Orchideen der Rhön:
Kleine Spinnen-Ragwurz – Ophrys araneola

13. November 2008

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Familie Orchidaceae
Gültiger Name Ophrys sphegodes subsp. litigiosa (E.G.Camus) Bech. 1925
Basionym Ophrys araneola Rchb. 1831
Synonyme Ophrys aranifera var. araneola (Rchb.) Nyman 1882
Ophrys aranifera subsp. araneola (Rchb.) K.Richt. 1890
Ophrys sphegodes subsp. araneola (Rchb.) M.Laínz 1983
Deutsche Namen Kleine Spinnen-Ragwurz
Blütezeit Mitte – Ende April
Wuchshöhe 15 – 35 cm
Blütengröße 12 – 17 mm
Pflanzengesellschaften V Mesobromion
V Geranion sanguinei
Florenelement zentralsubmediterran westsubmediterran südatlantisch südsubatlantisch
Rote Listen Deutschland: 2 (stark gefährdet)
Bayern: 2 (stark gefährdet)
Hessen: 0 (ausgestorben)
Thüringen: 1 (vom Aussterben bedroht)
Situation in der Rhön Verbreitungskarte:
basierend auf 198 Meßtischblatt-Quadranten.
Fundnachweise:
bis 1975
1975 bis 1990
seit 1990
Verbreitung:
aktuell: 2% der MTBl.-4tel
verschollen: 1%
Höhenverbreitung:
von ca. 250 m bis 400 m
Gefährdung:
1 (vom Aussterben bedroht)

 

 

 

 
Etymologie:
Ophrys: von gr. όφρύς ophrys = Augenbraue; araneola: Verkleinerungsform von lat. aranea = Spinne.

Merkmale:
Kleinste heimische Ragwurz. 3-5 derbe blaugrüne, rosettig genäherte Grundblätter, 1-2 Scheidenblätter am Stängel. Blütenstand lockerblütig, 2-12-blütig. Tragblätter lanzettlich-zugespitzt, etwa so lang wie die Blüten. Sepalen länglich-eiförmig, manchmal auch fast dreieckig, hellgrün, 8-12 mm lang; seitliche spreizend, mittleres auf-gerichtet. Petalen annähernd rechteckig, 5-8 mm lang, gelbgrün und am Rand oft gewellt. Lippe 6,5-9 mm lang und 7,5-11 mm breit, rundlich, schwach gewölbt, selten gehöckert, meist ohne Anhängsel. Grundfarbe schwarzbraun oder dunkel rotbraun, am Rand hell zottig behaart; am Grund 2 Schwielen, Mal H-förmig, grauviolett-stahlblau, um das schwarzbraune Basalfeld greifend. Charakteristisch ist der mehr oder weniger breite gelbe Rand der Lippe. Säulchen kurz geschnäbelt.

Standort:
Halbtrockenrasen, lichte Kiefernwälder, aufgelassene Weinberge auf kalkhaltigen, trockenen bis mäßig frischen Böden; nur in den mildesten Lagen.

Verbreitung und Bestandssituation:
Die Kleine Spinnen-Ragwurz kommt im Bereich der Rhön nur in den klimatisch begünstigten Randgebieten vor. Die derzeit bekannten Vorkommen liegen im Bereich der Fränkischen Saale. Das altbekannte Hauptvorkommen bei Bad Kissingen wurde vom AHO Unterfranken angekauft, ist geschützt und wird gepflegt. Der Bestand schwankt hier zwischen wenigen und etwa 80 Pflanzen pro Jahr. Weitere Einzelfunde in den Fränkischen Rhönrandgebieten blieben unbestätigt.

Gefährdung:
Die Kleine Spinnenragwurz ist im Gebiet stark gefährdet; aufgrund der Biotoppflege ist die Bestandssituation derzeit stabil.

Hybriden:
Ophrys araneola × Ophrys insectifera
(Ophrys × apicula J. C. Schmidt 1851),
Kleine Spinnen-Ragwurz × Fliegen-Ragwurz.
Sehr selten, bisher an zwei Fundorten im Bereich des Saaletals nachgewiesen. Zumindest an einem der Fundorte höchstwahrscheinlich anthropogen.
Ophrys araneola × Ophrys sphegodes
(Ophrys × jeanpertii E. G. Camus 1891),
Kleine Spinnen-Ragwurz × Große Spinnen-Ragwurz
sicherlich künstlich erzeugt.

Mehr zu dieser Art:
» m-klueber.de | Fotos aus der Rhön in der Bilddatenbank ansehen
» de.wikipedia.org | Kleine Spinnen-Ragwurz