Orchideen der Rhön:
Purpur-Knabenkraut – Orchis purpurea

18. November 2008

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Familie Orchidaceae
Gültiger Name Orchis purpurea Huds. 1762
Basionym Orchis purpurea Huds. 1762
Synonyme Orchis fuscata Pall. 1773
Orchis fusca Jacq. 1776
Orchis moravica Jacq. 1785
Strateuma grandis Salisb. 1812
Orchis maxima K.Koch 1846
Deutsche Namen Purpur-Knabenkraut, Purpurorchis
Blütezeit Anfang Mai – Ende Mai
Wuchshöhe 20 – 90 cm
Blütengröße 17 – 23 mm
Pflanzengesellschaften V Mesobromion
V Geranion sanguinei
V Alno-Ulmion
Florenelement mediterran orientalisch submediterran pannonisch danubisch mittelatlantisch südatlantisch subatlantisch zentraleuropäisch
Rote Listen Deutschland: 3- (gefährdet)
Bayern: 3 (gefährdet)
Hessen: 3 (gefährdet)
Thüringen: * (ungefährdet)
Situation in der Rhön Verbreitungskarte:
basierend auf 198 Meßtischblatt-Quadranten.
Fundnachweise:
bis 1975
1975 bis 1990
seit 1990
Verbreitung:
aktuell: 25% der MTBl.-4tel
verschollen: 16%
Höhenverbreitung:
von ca. 200 m bis 700 m
Gefährdung:
3 (gefährdet)

 

 

 

 

 

 

 
Etymologie:
Orchis: von gr. όρχις orchis = Hoden; purpurea: von lat. purpureus = purpurrot.

Merkmale:
Große, schlank wachsende Pflanze. Sehr große, 6-25 cm lange glänzend frischgrüne, ovale bis breit lanzettliche Blätter. Meist 3-6 Rosettenblätter (bei manchen Exemplaren auch deutlich mehr) und 1-2 scheidige Stängelblätter. Blütenstand dicht- und reichblütig. Tragblatt etwa so lang wie der Fruchtknoten. Blüten ziemlich groß. Sepalen und Petalen bilden einen dunklen schwarzrotbraunen bis purpurvioletten Helm. Lippe 9-20 mm lang und 11-22 mm breit, tief dreilappig, in der Form sehr variabel, weißlich (besonders zur Mitte hin), mit dunkelroten Papillenbüscheln besetzt. Seitenlappen schmal, Mittellappen großflächig und nochmals gespalten mit kleinem Zähnchen zwischen beiden Enden. Sporn 3-8 mm lang, abwärts gerichtet.

Standort:
Lichte Laub- und Mischwälder, grasige Waldlichtungen, auch Säume und Magerrasen. Bevorzugt halbschattige Bereiche, wächst auf frischen bis mäßig trockenen, kalkreichen Böden in klimatisch günstiger Lage.

Verbreitung und Bestandssituation:
In der Rhön ist das Purpurknabenkraut zwar nicht besonders selten, aber doch recht lückenhaft verbreitet. Die größten Häufigkeiten werden im Bergwinkel, im Nüsttal und in der Meininger Gegend erreicht. In der Kuppenrhön und in der nördlichen
Vorderrhön ist die Art auch zerstreut vertreten, im Saaletal ist sie eher selten und vereinzelt zu finden; auffallend ist außerdem eine Verbreitungslücke in den Kalkgebieten östlich der Hohen Rhön. Im Gegensatz zum Helm-Knabenkraut ist das Purpur-Knabenkraut an tiefere Lagen gebunden, nur ausnahmsweise dringt es über Höhen von 500 m. ü. NN vor. Das Purpur-Knabenkraut kommt zwar oft in naturnahen südexponierten Kalkbuchenwäldern vor, die besten Populationsstärken werden aber an sonnigen, warmen Waldrändern und auf buschreichen Magerrasen erreicht. In diesen Habitaten dankt die Orchidee gute Biotoppflege mit deutlichen Bestandszuwächsen und reicher Blüte.

Gefährdung:
In der Rhön ist das Purpur-Knabenkraut potentiell gefährdet.

Variabilität:
Auch vom Purpur-Knabenkraut werden öfters Farb- und Strukturvarianten gefunden, beispielsweise die weiß blühende var. albiflora.
 


 
Hybriden:
Orchis purpurea Huds. × Orchis militaris L.
(Orchis × hybrida), Purpur-Knabenkraut × Helm-Knabenkraut. Selten am südlichen, südwestlichen und östlichen Gebietsrand, jedoch konstant und mitunter zahlreich auftretend.

Mehr zu dieser Art:
» m-klueber.de | Fotos aus der Rhön in der Bilddatenbank ansehen
» de.wikipedia.org | Purpur-Knabenkraut