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Wenn wir unsere einheimischen Orchideen unter chorologischen Aspekten betrachten, können wir die einzelnen Arten in einen Großzusammenhang von Raum, Zeit und Vegetation stellen. Dabei wird deutlich, dass das gegenwärtige Spektrum der Orchideen innerhalb der heimischen Pflanzenwelt nur einen Zwischenstand in der stetigen Abfolge von Prozessen abiotischer und biotischer Natur repräsentiert.
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Die Zusammensetzung unserer Orchideenflora war in der Vergangenheit einem stetigen Wandel unterworfen und wird es auch in Zukunft weiterhin sein. Mitteleuropa wurde in den jüngsten Jahrmillionen mehrfach von Eiszeiten überrollt, und nach jedem Kälteereignis mussten sich Flora und Fauna wieder neu formieren. Ehemals in Mitteleuropa vorkommende Arten wichen vor der eiszeitlichen Kälte und Trockenheit nach Süden aus, kehrten nach Klimaverbesserungen wieder in unsere Breiten zurück und mussten in der nächsten Kälteperiode wieder ausweichen. Bei diesem alternierenden »Hin und Her« sind Arten auf der Strecke geblieben, die den Weg um die Hochgebirgsbarrieren herum nicht mehr fanden. Darunter waren sicher auch Orchideen, denn die Artenanzahl Mitteleuropas ist verglichen mit temperaten Zonen Nordamerikas und Ostasiens eher gering. Gattungen, die dort in größerer Mannigfaltigkeit vorkommen, sind bei uns nur durch eine oder wenige Arten repräsentiert: Cypripedium, Corallorrhiza, Neottia, Listera, Herminium, Spiranthes und Goodyera. Vielleicht war die eine oder andere Art, die heute noch in den Rocky Mountains oder in den ostasiatischen Bergländern vorkommt, früher in Mitteleuropa heimisch – so wie beispielsweise auch die Magnolie, die Hickorynuss, der Mammutbaum oder die Ölweide.
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Im Laufe der mitteleuropäischen Kulturgeschichte hat der Mensch durch Jagd, Landwirtschaft, Rodung, Siedlung und durch die Nutzung fast aller Landschaftsteile zwischen Küste und Hochgebirge zunächst die biotischen, später aber auch abiotische Umweltfaktoren verändert. Die Anpassung der heimischen Flora an diese Veränderungen durch den Menschen vollzog und vollzieht sich ganz unterschiedlich. Die extensive Wiesen- und Weidewirtschaft vergangener Jahrhunderte begünstigte nicht nur zahlreiche Wiesenpflanzen, sondern auch die schönen Orchideen der Flachmoore und der Kalk-Halbtrockenrasen, die vor der menschlichen Sesshaftwerdung gar nicht oder nur selten vorkamen. Aber auch Arten, die sehr gut in den Wäldern existieren können, fanden im extensiven Grünland geeignete Sekundärlebensräume. Durchaus nicht immer waren präindustrielle Bewirtschaftsmethoden den Orchideenvorkommen zuträglich, aber insbesondere mit der Intensivierung der Landwirtschaft im vergangenen Jahrhundert wurden sehr empfindliche Arten wieder zurückgedrängt. Schwieriger nachvollziehbar sind die Veränderungen, die für uns nicht unmittelbar wahrzunehmen sind: Luft- und Wasserverschmutzung tragen ebenfalls zu Artenrückgängen bei, das Verschwinden von früher verbreiteten Arten aus intakt erscheinenden Biotopen verdeutlicht das. Eine ganze Reihe von Orchideen kommt aber auch in den potentiell-natürlichen Vegetationen vor; dazu gehören bei uns vor allem die Arten der Laubwälder, aber auch die wenigen, die in Fels- und Hochmoorvegetationen leben können.
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Wie jedes Lebewesen reagiert die einzelne Orchidee auf abiotische Faktoren wie Landschaftsmorphologie, Bodenbeschaffenheit, Klima, Luft, Licht, Wasser und auf biotische Faktoren wie Bodenreaktion, Feuchtigkeits-, Lichthaushalt und Vegetation. Mit seinen physiologischen und ökologischen Eigenschaften und mit seiner Anpassungsfähigkeit trägt jedes Individuum auch selbst zur Verbreitungs- und Häufigkeitssituation seiner Art bei. Arten und Populationen verändern sich im Wechselspiel ihrer eigenen evolutiven Entwicklungen und des beständigen Wandels ihrer Lebensräume – auch in den vergleichsweise kurzen Zeiträumen, die wir seit Beginn der botanischen Forschungen überblicken können.
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Die Orchideenflora der Rhön setzt sich – grob zusammengefasst – aus typisch mitteleuropäischen, aus kontinental-eurasiatischen, aus boreal-zirkumpolaren und aus atlantisch-submediterranen Arten zusammen.
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Zu den charakteristischen »Mitteleuropäern« gehören einige der häufigeren Arten wie Manns-Knabenkraut (Orchis mascula) und Fliegen-Ragwurz (Ophrys insectifera). Auch die drei Waldvögelein-Arten (Cephalanthera damasonium, C. longifolia und C. rubra) sowie einige der Stendelwurz-Arten (Epipactis purpurata, E. muelleri, E. leptochila und E. neglecta) gehören zu dieser Gruppe, des Weiteren noch sehr seltene beziehungsweise ausgestorbene wie Herbst-Wendelähre (Spiranthes spiralis) und Holunder-Knabenkraut (Dactylorhiza sambucina).
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Eine ganze Reihe der heimischen Arten kommt hauptsächlich im eher kontinentalklimatisch geprägten Osteuropa vor, viele von ihnen dringen sogar bis weit nach Asien vor. Darunter sind relativ häufige Arten wie Braunrote (Epipactis atrorubens) und Breitblättrige Stendelwurz (E. helleborine), Nestwurz (Neottia nidus-avis), Großes Zweiblatt (N. ovata) und Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea), außerdem die beiden Waldhyazinthen (Platanthera bifolia und chlorantha), das Helm-Knabenkraut (Orchis militaris), die seltenen Arten Sumpf-Stendelwurz (Epipactis palustris), Honigorchis (Herminium monorchis) und Brand-Knabenkraut (Neotinea ustulata) sowie die beiden ausgestorbenen Arten Wanzen- (Anacamptis coriophora) und Sumpf-Knabenkraut (A. palustris).
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Weitere der heimischen Orchideenarten kommen vorwiegend in den borealen Gebieten der Nordhalbkugel vor: Frauenschuh (Cypripedium calceolus), Korallenwurz (Corallorhiza trifida), Sumpf-Weichblatt (Hammarbya paludosa), Grüne Hohlzunge (Dactylorhiza viridis), Weißzüngel (Pseudorchis albida) und Kriechendes Netzblatt (Goodyera repens) sowie der nicht aktuell bestätigte Widerbart (Epipogium aphyllum) und das ausgestorbene Kleine Zweiblatt (Listera cordata). Ebenso wie die kontinental-eurasiatische Artengruppe haben auch diese Orchideen große Verbreitungsgebiete; im Unterschied zu jenen Arten kommen diese hier aber nicht in mediterranen Regionen vor, sondern sind an kühlere Klimata gebunden. Obwohl keine einzige Art dieser Gruppe bei uns häufig ist, gilt die Rhön für manche dieser Arten als bedeutendes Teil-Verbreitungsgebiet in Deutschland, die betreffenden Vorkommen haben somit weit überregionale Bedeutung. Die Unterfamilie der Cypripedioideae kommt nur mit einer Art bei uns vor, dem Frauenschuh (Cypripedium calceolus). Aus der Unterfamilie der Epidendroideae sind drei Triben ebenfalls nur mit einer Art vertreten: Von den Calypsoeae die Korallenwurz (Corallorhiza trifida), von den Gastroideae der Widerbart (Epipogium aphyllum) und von den Malaxideae das Sumpf-Weichblatt (Hammarbya paludosa).
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Wer an mediterrane Orchideen denkt, dem fallen natürlich als Erstes die Ragwurz-Arten (Ophrys insectifera, O. apifera, O. fuciflora, O. sphegodes und O. araneola) ein, aber auch Bocks-Riemenzunge (Himantoglossum hircinum), Ohnsporn (Orchis anthropophora), Pyramiden-Orchidee (Anacamptis pyramidalis), Dreizähniges (Neotinea tridentata) und Purpur-Knabenkraut (Orchis purpurea); die Kleinblättrige Stendelwurz (Epipactis microphylla) gehört ebenfalls dazu. Bis auf die letztgenannte sind es allesamt Arten, die vorwiegend auf Kalk-Halbtrockenrasen wachsen. Das ist nicht verwunderlich, da unsere Halbtrockenrasen die »gemäßigten« Pendants zu den mediterranen Garigues oder Macchien sind.
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Auffällig ist, dass aus der mediterranen Gruppe keine einzige Orchideenart in der Rhön ausgestorben ist – im Gegenteil: Einige dieser Arten kamen zu Goldschmidts Zeiten noch gar nicht in der Rhön vor, sie sind aber derzeit in Deutschland auf dem Vormarsch. Ohnsporn (Orchis anthropophora) und Bocks-Riemenzunge (Himantoglossum hircinum) traten zunächst in den wärmeren Rhöngegenden auf, inzwischen haben sie auch die kühleren nordwestlichen Rhöngebiete erreicht und sind in ihrer Gesamtverbreitung schon bis nach Niedersachsen vorgedrungen. Auch beim Dreizähnigen Knabenkraut (Neotinea tridentata) sind gewisse Ausbreitungstendenzen zu beobachten, doch diese Art kommt nicht vom Südwesten her zu uns, sondern sie ist inselartig in Mitteldeutschland verbreitet und dringt von Nordosten her bis an die Rhön vor. Die Hummel-Ragwurz (Ophrys fuciflora) hat ihre Arealgrenze derzeit in der Rhön; weiter nordöstlich sind bislang nur Ansalbungen dieser Art bekannt. Eine weitere Art, die vor wenigen Jahrzehnten nur im äußersten Südwesten Deutschlands vorkam, steht quasi schon vor unserer Haustür: Das Affenknabenkraut (Orchis simia) ist inzwischen in den meisten Teilen Baden-Württembergs bis ins Taubertal verbreitet, und auch im Rhein-Main-Gebiet gelang in 2006 ein Fund.
Als Grund für diese auffälligen Entwicklung wird in jüngeren Publikationen meist die Klimaentwicklung der letzten Jahre mit milderen Wintern und wärmeren Sommern angeführt. Dieser Erklärungsansatz ist sicherlich nicht falsch, er greift aber vielleicht etwas zu kurz, denn schließlich herrscht in Arealrandpopulationen ein erhöhter Selektionsdruck, der die ökologische Dynamik der Individuen anfacht – gerade bei entwicklungsgeschichtlich jungen Pflanzen wie den Orchideen.
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Durch die Vielfalt der Klimate und Lebensräume – sowohl natürlicher wie auch anthropogener Habitate – kommen in der heutigen Rhönlandschaft Tier- und Pflanzenarten unterschiedlichster Ansprüche vor, und das gilt auch für die Orchideen. Die Rhön als ein »Sammelbecken« der mitteleuropäischen Pflanzenwelt: die Orchideen repräsentieren, was für die Gesamtheit der Flora gilt. Unsere Gegend liegt an der Grenze mehrerer Florenregionen und hat Anteil an den Artenspektren der angrenzenden Regionen. Diese Grenze ist auch für den Naturfreund unmittelbar wahrnehmbar, sie äußert sich in der offensichtlichen Bevorzugung der westlichen oder östlichen Rhöngebiete durch einige Arten. Kriechendes Netzblatt (Goodyera repens) und Blasses Knabenkraut (Orchis pallens) sind gute Beispiele für Arten, die östlich des Rhön-Hauptkammes vorkommen, Grüne Hohlzunge (Dactylorhiza viridis) und Brandknabenkraut (Neotinea ustulata) bevorzugen dagegen die westlichen Teile des Gebietes.
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In der Rhön rücken Orchideenarten mit extrem unterschiedlichen Verbreitungsmustern sehr eng zusammen. So gehört die Korallenwurz (Corallorhiza trifida) zu den wenigen Arten, die sich bis an den Rand des ewigen Eises der Arktis vorgewagt haben: sogar auf Grönland kommt sie vor. Der Ohnsporn (Orchis anthropophora) dagegen streift mit seinem Verbreitungsareal die Sahara, er ist bis nach Tunesien, Algerien und Marokko zu finden und wächst gern in den heißesten Lebensräumen unseres Kontinents, den mediterranen Garigues. In der Rhön aber kommen beide räumlich unmittelbar beieinander vor. Sowohl im Nüsttal als auch am Rande der Hochrhön wachsen Korallenwurz und Ohnsporn nur wenige Schritte voneinander entfernt, sie sind nur durch ihre unterschiedlichen ökologischen Ansprüche voneinander getrennt: Buchenwald und Kalk-Halbtrockenrasen. Vielleicht ist das nicht nur in der Rhön so, aber dieses Beispiel zeigt doch recht prägnant, welch unterschiedliche Arten bei uns vorkommen und wie sie mit ihren Ansprüchen auch bei uns geeignete Lebensräume finden können.
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An isolierten Fundorten kommen Sumpf-Weichkraut (Hammarbya paludosa) und Widerbart (Epipogium aphyllum) vor; sie sind in ganz Deutschland nur noch an wenigen Stellen zu finden. Bei einigen Arten wie Korallenwurz (Corallorhiza trifida), Honigorchis (Herminium monorchis), Kriechendem Netzblatt (Goodyera repens) oder Kleinblättriger Stendelwurz (Epipactis microphylla) bilden die Rhöner Vorkommen ein wichtiges Teilareal innerhalb Deutschlands, früher galt dies auch für die Grüne Hohlzunge (Dactylorhiza viridis) und das Weißzüngel (Pseudorchis albida), die beide mittlerweile aber sehr selten geworden sind.
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Arealgrenzen verschieben sich aufgrund größerer geobotanischer Zusammenhänge, Häufigkeiten verändern sich hingegen durch direktes menschliches Tun und Lassen. Die Orchideen der Wiesenstandorte hatten ihr ökologisches Optimum in Zeiten extensiver Wiesen- und Weidewirtschaft, und auch Sumpforchideen sind durch die Bewirtschaftung von nassen Hang- und Talwiesen begünstigt worden. Viele Arten des offenen Grünlandes würden ohne menschliche Landschaftskultivierung bei uns kaum geeignete Lebensräume finden; wieder andere Arten kommen zwar auch in naturnahen Wäldern vor, sind jedoch auf mageren Wiesen häufiger und vitaler.
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Konkurrenzschwache und empfindliche Arten wie etwa Honigorchis (Herminium monorchis) oder Herbst-Wendelähre (Spiranthes spiralis) kommen nur auf besonders mageren Böden vor; sie sind bis auf ganz wenige Restpopulationen zurückgedrängt. Holunder-Knabenkraut (Dactylorhiza sambucina), Grüne Hohlzunge (D. viridis) und Weißzüngel (Pseudorchis albida) sind leider exzellente Beispiele für das Verschwinden von Arten aus intakt erscheinenden Lebensräumen. Hier liegen die Ursachen möglicherweise in Schadstoffimmissionen aus Luft und Regen, die für eine gewisse »Düngung« und stärkeren Pflanzenwuchs sorgen und somit den konkurrenzschwachen Orchideen den Garaus machen.
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In einschlägigen Publikationen wurde jahrzehntelang über die landwirtschaftliche Intensivierung als Hauptursache für die Rückgänge der Orchideenvorkommen geklagt, heute jedoch sind die verbliebenen Lebensräume vielmehr durch vollständige Nutzungsaufgabe bedroht, die Biotoppflege scheint in Zeiten knapper Kassen mehr und mehr zum Luxus zu werden. Trotz ehrenamtlichen Einsatzes von Naturfreunden und trotz großer finanzieller Aufwendungen seitens der zuständigen Behörden können nicht mehr alle erhaltenswerten Gebiete gepflegt werden, und so werden auch in der Rhön, wo der Biotoppflegezustand im Allgemeinen noch vergleichsweise gut ist, ökologisch wertvolle und für den Schutz bestimmter Arten eigentlich unverzichtbare Gebiete aufgegeben.
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Unsere einheimische Flora und Fauna hat im Laufe der mitteleuropäischen Erd- und Kulturgeschichte allerhand Veränderungen durchgemacht, das Bild unserer Landschaft hat sich stetig gewandelt, Qualität und Quantität der Lebensräume haben sich verändert. Dank Forschung und Kartierung kennen wir heute wichtige Zusammenhänge von Geobotanik und Ökologie, von Populationsdynamik und Bedrohung unserer Orchideenvorkommen, und dennoch können ehrenamtliches Engagement und gesetzlich verankerter Arten- und Biotopschutz nicht immer erfolgreich umgesetzt werden. Vielleicht stehen wir gerade jetzt, in Zeiten gesellschaftlichen Umbruchs und wirtschaftlicher Globalisierung, an einem Wendepunkt im Arten- und Biotopschutz: Nicht nur wir Menschen, sondern auch unsere heimischen Orchideen werden darauf reagieren müssen.
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Einige Arten im Arealvergleich:
Orchis mascula Hammarbya paludosa
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Orchis mascula (blau, weiße Einzelpunkte) ist gesamteuropäisch mit Verbreitungsschwerpunkt und Arealzentrum in Deutschland.
Hammarbya paludosa (orange, schwarze Einzelpunkte) ist boreal-zirkumpolar verbreitet und kommt als kältezeitliches Relikt in mitteleuropäischen Mooren vor.
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Spiranthes spiralis Herminium monorchis
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Spiranthes spiralis (blau, weiße Einzelpunkte) ist eine mediterran-mitteleuropäische Art.
Herminium monorchis (orange, schwarze Einzelpunkte) ist asiatisch-osteuropäisch verbreitet und kommt in Westeuropa nur selten vor.

Pseudorchis albida Neotinea tridentata
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Pseudorchis albida (orange, schwarze Einzelpunkte) ist eine nordisch-alpine Art mit Vorpostenstandorten in den Mittelgebirgen.
Neotinea tridentata (blau) ist eine mediterrane Art mit Teilarealen in Deutschland, sie dringt von Nordosten her bis an den Rand derRhön vor.

Ophrys araneola Ophrys insectifera
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Ophrys araneola (orange) kommt von Nordspanien bis Südwestdeutschland vor, die Rhön liegt an der Arealgrenze.
Ophrys insectifera (blau, weiße Einzelpunkte) ist mitteleuropäisch, im Mittelmeerraum selten und dringt als einizge Ragwurz-Art bis nach Nordeuropa vor, die nördlichsten Fundpunkte liegen am Polarkreis.
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Corallorhiza trifida Orchis anthropophora
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Corallorhiza trifida (Areal blau, weiße Einzelpunkte) hat ein sehr großes zirkumpolares Verbreitungsgebiet, kommt in borealen Zonen vor und strahlt in den Gebirgen südwärts aus.
Orchis anthropophora (Areal orange) ist mediterran und dringt im gemäßigten Westeuropa etwas nach Norden vor. Die Rhön liegt am Arealrand.
Corallorhiza trifida wächst am Rand der Gletscher Grönlands, Orchis anthropophora dringt bis an den Rand der Sahara vor. In der Rhön kommen jedoch beide Arten dicht beieinander vor, sogar am gleichen Standort, nur ökologisch voneinander getrennt.
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Die Orchideen der Rhön nach chorologischen Gruppen:
mitteleuropäisch:
Anacamptis morio – Kleines Knabenkraut
Cephalanthera damasonium – Weißes Waldvögelein
Cephalanthera longifolia – Schmalblättriges Waldvögelein
Cephalanthera rubra – Rotes Waldvögelein
Dactylorhiza majalis – Breitblättriges Knabenkraut
Dactylorhiza sambucina † – Holunder-Knabenkraut
Epipactis leptochila – Schmallippige Stendelwurz
Epipactis muelleri – Müllers Stendelwurz
Epipactis neglecta – Übersehene Stendelwurz
Epipactis purpurata – Violette Stendelwurz
Gymnadenia splendida – Prächtige Händelwurz
Ophrys insectifera – Fliegen-Ragwurz
Orchis mascula – Manns-Knabenkraut
Spiranthes spiralis – Herbst-Wendelähre
osteuropäisch-asiatisch:
Anacamptis coriophora † – Wanzen-Knabenkraut
Anacamptis palustris † – Sumpf-Knabenkraut
Dactylorhiza fuchsii – Fuchs’ Knabenkraut
Dactylorhiza incarnata – Fleischrotes Knabenkraut
Epipactis atrorubens – Braunrote Stendelwurz
Epipactis helleborine – Breitblättrige Stendelwurz
Epipactis palustris – Sumpf-Stendelwurz
Gymnadenia conopsea – Mücken-Händelwurz
Herminium monorchis – Honigorchis
Neottia nidus-avis – Nestwurz
Neottia ovata – Großes Zweiblatt
Neotinea ustulata – Brand-Knabenkraut
Orchis militaris – Helm-Knabenkraut
Orchis pallens – Blasses Knabenkraut
Platanthera bifolia – Weiße Waldhyazinthe
Platanthera chlorantha – Grünliche Waldhyazinthe
nordisch-boreal:
Corallorrhiza trifida – Korallenwurz
Cypripedium calceolus – Frauenschuh
Dactylorhiza viridis – Grüne Hohlzunge
Epipogium aphyllum † – Widerbart
Goodyera repens – Netzblatt
Hammarbya paludosa – Sumpf-Weichblatt
Neottia cordata † – Kleines Zweiblatt
Pseudorchis albida – Weißzüngel
mediterran:
Anacamptis pyramidalis – Pyramiden-Orchidee
Epipactis microphylla – Kleinblättrige Stendelwurz
Himantoglossum hircinum – Bocks-Riemenzunge
Neotinea tridentata – Dreizähniges Knabenkraut
Ophrys apifera – Bienen-Ragwurz
Ophrys araneola – Kleine Spinnenragwurz
Ophrys fuciflora – Hummel-Ragwurz
Ophrys sphegodes – Spinnen-Ragwurz
Orchis anthropophora – Ohnsporn
Orchis purpurea – Purpur-Knabenkraut
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Dieser Text ist eine stark gekürzte Fassung aus dem Artikel
»Die Zusammensetzung der Rhöner Orchideenflora«,
erschienen in: »Beiträge zur Naturkunde in Osthessen«,
Band 43 (2007).
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Bezugsadresse und Bestellung:
Verlag Michael Imhof
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