1975
1975 bis 1990
seit 1990
Verbreitung:
aktuell: 53% der MTBl.-4tel
verschollen: 16%
Höhenverbreitung:
von ca. 200 m bis 850 m
Gefährdung:
* (ungefährdet)

 

 

 

 

 

 
Etymologie:
Gymnadenia: von gr. γυμνός gymnos = nackt und αδένας adenas = Drüse; conopsea: von gr. κώνωψ conops = Mücke.

Merkmale:
Schlanker, aber kräftiger und steifer Wuchs. 3-9 schmale, linealisch-lanzettliche Laubblätter, etwa 5-25 cm lang und 0,5-1,5 cm breit, am Stängelgrund rosettig genähert. Weiter oben folgen mehrere tragblattähnliche Stängelblätter. Lange, schmale und dichte Blütenähre mit kleinen, leuchtend rosaroten oder auch helleren Blüten, die nur schwach duften. Tragblatt etwa so lang wie der Fruchtknoten. Sepalen 4-7 mm lang, seitliche abstehend, das mittlere gemeinsam mit den Petalen helmförmig zusammenneigend. Lippe breiter als lang, 3,5 -6 mm lang, dreilappig, ohne Zeichnung. Mittellappen etwas länger, aber kleiner als die Seitenlappen. Sehr langer schlanker Sporn (10-20 mm), abwärts gebogen, wesentlich länger als der Fruchtknoten.

Standort:
Bergwiesen, Halbtrockenrasen, grasige Hügel, lichtes Buschwerk und Waldränder. Auch in lichte Wälder vordringend. Weiterhin auf Feuchtwiesen, in Sümpfen und Flachmooren. Demnach auf nassen bis trocken-steinigen Böden. Nicht an basische Böden gebunden, auf Kalk aber am häufigsten.

Verbreitung und Bestandssituation:
Aufgrund ihrer wenig speziellen Standortansprüche ist die Mücken-Händelwurz gegenwärtig eine der häufigsten Orchideenarten in der Rhön. Bei uns gehört diese Art zum vertrauten Bild der Kalk-Halbtrockenrasen, aber auch in Hangmooren, im mesophilen Grünland und auf Bergwiesen über Basalt ist sie anzutreffen. In allen Gebieten der Rhön existieren individuenreiche Populationen, und an vielen ihrer Standorte dominiert sie zur Blütezeit den Farbaspekt. Bis auf die waldreichen Sandsteingebiete der Südrhön und der nördlichen Vorderrhön ist die Mückenhändelwurz in der Rhön nahezu flächendeckend verbreitet.

Gefährdung:
In der Rhön ist die Mücken-Händelwurz gegenwärtig nicht gefährdet.

Variabilität:
Farbvarianten sind nicht selten, beispielsweise die weiß blühende var. leucantha.

Hybride:
Gymnadenia conopsea (L.) R.Br. × Dactylorhiza fuchsii (Druce) Sóo
Dactylodenia gracilis), Mücken-Händelwurz × Fuchs’ Knabenkraut. Sehr selten in der Thüringischen Rhön nachgewiesen. Beschreibung und Quelle: Horst Kümpel, Die wildwachsenden Orchideen der Rhön, 1996.

Mehr zu dieser Art:
» m-klueber.de | Fotos aus der Rhön in der Bilddatenbank ansehen
» de.wikipedia.org | Mücken-Händelwurz