Orchideen der Rhön:
Hummel-Ragwurz – Ophrys fuciflora

12. November 2008

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Familie Orchidaceae
Gültiger Name Ophrys fuciflora (F.W.Schmidt) Moench 1802
Basionym Arachnites fuciflora F.W.Schmidt 1793
Synonyme Ophrys holoserica (Burm.f.) Greuter 1967
Ophrys fuciflora (Crantz) Rchb.f. 1851, nom. illeg.
Orchis fuciflora Crantz 1769
Orchis arachnites Scop. 1772
Ophrys arachnites (Scop.) Reichard 1778, nom. illeg.
Epipactis arachnites (Scop.) F.W.Schmidt 1795
Deutsche Namen Hummel-Ragwurz
Blütezeit Ende Mai – Mitte Juni
Wuchshöhe 15 – 40 cm
Blütengröße 18 – 27 mm
Pflanzengesellschaften V Mesobromion
V Geranion sanguinei
Florenelement mediterran orientalisch submediterran pannonisch südatlantisch mittelatlantisch südsubatlantisch südzentraleuropäisch
Rote Listen Deutschland: 2 (stark gefährdet)
Bayern: 2 (stark gefährdet)
Hessen: 0 (ausgestorben)
Thüringen: 0 (ausgestorben)
Situation in der Rhön Verbreitungskarte:
basierend auf 198 Meßtischblatt-Quadranten.
Fundnachweise:
bis 1975
1975 bis 1990
seit 1990
Verbreitung:
aktuell: 1% der MTBl.-4tel
verschollen: 3%
Höhenverbreitung:
von ca. 250 m bis 350 m
Gefährdung:
1 (vom Aussterben bedroht)

 

 
Etymologie:
Ophrys: von gr. όφρύς ophrys = Augenbraue; fuciflora: von lat. fucus = Drohne, lat. florus = blühend; das ebenfalls gebräuchliche Epitheton holoserica kommt von lat. holosericus = dicht seidenhaarig.

Merkmale:
Schlanke, jedoch kräftig wachsende Pflanze mit 4-7 grundständigen lanzettlichen blaugrünen Laubblättern (4-10 cm lang). Blütenstand locker, 2-10-blütig. Sehr hübsche, bunte Blüten, in der Färbung und besonders in der Zeichnung variabel. Sepalen eiförmig, etwa 10-14 mm lang, spreizend bis etwas rückwärts gerichtet, meist rosa, selten heller. Petalen kurz, etwa 3-6 mm lang, rosa bis rot. Lippe ausgebreitet 8-12 mm lang und 12-18 mm breit, trapezförmig und dunkelbraun, gehöckert, am Rand behaart und mit großem aufgebogenen Anhängsel. Sehr reich gegliedertes Mal in weinroten bis grauvioletten sowie bräunlichen bis gelbgrünen Tönen, das bräunliche Basalfeld umrahmend. Säulchen stumpf geschnäbelt, Rote Staminodialpunkte im Narbenbereich.

Standort:
Magerwiesen, Halbtrockenrasen, auf buschigen Hängen und in lichten Kiefernwäldern. Auf mäßig trockenen Böden, stets auf Kalk.

Verbreitung und Bestandssituation:
Die Hummel-Ragwurz wurde 1992 erstmals sicher in der Rhön nachgewiesen, und zwar im Gebiet der Fränkischen Saale (Mauder 1992), später auch im Nüsttal (Sapper schriftlich, ca. 1980, inzwischen wieder erloschen). Weitere aktuelle Angaben, u. a. auch für die Thüringische Rhön, beruhen wohl sämtlich auf Ansalbungen. Die wenigen alten Angaben aus dem Saaletal, der nordwestlichen Vorderrhön und Kuppenrhön sind hingegen nicht belegt und konnten nie bestätigt werden. Aufgrund der damaligen Verbreitungssituation dieser Art müssen sie als sehr zweifelhaft gelten und beruhen vielleicht auf Verwechslungen mit der Bienen-Ragwurz. Das Vorkommen in der Rhön bildet einen Vorposten im gegenwärtigen Verbreitungsareal der Hummel-Ragwurz.

Gefährdung:
In der Rhön ist die Hummel-Ragwurz derzeit vom Aussterben bedroht, sowohl durch Verbuschung als auch durch Fotografen und Orchideen-Touristen. Die deutlichen Bestandszunahmen der letzten Jahre, die in Süddeutschland zu beobachten sind, haben sich in unserem Gebiet bislang nicht ausgewirkt.

Hybriden:
Naturhybriden sind in der Rhön bislang nicht bekannt. Zwei Hybriden wurden jedoch angesalbt oder künstlich erzeugt:
Ophrys fuciflora × Ophrys insectifera
(Ophrys × devenensis Rchb. f. 1851),
Hummel-Ragwurz × Fliegen-Ragwurz;
Ophrys fuciflora × Ophrys sphegodes
(Ophrys × obscura G. Beck 1879),
Hummel-Ragwurz × Große Spinnen-Ragwurz

Mehr zu dieser Art:
» m-klueber.de | Fotos aus der Rhön in der Bilddatenbank ansehen
» de.wikipedia.org | Hummel-Ragwurz