Orchideen der Rhön:
Herbst-Wendelähre – Spiranthes spiralis

25. November 2008

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Familie Orchidaceae
Gültiger Name Spiranthes spiralis (L.) Chevall. 1827
Basionym Ophrys spiralis L. 1753
Synonyme Epipactis spiralis (L.) Crantz 1769
Gyrostachys spiralis (L.) Kuntze 1891
Ibidium spirale (L.) Salisb. 1812
Neottia spiralis (L.) Sw. 1805
Serapias spiralis(L.) Scop. 1772
Spiranthes autumnalis
(Balb.) Rich. 1817
Deutsche Namen Herbst-Wendelähre, Herbst-Drehwurz, Herbst-Schraubenstendel
Blütezeit Mitte August – Ende September
Wuchshöhe 6 – 30 cm
Blütengröße 4 – 6 mm
Pflanzengesellschaften V Mesobromion
V Violion caninae
V Molinion caeruleae
Florenelement mediterran submediterran südatlantisch mittelatlantisch subatlantisch zentraleuropäisch
Rote Listen Deutschland: 2 (stark gefährdet)
Bayern: 3 (gefährdet)
Hessen: 2 (stark gefährdet)
Thüringen: 1 (vom Aussterben bedroht)
Situation in der Rhön Verbreitungskarte:
basierend auf 198 Meßtischblatt-Quadranten.
Fundnachweise:
bis 1975
1975 bis 1990
seit 1990
Verbreitung:
aktuell: 1% der MTBl.-4tel
verschollen: 16%
Höhenverbreitung:
von ca. 300 m bis 800 m
Gefährdung:
1 (vom Aussterben bedroht)

 

 

 

 
Etymologie:
Spiranthes: von gr. σπείρα speira = Windung und ανθός anthos = Blüte; spiralis: von lat. spiralis = spiralförmig.

Merkmale:
Kleine, zierliche Pflanze. 3-7 eiförmig-lanzettliche, vorn zugespitzte blaugrüne rosettig angeordnete Blätter (bis 4 cm lang). Der Blütenstängel steht neben (!) der jungen diesjährigen Blattrosette, er entwächst der bereits abgestorbenen letztjährigen Rosette. 3-7 scheidige Schuppenblätter sind am Stängel verteilt. Charakteristisch ist die mehr oder weniger ausgeprägt spiralförmige Blütenähre mit 6-30 Blüten. Tragblatt länger als der Fruchtknoten. Blüten weißlich mit 4-7 mm langen Perianthblättern. Seitliche Sepalen spreizend, mittleres Sepal, Petalen und Lippe röhrig zu-sammenneigend. Lippe rundlich, gelblichgrün mit weißem, gekräuseltem Rand, am Grund mit zwei kleinen Warzen, am Rand hochgebogen.

Standort:
Kurzrasige Schafweiden, Heiden, Sandmagerrasen und Magerwiesen. Auf mäßig trockenen, sauren, neutralen oder kalkhaltigen Böden wachsend. Nur in kurzrasigen Pflanzengesellschaften vorkommend. Vorzugsweise auf Schafweiden, aber nicht – wie manchmal behauptet – an Schafdung gebunden.

Verbreitung und Bestandssituation:
Spiranthes spiralis ist bei uns – wie überall in Deutschland – stark zurückgegangen. Früher kam sie in der Rhön offenbar zerstreut vor, heute steht sie kurz vor dem Verschwinden. In jüngster Zeit wurde sie nur noch im Bergwinkel und an der Fränkischen Saale bestätigt. Die meisten der ehemaligen Standorte sind heute entweder intensiv oder aber gar nicht mehr landwirtschaftlich genutzt. Mit dem Brachfallen der Flächen erliegen die kleinen Pflänzchen sehr schnell dem Konkurrenzdruck hochwüchsiger Kräuter. Die meisten Bestände wuchsen bzw. wachsen auf sandigen Böden, als Begleitpflanze werden fast immer Augentrost (Euphrasia spec.) und Hauhechel (Ononis spec.) genannt.

Gefährdung:
Spiranthes spiralis ist im Gebiet vom Aussterben bedroht und in den Kerngebieten der Rhön bereits verschwunden.

Mehr zu dieser Art:
» m-klueber.de | Fotos aus der Rhön in der Bilddatenbank ansehen
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» de.wikipedia.org | Herbst-Drehwurz