Orchideen der Rhön:
Variabilität

29. Juni 2008

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Wie kaum eine andere Pflanzenfamilie konfrontieren uns die Orchideen mit einer Fülle von Merkmalsabwandlungen innerhalb einer einzigen Art. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Farb- und Strukturvarietäten.
 

 

 
Varietäten lenken dank ihres meist vereinzelten Auftretens die Aufmerksamkeit auf sich. Farbvariationen können unterschiedlichste Ursachen haben, sie kommen prinzipiell bei allen Arten vor. Am häufigsten treten sie in Form von Zeichnungsmustern der Blütenlippen auf. Ein Defekt in der Kette der chemischen Farbstoffsynthese führt dagegen zu heller oder ganz weißer Blütenfarbe (Hypochromie / Unterpigmentierung), doch auch Überfärbungen sind möglich (Hyperchromie / Überpigmentierung). Bildet eine Pflanze kein Chlorophyll aus, so erscheint die gesamte Pflanze blaß. Die Palette der Strukturvariationen reicht von einfachen Abweichungen der Lippenform und des Lippenreliefs über dimensionale Anomalien bis hin zu extremen Monstrositäten (z. B. Fehlbildung von Blütenblättern). Oftmals treten Farb- und Strukturvariationen auch gepaart auf. Bei der Bienen-Ragwurz (Ophrys apifera) beobachtet man eine Häufung von verschiedensten Variationen.
 
Beobachtet man Varietäten über längere Zeit, kann man feststellen, ob es sich nur um saisonale oder aber um konstante Variationen handelt. Im letzteren Falle muß davon augegangen werden, daß die Variation im Erbgut verankert ist. Viele Formen und Variationen von Orchideen haben eine eigene taxonomische Einordnung erfahren; man kann darüber streiten, ob dies vom biologischen Standpunkt her sinnvoll ist.
 
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