Die Rhön

Rhön – der geheimnisvolle Name kommt wohl vom keltischen »raino«, Hügelland: eine reichlich prosaische Bezeichnung für ein Mittelgebirge. Und doch könnte sie nicht treffender sein, denn die Rhön hat so ziemlich alles zu bieten, was man irgendwie mit einem Hügelland in Verbindung bringen könnte, ein Mosaik von vulkanischen Kuppen, blumigen Hochplateaus, waldigen Hängen und sanft gewellten Tälern. Rhön. Im dunklen Unterton dieses Namens klingt der Eindruck von grauem Basaltfels, düsteren Moore, blumigen Wiesen und luftigen Bergmatten mit…
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Hessisches Kegelspiel –
alle Neune, die Kugel und der Spieler

Kegelsport der etwas anderen Art: Eine Gewalttour quer durch das Hessische Kegelspiel in der nördlichen Rhön. Alle Kegelberge an einem Tag. Schon vor einiger Zeit hatte Jan die Überlegung aufgebracht, alle Kegel des Hessischen Kegelspiels zu einer Tour zusammen zu fassen. Bei der Planung herrschte zunächst einmal etwas Unklarheit, welche Vulkankegel denn nun alle dazugehören. Die neun dicht beieinander stehenden Berge Kleinberg, Gehilfersberg, Morsberg, Hübelsberg, Stallberg, Appelsberg, Rückersberg, Lichtberg und Wieselsberg sind unstrittig. Manche bezeichnen den Gehilfersberg als Kugel, andere wiederum den etwas abseits stehenden Stoppelsberg. Der Soisberg wird manchmal als »Kegelkönig« bezeichnet. Summa summarum sind also elf Berge zu besteigen.
Der Artikel ist im Rhön-Magazin Herbst 2016 erschienen.
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Orchideen in der Rhön:
Netzblatt
Goodyera repens

Unter den heimischen Orchideen nimmt das Kriechende Netzblatt in verschiedener Hinsicht eine Sonderstellung ein. Als einzige hei­mische Art gehört sie zur Gruppe der so genannten »Juwelenorchi­deen«, die eher durch prächtiges Blattwerk als durch spektakuläre Blüten glänzen.
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Orchideen in der Rhön:
Herbst-Wendelähre
Spiranthes spiralis

Wenn die anderen Orchideen zusammenpacken und sich bereit für den Winter machen, geht für eine kuriose Art die Saison erst richtig los: es ist die Herbst-Wendelähre, unsere am spätesten blühende Orchidee. Im Juli treibt sie ihre Winterblätter aus, die bis in den da­rauf folgenden Frühling überdauern. Danach verwelken sie, und im August schiebt sich dann der Stängel ans Tageslicht und entfal­tet seine schraubig gedrehte Infloreszenz.
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Orchideen in der Rhön:
Honigorchis
Herminium monorchis

Die Honigorchis ist eine der seltensten und unscheinbarsten heimischen Orchideen. Sie gehört aber auch zu den ganz besonderen Schätzen der Rhöner Flora. Die kleinen gelbgrünen Blüten dieses zarten Pflänzchens duften intensiv und angenehm nach Honig. Das Art-Epitheton monorchis spielt, genau wie der ebenso gebräuchliche deutsche Name Einknolle, auf eine physiologische Eigenheit der Art an: Im Gegensatz zu vielen anderen Knollenorchideen hat die Honigorchis zur Blütezeit nur eine Knolle.
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Orchideen in der Rhön:
Weißzüngel
Pseudorchis albida

Weißzüngel – quo vadis?
In der Rhön kommen zahlreiche Pflanzen- und Tierarten vor, die den Stellenwert des Mittelgebirges als herausragenden Naturraum begründen. Arten, die anderswo gar nicht vorkommen oder längst ausgestorben sind; die in der Rhön als Indikatoren für exzellente Biotopqualität dienen und ihr Gesicht in den einschlägigen Broschüren hinhalten. Zu ihnen gehört diese Orchideenart.
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Orchideen in der Rhön:
Grünliche Waldhyazinthe
Platanthera chlorantha

Die beiden in Deutschland heimischen Waldhyazinthen sind regional unterschiedlich häufig. So ist beispielsweise im Alpenvorland Platanthera bifolia die weitaus häufigere Art; in den Mittelgebirgen ist es meist andersherum – so auch in der Rhön. Zur Charakterisierung und Unterscheidung beider Arten wollen die zahlreichen wissenschaftlichen und deutschen Begrifflichkeiten irgendwie alle nicht so recht taugen. Für die sichere Unterscheidung der habituell sehr ähnlichen Arten genügt aber schon ein Blick in die Blüten: bei dieser Art stehen die Staubbeutelfächer schräg auseinander und geben den Blick auf den Sporneingang frei.
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Orchideen in der Rhön:
Weiße Waldhyazinthe
Platanthera bifolia

Der häufig verwendete, aus der wissenschaftlichen Nomenklatur abgeleitete Name »Zweiblättrige Waldhyazinthe« ist irreführend, denn auch die andere heimische Art hat in der Regel nur zwei Blätter. Auch die Unterscheidung als Weiße und Grünliche Wald­hyazinthe ist suboptimal, denn in der Blütenfarbe unterscheiden sich beide Arten nur in Nuancen. Eindeutig ist dagegen die Stellung der Antherenfächer. Bei dieser Art stehen sie ganz eng und paral­lel, der Sporneingang ist nahezu verdeckt.
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Orchideen in der Rhön:
Holunder-Fingerwurz
Dactylorhiza sambucina

Die gelb und rot blühende Holunder-Fingerwurz ist eine Orchideenart der Bergwiesen, die in Deutschland sehr selten geworden ist. In der Rhön gilt es schon seit langem als ausgestorben. Aus unserer Gegend gibt es nur wenige, bereits über hundert Jahre alte Nachweise. Schon damals wurde die Holunder-Fingerwurz nur äußerst selten auf den Bergwiesen der Hochrhön sowie im fränkischen Vorland angetroffen. Dass ein erneutes, spontanes Auftreten möglich ist, zeigt ein Wiederfund am Hohen Meißner. Außer diesem Vorkommen gibt es aktuelle Standorte in der Umgebung der Rhön nur noch im Thüringer Wald und in den Haßbergen.
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Orchideen in der Rhön:
Fuchs‘ Fingerwurz
Dactylorhiza fuchsii

Der Name dieser Orchideenart ehrt den süddeutschen Mediziner Leonhard Fuchs, einen frühneuzeitlichen Wegbereiter der Botanik. Im 16. Jahrhundert gab er viel beachtete und großartig ausgestattete Kräuterbücher heraus, in denen auch Orchideen abgebildet waren. Mit Fuchs begann die Botanik populär zu werden. Im Zusammenhang mit Fuchs‘ Fingerwurz muss zunächst einmal ein wiederkehrendes Missverständnis erklärt werden. Viele Naturfreunde wundern sich, warum die Gefleckte Fingerwurz aus der Liste der Rhöner Orchideen gestrichen wurde, obwohl sie in älteren Auflistungen auftaucht. Doch nach gegenwärtiger Kenntnis kam und kommt sie in der Rhön gar nicht vor. Die Pflanzen, die früher anhand des Mittellappens und des ersten Stängelblattes mühsam als maculata und fuchsii unterschieden wurden, gehören in unserer Region durchgehend zu Dactylorhiza fuchsii.
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Orchideen in der Rhön:
Breitblättrige Fingerwurz
Dactylorhiza majalis

In Kleinseggenrieden, Quellmulden und feuchten Wiesensenken auf der Hohen Rhön ist die Breitblättrige Fingerwurz noch häufig anzutreffen. Hier wächst sie in kleinen, lockeren Gruppen zwischen Wollgras, Trollblume, Wald-Läusekraut, Bach-Nelkenwurz und Moorklee. Für den Naturfreund, der Ende Mai auf den Hochrhönwiesen unterwegs ist, mag sie zu den eher gewöhnlichen Pflanzenarten zählen. Doch der Eindruck täuscht. Die Breitblättrige Fingerwurz gehört zu den heimischen Orchideen, die am stärksten zurückgegangen sind. Gerade in tieferen Lagen ist sie aus vielen Bachtälern und nassen Talwiesen verschwunden.
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Orchideen in der Rhön:
Fleischfarbene Fingerwurz
Dactylorhiza incarnata

Häufig war die Fleischfarbene Fingerwurz in der Rhön wohl noch nie. Doch im Laufe des vergangenen Jahrhunderts wurde es bei uns immer seltener, so dass es heute am Rande des Aussterbens steht. Obwohl diese Orchideenart quasi in ganz Deutschland verbreitet ist, gilt sie über weite Strecken als sehr selten; nur noch im Alpenvorland und von Brandenburg bis an die Ostsee ist sie häufiger anzutreffen. Die Fleischfarbene Fingerwurz hat einige Schwesterarten und auch einige Varietäten, die im deutschen Mittelgebirgsraum jedoch nicht vorkommen. Die Biotopansprüche dieser Sippen sind sehr speziell.
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