Olpererhütte: Berge und Architektur

Berge und Architektur: eine Kurzreise in die Zillertaler Alpen. Im Jahr des 50jährigen Bürojubiläums zieht es 12 Mann aus dem Team von Hetterich Architekten zur neu errichteten Olpererhütte. Dort verbringen wir zwei Übernachtungen, und am Tag dazwischen steht eine Tour zum Friesenberghaus und zum Hohen Riffler an.

Nach Ankunft am Schlegeisspeicher gehen wir bei bestem Wetter (sonnig und nicht zu warm) den direkten Aufstieg zur Hütte an. Das Feld zieht sich schnell auseinander, und beim Schlussanstieg entwickelt sich plötzlich ein Wettkampf. Auf der Hüttenterrasse genießen wir erst einmal ein Bier und die großartige Aussicht über den Schlegeisspeicher hinüber zu den höchsten Zillertaler Bergen. Für viele aus der Gruppe sind derartige Eindrücke aus dem Hochgebirge ganz neu.


auf der Olpererhütte

Die 2006/2007 neu errichtete Olpererhütte ist ein besonders gelungenes Beispiel für ökologisch nachhaltiges, zeitgemäßes und dennoch der Tradition verpflichtetes Bauen im Gebirge. Dabei gibt es hier mit geringstem Energieaufwand durch Wärmerückgewinnung und Kraft-Wärme-Kopplung sogar Warmwasser für die Besucher. Die Hüttenwirtin ist voll des Lobes und auch bei den Besuchern kommt die Hütte bestens an.


Olpererhütte mit Blick auf den Schlegeisspeicher

Der erste Abend ist sehr gemütlich und recht lang, Bastian und Bernhard machen Stimmung mit der Gitarre. Draußen wird es dagegen rasch ungemütlich, kalt und regnerisch. Da wir aufgrund des instabilen Wetters fast die einzigen Gäste sind, nimmt es die Hüttenwirtin mit der Hüttenruhe auch nicht so genau und feiert mit uns noch bis Mitternacht.

Der folgende Tag beginnt für uns schon um halb sechs, da wir ein ordentliches Pensum vor uns haben. Der Blick aus dem Hüttenfenster ist großartig: zwischen den wabernden Wolkenbänken tauchen die Berge auf, und die frühe Morgensonne zaubert gleißendes Licht auf die Schneegipfel.


Zillertaler Alpen

Während des Frühstücks zieht sich der Nebelvorhang wieder zu. Bei kaltem Wind und etwas Nieselregen starten wir zum Friesenberghaus. Auf dem Weg dorthin passieren wir Blockhalden und Schneefelder. Das Gebirge zeigt sich von seiner rauen, unwirtlichen Seite, auch dies ist für die meisten aus der Gruppe eine neue Erfahrung. Spätestens jetzt ist allen Teilnehmern auch klar, warum gutes Schuhwerk auf der Ausrüstungsliste stand.

Recht bald ist das Friesenberghaus erreicht. Während ein Teil der Gruppe in der Hütte bleibt und sich aufwärmt, ziehen wir zu neunt weiter in Richtung Hoher Riffler. Immer kälter und windiger wird es, und die Wolken schütten Graupelkörner über uns aus. Gespenstisch wirkt die Szenerie mit den vielen Steinplatten am Petersköpfl. Doch dank der guten Markierung ist der Weiterweg gut zu finden. Auf halber Stecke des Anstiegs wird es den meisten doch zu heikel, und so ziehen wir zu dritt (Michael, Andreas und ich) weiter hinauf in die Schneewolken. Der Anstieg zieht und zieht sich. Obwohl ich ja schonmal hier war, kommt mir der Riffler aufgrund der widrigen Bedingungen wie ein ganz anderer Berg vor. Oben am Gipfel reißen die Wolken auf, und bei der Gipfelrast genießen wir den strahlenden Sonnenschein.


auf dem Hohen Riffler, 3234 m

Während des Abstiegs lässt der Schneefall nach, und wir sind rasch wieder auf dem Friesenberghaus, von wo wir wieder gemeinsam zurück zur Olpererhütte wandern. Da wir bei Regen und Kälte ankommen, ist der Komfort der Hütte doppelt angenehm. Wieder verbringen wir einen schönen Abend, diesmal allerdings im Kreis zahlreicher anderer Hüttengäste.


auf der Olpererhütte

Nach dem Frühstück stehen nur noch der Abstieg zum Parkplatz und die Heimfahrt auf dem Programm. Da das Wetter besser wird, entschließen wir uns, die »Neumarkter Runde« zu nehmen, einen neu angelegten Höhenweg, der hinüber ins Unterschrammachkar führt und dann durch ein märchenhaftes Hochtal hinab zum Schlegeisspeicher. Unterwegs gibt es noch einige Fotostopps wegen schöner Pflanzen, und pünktlich zum Mittag sitzen wir unten am See im Biergarten zwischen den Touristenmassen und lassen die Tour ausklingen.


Blick von der Neumarkter Runde über den Schlegeisspeicher zum Großen Möseler (3480 m)


Weißzüngel, Pseudorchis albida

Tourenübersicht: Olpererhütte

Bilder der Tour auf flickr

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2 Gedanken zu „Olpererhütte: Berge und Architektur

  1. Es hat richtig gut getan, wieder mal in die Alpen hineinzublicken. Danke für die Bilder!
    Diese Sommersaison habe ich es noch nicht in die Berge geschafft, dafür waren wir zwei sehr oft in der Rhön und dem Rhönvorland unterwegs.
    Am kommenden Wochenende geht’s nach Homburg zum Weinfest.
    Gruß, Jan

    Antwort von Marco:
    Danke! Und so bin ich wenigstens zu meinem jährlichen Dreitausenderchen gekommen, wenn derzeit schon keine Viertausender durchführbar sind.

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