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Etymologie:
Orchis: von gr. όρχις orchis = Hoden; mascula: von lat. masculus = männlich.
Merkmale:
Auffälliges, kräftiges Knabenkraut. Blätter bläulichgrün, ungefleckt oder grob dunkelbraun gefleckt, lanzettlich bis eiförmig, 10-22 cm lang. Die unteren 4-8 sind rosettig genähert, die oberen 2-3 umfassen den Stängel scheidig. Blütenähre dicht, zylindrisch, bis 50blütig. Tragblatt häutig, etwa so lang wie der Fruchtknoten. Blüten “barock” geformt, Blütenblätter leuchtend violett, oft auch heller, manchmal dunkelpurpurn. Die beiden seitlichen Sepalen sind zurückgeschlagen und aufwärts gerichtet, das mittlere gemeinsam mit den Sepalen über das Säulchen gewölbt. Lippe 7-15 mm lang und 8-18 mm breit, rundlich, wellig ausgerandet, im vorderen Drittel dreilappig, im Zentralbereich meist weiß und dunkelviolett gepunktet. Sporn schlank, keulenförmig abgestumpft und aufwärts gerichtet.
Standort:
Standortansprüche sehr flexibel: in Laubwäldern, lichte Wäldern und Gebüschen, an Waldrändern, auf extensiven Bergwiesen, auf Kalk-Halbtrockenrasen, an felsigen Hängen und auch an Straßenrändern. Die Art bevorzugt Kalk- und Basaltböden, kommt aber auch auf Buntsandstein vor.
Verbreitung und Bestandssituation:
Das Manns-Knabenkraut ist gegenwärtig eine unserer häufigeren Orchideen und kommt auch noch in bedeutenden Beständen vor. Das liegt vor allem an ihrer Flexibilität bezüglich Standortwahl und Klimaansprüchen, aber auch daran, daß sie sogar tolerant gegenüber einem gewissen Maß an Immisionen ist, weshalb sie oft in Straßengräben und manchmal auch am Rande intensiv genutzter Wiesen auftritt. Freilich ist auch sie im Vergleich zu früher schon dezimiert worden. Am häufigsten kommt die Art in den mittleren und höheren Lagen vor, in tiefen Lagen mit warmem Klima ist sie offenbar wesentlich seltener. In den wärmsten Regionen (Saaletal) wächst das Manns-Knabenkraut hauptsächlich halbschattig, mit zunehmender Höhe verlagert sich der Schwerpunkt der Vorkommen auf voll besonnte Standorte.
Gefährdung:
In der Rhön ist das Manns-Knabenkraut aufgrund ihrer Verbreitung und Häufigkeit nicht gefährdet. Durch die Umwandlung von Wiesen in Intensivgrünland oder Ackerland, aber auch durch Nutzungsaufgabe, Verbrachung und Verbuschung sind jedoch auch bei dieser Art bereits Bestandsrückgänge zu verzeichnen. In jüngster Zeit wurde an mehreren Stellen leider auch wieder das Ausgraben der Knollen zur Salepgewinnung beobachtet. |

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Hybride:
Orchis mascula (L.) L. × Orchis pallens L.
(Orchis × loreziana Bruegger 1874 oder Orchis × haussknechtii M. Schulze 1885), Manns- × Blasses Knabenkraut. Nachweise an gemeinsamen Standorten auf der Meininger Muschelkalktafel. Gelegentlich wurde von Funden einer angeblichen Hybride mit dem Kleinen Knabenkraut (Anacamptis morio) berichtet; die Existenz bzw. überhaupt die genetische Möglichkeit dieser Hybride ist jedoch sehr zweifelhaft.
Variabilität:
Farbvarianten des Manns-Knabenkrautes sind recht oft anzutreffen, beispielsweise die weiß blühende var. alba. Auch dunkler gefärbte Exemplare sind manchmal anzutreffen.
Problematik:
Immer wieder wird auch von Funden des Prächtigen Knabenkrautes Orchis mascula subsp. speciosa berichtet; nach derzeitigem Stand gehört die Rhön aber nicht zum Verbreitungsgebiet dieser Sippe. Die nicht besonders deutliche Arealgrenze dieser beiden vikariierenden Sippen verläuft in Deutschland ungefähr vom Bodensee zum Bayerischen Wald. Das Prächtige Knabenkraut unterscheidet sich in folgenden Merkmalen von der Nominatsippe: Pflanze zierlicher und eleganter; Blätter ungefleckt, zum Grund hin meist mit kleinen schwarzroten Strichen. Stängel oben purpurn überlaufen. Blütenähre etwas aufgelockert und wirr aussehend. Blüten: Sepalen vorstehend, 12-16 mm lang, lang zugespitzt und unregelmäßig aufgebogen. Lippe eher länglich, Mittellappen deutlich weiter vorgezogen als die Seitenlappen. Tatsächlich findet man manchmal signifera-ähnliche Pflanzen in Orchis mascula-Populationen, doch sind dies bislang immer Einzelfälle, die eher als Spielformen zu bewerten sind.
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