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Etymologie:
Orchis: von gr. όρχις orchis = Hoden; militaris: von lat. miles = Soldat.
Merkmale:
Kräftiges, sehr auffälliges Knabenkraut. 3-6 frischgrüne, glänzende Rosettenblätter, etwa 8-14 cm lang und 2-4,5 cm breit. Nach oben folgen 1-2 scheidige Stängelblätter. Infloreszenz eiförmig bis zylindrisch, etwa 10-40blütig. Tragblätter klein, häutig. Typisch für die Blüte ist der Farbkontrast des silbergrauen Helmchens und der rosaroten Lippe. Diese ist 10-15 mm lang, tief dreilappig, wobei der Mittellappen nochmals gespalten ist und ein Zähnchen zwischen beiden Zipfeln trägt. Das Zentrum der Lippe ist weißlich und mit dunkelroten Papillenbüscheln besetzt. Sporn abwärts gerichtet, etwa so lang wie der Fruchtknoten.
Standort:
Auf trockenen bis mäßig frischen kalkreichen Böden. Wächst bevorzugt auf Magerwiesen und Kalk-Halbtrockenrasen, zwischen Weinbergen, im lichten Gebüsch und an Waldrändern, in tieferen Lagen auch in lichten Laub- und Nadelwäldern. Manchmal an Straßenrändern.
Verbreitung und Bestandssituation:
Das Helm-Knabenkraut ist in den Kalkgebieten der südlichen und südöstlichen Rhöngegenden eine recht häufige Orchideenart, im eher atlantisch beeinflussten Westteil unseres Gebirges ist sie dagegen selten. Dies bestätigt die Häufigkeitsverhältnisse von Helm- und Purpur-Knabenkraut im Bereich der deutschen Mittelgebirgsschwelle: Das Helm-Knabenkraut wird nordwärts seltener, während das Purpur-Knabenkraut in etwa umgekehrt proportional häufiger wird. Gerade in der Rhön ist diese gegensätzliche Verbreitung der beiden Arten sehr deutlich ausgeprägt: Das Helm-Knabenkraut bevorzugt das Tal der Fränkischen Saale und die Ränder der Mainfränkischen Platte; hier ist das Purpur-Knabenkraut selten. Umgekehrt ist es in der nördlichen und östlichen Vorderrhön, hier tritt das Helm-Knabenkraut recht selten und manchmal nur singulär auf. Nur im Bergwinkel sind beide Arten etwa zu gleichen Teilen vertreten. In der Kuppenrhön werden immer wieder Einzelpflanzen beobachtet, stabile Populationen sind hier selten, doch ausgerechnet an einem der höchstgelegenen Kalk-Halbtrockenrasen im Wasserkuppengebiet (etwa 750 m ü. NN) hat diese Art ein kleines Vorkommen.
Gefährdung:
Im Saaletal und Bergwinkel kaum gefährdet, in den übrigen Gebieten stark gefährdet oder gar vom Aussterben bedroht.
Variabilität:
Selten wurden in der Rhön Farbvarianten des Helm-Knabenkrautes gefunden, beispielsweise die weiß blühende var. albiflora. |
 
 

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Hybriden:
Orchis militaris L. × Orchis purpurea Huds.
(Orchis × hybrida), Helm-Knabenkraut × Purpur-Knabenkraut. Selten am südlichen, südwestlichen und östlichen Gebietsrand, jedoch konstant und mitunter zahlreich auftretend.
Orchis militaris L. × Orchis anthropophora (L.) All.
(Orchis × spuria), Helm-Knabenkraut × Ohnsporn. Nachweise an zwei Stellen in der Thüringer Rhön sowie an einer Stelle im Fränkischen Saaletal, hier inzwischen wieder erloschen (angesalbt?).
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