Orchideen der Rhön:
Prächtige Händelwurz – Gymnadenia splendida

19. November 2008

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Familie Orchidaceae
Gültiger Name Gymnadenia splendida Dworschak 2002
(Rang und Nomenklatur des Taxons sind umstritten!)
Basionym Gymnadenia splendida Dworschak 2002
nicht Synonym Gymnadenia conopsea var. densiflora (Wahlenb.) Lindl. 1835
Deutscher Name Prächtige Händelwurz
Blütezeit Ende Juni – Ende Juli
Wuchshöhe 25 – 100 cm
Blütengröße 14 – 18 mm
Pflanzengesellschaften V Mesobromion
V Molinion caeruleae
V Calthion
V Caricion davallianae
V Geranion sanguinei
V Erico-Pinion
Florenelement submeridional temperat
Rote Listen noch nicht eingetragen
Situation in der Rhön Verbreitungskarte:
basierend auf 198 Meßtischblatt-Quadranten.
Fundnachweise:
bis 1975
1975 bis 1990
seit 1990
Verbreitung:
aktuell: 4% der MTBl.-4tel
verschollen: 0%
Höhenverbreitung:
von ca. 200 m bis 600 m
Gefährdung:
* (ungefährdet)

 

 
Etymologie:
Gymnadenia: von gr. γυμνός gymnos = nackt und αδένας adenas = Drüse; splendida: von lat. splendidus = prachtvoll.

Merkmale:
Kräftige, meist auffallend hochwüchsige Pflanze. Sie blüht auf, während am gleichen Standort die Mücken-Händelwurz bereits abblühend oder verblüht ist. 4-10 linealisch-lanzettliche Laubblätter, deutlich breiter als bei der Mücken-Händelwurz, etwa 7-35 cm lang und 1-3 cm breit, am Stängelgrund rosettig genähert. Weiter oben folgen mehrere tragblattähnliche Stängelblätter. Reichblütige und dichte Blütenähre mit leuchtend rosaroten oder auch helleren, würzig duftenden Blüten. Tragblatt etwa so lang wie der Fruchtknoten. Sepalen 5-9 mm lang, seitliche abstehend, das mittlere gemeinsam mit den Petalen helmförmig zusammenneigend. Lippe breiter als lang, 4 -7 mm lang, dreilappig, ohne Zeichnung. Mittellappen etwas länger, aber kleiner als die Seitenlappen. Sporn zierlich, etwa 12-24 mm lang, gebogen, länger als der Fruchtknoten.

Standort:
Halbtrockenrasen, insbesondere in wechselfeuchten Bereichen, auch in Sümpfen und kalkreichen Flachmooren. Im Gegensatz zur Mücken-Händelwurz Offenbar an Kalk gebunden.

Verbreitung und Bestandssituation:
Deutlich seltener als die Mücken-Händelwurz, dennoch recht standorttreu und individuenreich vorkommend. Schöne Populationen gibt es vor allem in den Trespen-Halbtrockenrasen der Kuppen- und Vorderrhön.

Gefährdung:
In der Rhön ist die Prächtige Händelwurz zwar seltener als die Mücken-Händelwurz, jedoch gegenwärtig nicht gefährdet.

Problematik:
Die Prächtige Händelwurz entspricht nur in mancher Hinsicht der früher so bezeichneten »dichtblütigen«
Unterart Gymnadenia conopsea var. / subsp. densiflora, die heute von den meisten Orchidologen wieder verworfen wird, weil sie uneinheitlich und kaum determinierbar ist: dichtblütige Formen gibt es in vitalen Händelwurz-Populationen regelmäßig zu sehen. Die neubeschriebene, eindeutig spätblühende und im Vergleich zu G. conopsea breitblättrige Sippe G. splendida hat bislang außerhalb Bayerns noch kaum Akzeptanz erfahren, Verbreitung, Ökologie und Bestandsentwicklung sind unklar. In der Rhön kommen zumindest an einigen Standorten Pflanzen vor, die vorläufig diesem Taxon zugeordnet werden; ob sie tatsächlich den südbayerischen Pflanzen entsprechen, auf die sich die Beschreibung bezieht, ist zu klären. Die nächsten Jahre werden sicherlich mehr Licht ins dunkel bringen.
Entgegen mancher Literaturangaben konnte die Wohlriechende Händelwurz (Gymnadenia odoratissima) nie sicher im Gebiet nachgewiesen werden. Möglicherweise beziehen sich die wenigen Angaben auf Verwechslungen mit dieser Sippe, die ebenfalls stark duftet, oder mit zierlichen, dichtblütigen Formen der Mücken-Händelwurz.

Mehr zu dieser Art:
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