Unter Schwedens heißer Sonne

Frühling 2018 in Schweden, zwei Wochen Sonnenschein am Stück. Was anfangs noch wie ein Glücksfall aussah, entwickelte sich im weiteren Verlauf des Sommers zu einem einschneidenden Wetterereignis, welches in den heftigen Waldbränden gipfelte. Es ist unübersehbar: Der Klimawandel nimmt Fahrt auf und bedroht die intakten Naturlandschaften des Nordens. Die Reise bot fantastische Naturerlebnisse in Hülle und Fülle, dazu aber die heftigen Folgen von Wasserknappheit und Dürre, die im Norden offensichtlich noch viel drastischer zutage treten als in Mitteleuropa.

Auf der Reise ging es von Stockholm zunächst südwärts nach Kalmar und auf die Insel Öland, dann durch Småland zum Vättern-See mit der Klosterstadt Vadstena und dem Tiveden-Nationalpark. Danach weiter nordwärts bis in die Region Höga Kusten, zur Orchidee Norne und in den Skuleskogen-Nationalpark. Durch Österund und das Jämtland weiter ins Helags-Gebirge im Härjedalen und dann durch die einsamen Wälder Dalarnas wieder südwärts, nach Uppsala und Nynäshamn; von hier mit der Fähre nach Gotland und direkt weiter auf die Vogel- und Orchideeninsel Stora Karlsö. Schließlich wurden auf Gotland Orchideengebiete in allen Teilen der Insel besucht.

Unvergleichlich schön waren die gewaltigen Landschaften des Nordens: das Helagsfjäll, die grandiosen Nationalparks Tiveden und Skuleskogen, die Schären und die kargen Inseln Karlsö und Fårö. Ganz besondere Naturerlebnisse waren die Funde von Norne und Spitzels Knabenkraut, seltene Orchideenhybriden und -varietäten, die beeindruckenden Frauenschuh-Populationen bei Östersund, die Vogelfelsen auf Stora Karlsö, aber auch die Frühblüher im Hochfjäll und die Ohrentaucher in Salsåker. Zum enormen Finderglück bei den Orchideen kam aber eben auch die Einsicht hinzu, dass viele einst reiche Orchideenbestände infolge der Trockenheit in den letzten Jahren zusammengebrochen sind.


Skuleskogen-Nationalpark

Adam und Eva in den Schären

Wie immer startet die Naturreise durch Schweden mit dem Flug nach Stockholm. Doch diesmal gibt es beim Landeanflug Ungewöhnliches zu sehen: Bereits von oben wirkt das Grün nicht so frisch und satt wie es eigentlich sein sollte, und Staub liegt in der Luft. Es sind bereits die ersten Auswirkungen des viel zu trockenen und warmen Frühlings. Noch freuen wir uns über die Vorhersage, die weiterhin sonniges und warmes Wetter meldet.

Vom Flughafen fahren wir durch Stockholm südwärts und steuern die Schärenküste hinter Södertälje an. Hier liegt das Naturschutzgebiet Öbacken-Bränninge. Dieses schön gelegene Reservat wird aufgrund der Stadtnähe von Schulen gern als »Grünes Klassenzimmer« genutzt, es ist entsprechend bekannt und frequentiert.

Wir haben dieses Ziel herausgesucht, weil wir unsere Schweden-Exkursion standesgemäß mit »Adam und Eva« beginnen wollen; dies ist nämlich eine Orchideenart, die für die schwedische Schärenküste besonders typisch ist. Vom Parkplatz aus führt ein Rundweg zunächst an der Schärenküste entlang und dann über den felsigen Bergrücken bis zur Wiese mit Adam und Eva. Hier blühen zahlreiche dieser Orchideen, die uns als Holunder-Fingerwurz Dactylorhiza sambucina geläufig sind. Die Pflanzen sind bereits deutlich über die Hochblüte hinaus, aber im Schatten gibt es noch ein paar ansehnliche Exemplare zum Fotografieren.


Adam och Eva, Holunder-Fingerwurz, Dactylorhiza sambucina

Unseren nächsten Stopp legen wir im Naturreservat Stendörren ein. Hier sind wir in erster Linie zum Picknicken und zum Genießen der Schärenlandschaft, die wegen ihrer Schönheit schon vielfach als Filmkulisse diente. Die felsigen Inselchen sind mit Stegen und Hängebrücken verbunden. Nach diesem schönen Landschaftseindruck fahren wir nach Kalmar in unser Quartier.


Stendörren

Im Stora Alvaret

Der Tag beginnt mit etwas trübem Wetter, aber die Wolken lösen sich im Tagesverlauf immer weiter auf. Von Kalmar steuern wir die sechs Kilometer lange Ölandsbron (Ölandbrücke) an, über die wir rasch die Insel Öland erreichen. Im südlichen Teil der Insel liegt das UNESCO-Welterbegebiet des Stora Alvaret. Zwischen den Alvar-Gebieten stehen immer wieder Steinmauern und Windmühlen.

Zwei Exkursionen führen uns in die klassischen Alvar-Fundgebiete. In den Wiesen blühen nun unzählige Orchideen: Holunder-Fingerwurz Dactylorhiza sambucina, Manns- Orchis mascula, Helm-Knabenkraut Orchis militaris, Kleines Anacamptis morio und Brand-Knabenkraut Neotinea ustulata. Von der Holunder-Fingerwurz gibt es sogar einige Exemplare der seltenen orangeblütigen Varietät zu sehen, var. zimmermannii. Außerdem gibt es hier auch typische Alvar-Arten wie den Alvar-Schnittlauch Allium schoenoprasum var. alvarense, das Öländische Sonnenröschen Helianthemum oelandicum und den in freier Wildbahn sehr seltenen Fingerstrauch Potentilla fruticosa, außerdem auch eine einzelne, verspätete Blüte der Wiesen-Küchenschelle Pulsatilla pratensis sowie eine Feuchtstelle mit Mehlprimel Primula farinosa. An typischen Vogelarten des Alvar registrieren wir neben der Feldlerche auch Braunkehlchen, Heidelerche, Baum- und Wiesenpieper sowie Steinschmätzer.


Orchideenwiese im Stora Alvaret


Holunder-Fingerwurz, Dactylorhiza sambucina var. zimmermannii


Helm-Knabenkraut, Orchis militaris und Brand-Knabenkraut, Neotinea ustulata


Wiesen-Küchenschelle, Pulsatilla pratensis

Dann geht es weiter zum See Möckelmossen, der wie eine Oase mitten in der Alvar-Vegetation liegt. In den Sumpfwiesen rund um den See blühen die ersten Fleischroten Fingerwurze Dactylorhiza incarnata, die Strohgelben Dactylorhiza ochroleuca sind noch etwas zurück und in Knospe. Die Rotschenkel brüten in den Sumpfwiesen, und am Schilf schwirren viele Vierfleck-Libellen Libellula quadrimaculata.

Unser nächster Stopp sollte eigentlich für eine Kaffeepause genutzt werden ‒ doch das angesteuerte Ziel, das Museumsdorf Himmelsberga, hat leider nicht geöffnet. So belassen wir es bei einer kurzen Stippvisite dieses schön restaurierten öländischen Zeilendorfes. Wir steuern nun eine Laubheuwiese an. Auf dem Weg dorthin passieren wir Laubwald, unter anderem mit Vogel-Nestwurz Neottia nidus-avis und Zwiebel-Zahnwurz Cardamine bulbifera. Die Wiese ist mit großen Eichen bestanden, offene und halbschattige Biotope wechseln ab. Hier finden wir unter anderem Helm- Orchis militaris, Brand-Knabenkraut Neotinea ustulata und Schwertblättriges Waldvögelein Cephalanthera longifolia wachsen. Bald hören wir auch den charakteristischen Gesang des Halsbandschnäppers, der auf solchen Laubheuwiesen seine Brutgebiete findet. In einem weiteren Laubwaldgebiet schauen wir nach dem Frauenschuh Cypripedium calceolus, und tatsächlich sind uns schon die ersten offenen Blüten vergönnt. Vor den Pflanzen wurde eine Holzplattform zum Betrachten und Fotografieren errichtet. Allerdings erscheint der Pflegezustand bzw. der Baumkronenschluss an diesem Standort nicht optimal, so dass die Zahl der Pflanzen in diesem Gebiet, verglichen mit vorherigen Besuchen, stark zurückgegangen ist.


Vierfleck-Libelle, Libellula quadrimaculata


Frauenschuh, Cypripedium calceolus

Durch Småland nach Vadstena

Am nächsten Morgen fahren wir von Kalmar durch Småland in Richtung Nordwesten. Entgegen der Namensbedeutung ist Småland gar nicht so klein; die Bezeichnung resultiert aus dem Zusammenschluss mehrerer kleiner Länder im späten Mittelalter. Für die erste Exkursion des Tages gelangen wir auf verschlungenen Nebensträßchen zu einem Naturreservat mit strukturreichen Grünland, großen Solitärbäumen, urigen Farnhainen und Mittelwald. Es liegt auf einer Hügelkuppe, eingebettet in eine liebliche Seenlandschaft.

Wir suchen nach der Holunder-Fingerwurz Dactylorhiza sambucina, die hier auch in der äußerst seltenen, zweifarbigen var. chusae vorkommen soll. Bald sind die betreffenden Pflanzen gefunden; sie sind aber leider schon abgeblüht. Dennoch ist die Varietät noch eindeutig erkennbar. Wie fast überall an den von uns besuchten Fundorten in Wäldern oder Waldnähe ist auch hier der Trauerschnäpper zu hören und sehen.

Weiter geht es in Richtung Jönköping und Vättern-See. Auf der Autobahn am östlichen Seeufer fahren wir weiter nordwärts, immer wieder verwöhnt mit herrlichen Blicken über den zweitgrößten, 135 Kilometer langen See Schwedens. Wir passieren Gränna und die Ruine des Schlosses Brahehus, die mancher vielleicht aus der Beschreibung in Astrid Lindgens »Kalle Blomqvist« kennt.

Im nordöstlichen Bereich des Vättern kommen wir am Bergrücken Omberg (Ökopark) mit der Klosterruine Alvastra vorbei. Durch Östergötlands Kornkammern erreichen wir am frühen Nachmittag die Klosterstadt Vadstena. Ausgehend vom Schloss, besichtigen wir das schöne Städtchen mit dem Klosterbezirk. Hier gründete Birgida von Schweden die Abtei Pax Mariae, das erste Kloster der Birgittinen. Die gotische Klosterkirche wurde ganz nach ihren Vorgaben errichtet. Die mächtige dreischiffige Hallenkirche wird aufgrund der verwendeten Mauersteine auch Blåkyrkan, Blaue Kirche, genannt. Im Inneren beeindrucken mehrere gotische Flügelaltäre und natürlich der Schrein der Heiligen, die von Papst Johannes Paul II. zu einer der Patroninnen Europas erhoben wurde.


Klosterkirche in Vadstena


Gewölbe der Klosterkirche in Vadstena


Dohle in Vadstena

Gleich hinter der Stadt liegt ein schönes Naturreservat, das für seinen Orchideenreichtum bekannt ist. Allerdings blühen fast alle hier vorkommenden Arten erst im Juni. Immerhin finden wir bereits die ersten offenen Blüten der Blutroten Fingerwurz Dactylorhiza cruenta sowie der Fliegen-Ragwurz Ophrys insectifera. Aber auch Dactylorhiza incarnata und ochroleuca sind bereits klar zu identifizieren. Sehr schön sind auch die Bestände von Fieberklee Menyanthes trifoliata und Mehlprimel Primula farinosa.

Geheimnisvoller Tiveden

Um die Nordspitze des Vättern-Sees herum und durch das Städtchen Askersund gelangen wir zum Tiveden-Nationalpark. Auf Schottersträßchen erreichen wir Tivedstorp, ein Wanderheim der Svenska Turistföreningen. Es ist in einem Waldfinnendorf untergebracht, dessen Ursprünge bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen. Wir beziehen unsere Quartiere und starten dann zu einer kleinen Exkursion in den Nationalpark, der als »Schwedens südlichste Wildmark« bekannt ist. Mit den Straßenarbeitern, die gerade die Schotterstraße in den Nationalpark neu befestigen, müssen wir ein wenig verhandeln, um dann aber letztlich doch durchgelassen zu werden.

Von Vitsand, dem weißen Strand, starten wir durch moosige Wälder voller Beerensträucher und Sumpf-Porst Rhododendron tomentosum zum Junker Jägare Sten, einem gewaltigen, 15 Meter hohen Granitfindling. Die Sage erzählt vom Junker und seiner unglücklichen Liebe – leider ohne Happy End. In der Nähe des Felsens finden wir Kleines Zweiblatt Neottia cordata sowie schöne Bestände der Sumpf-Calla Calla palustris.


Tiveden: Schwedens südlichste Wildmark


Junker Jägare Sten und Sumpf-Porst, Rhododendron tomentosum


Sumpf-Calla, Calla palustris

Zum Sonnenuntergang machen wir nochmals eine kurze Exkursion am See Stora Trehörningen mit wunderbaren Landschaftseindrücken ‒ aber auch sehr vielen lästigen Mücken! In absoluter Ruhe und Einsamkeit ist der Tiveden-Nationalpark besonders eindrucksvoll. Viele Sagen und auch schaurige Geschichten ranken sich um diese Gegend. So gab es an der Trollkyrka einen heidnischen Opferplatz, der noch bis in die Neuzeit hinein trotz strengster Verbote und Androhung schwerster Strafen von den Anhängern der vorchristlichen Religion besucht wurde. Wenn jemand zufällig Zeuge solcher Zusammenkünfte wurde, hatte er nur zwei Möglichkeiten: er musste dem Geheimbund beitreten oder fand den Tod.

Nach Sonnenuntergang ist der See Stora Trehörningen in rosa-orangerotes Licht getaucht. In der Dunkelheit stapfen wir zurück zum Auto und lauschen den Stimmen der Nacht. Auf der Rückfahrt flattert vor dem Auto ein Ziegenmelker auf und lässt kurz darauf in der Nähe auch nochmals seinen geheimnisvollen Ruf ertönen.


Spiegelung im See Vitsandstärnen


am See Stora Trehörningen


Die Hauptbestandteile des Tiveden: Granit, Wald, Wasser


Abendstimmung am Stora Trehörningen

Der nächste Morgen beginnt stimmungsvoll am See. Zarte Nebelschleier liegen über dem Wasser, nach und nach geben sie die Konturen dreier Prachttaucher frei, die weit hinten auf dem See schwimmen. Danach gibt es ein gutes Frühstück in der urigen Atmosphäre des kleinen Walddorfes. Bevor wir die Fahrt nordwärts antreten, statten wir dem Aussichtspunkt am See Stora Trehörningen noch einen kurzen Besuch ab und lassen die Landschaft des Tiveden-Nationalparks nochmals auf uns wirken.


Früh morgens im Tiveden


Prachttaucher, Gavia arctica

Wegen der Straßenbaumaßnahmen müssen wir einen Umweg in Kauf nehmen und südwärts aus dem Nationalpark heraus fahren. Immerhin gibt es dabei Kraniche auf einem Acker zu sehen. Über Askersund und Örebro kommen wir nordwärts gut voran und erreichen das mittelschwedische Bergbaugebiet Bergslagen. Hier wurden seit dem Mittelalter insbesondere Eisen und Kupfer gewonnen, bis dann im Zuge der Industrialisierung die Bedeutung der Abbaustätten nachließ und die meisten geschlossen wurden. Viele der historischen Hütten sind heute Museen, und jene in Engelsberg und Falun gehören zum UNESCO-Welterbe. Die typische Rote Farbe der schwedischen Holzhäuser, das Falun-Rot, ist ein Nebenprodukt der Eisenverhüttung gewesen und stand somit in großen Mengen zur Verfügung.

Zwischen Fagersta und Norberg verlassen wir die Straße und fahren in ein sumpfiges Waldgebeit, in dem wir nach Orchideen suchen. Der Wald liegt in einer leichten Mulde, in der sich das Wasser sammelt, und daher ist das Moor trotz der Witterung sehr feucht.
Nach kurzer Suche ist die Korallenwurz Corallorhiza trifida gefunden, und sie ist bereits gut in Blüte, was zu diesem Datum in dieser Gegend nicht unbedingt zu erwarten war. Außerdem finden wir auch Austriebe des Gefleckten Knabenkrautes und ein paar Exemplare des Kleinen Zweiblattes Neottia cordata.


Kleines Zweiblatt, Neottia cordata und Korallenwurz, Corallorhiza trifida

Über Avesta geht es nun weiter nach Gävle und ab da auf der Küstenstraße E4 nordwärts. Vorbei an Söderhamn und Hudiksvall kommen wir nach Sundsvall, das auf einer neuen, hohen und langen Autobahnbrücke passiert wird. Hinter Timrå überqueren wir das riesige Flussdelta des Indalsälven.

Kurz hinter Härnösand beginnt das UNESCO-Welterbegebiet Höga Kusten. Nun sind wir schon ganz nah bei der Norne! Die Flussmündung des Ångermanälven wird von der 1867 Meter langen und 186 Meter hohen Högakustenbrücke überspannt. Die anmutige und hügelige Küstenlandschaft ist durch die seit dem Abschmelzen des skandinavischen Eisschildes anhaltende, starke Landhebung gekennzeichnet. Die isostatische Bodenhebung seit der letzten Eiszeit beträgt 285 Meter – Weltrekord! Noch heute hebt sich das Land um 8 mm pro Jahr.

Gegen acht kommen wir in Ullånger an und beziehen unser Quartier im Salsåker Herrgård, wunderschön gelegen auf einer Insel im Ullångersfjärden. Das Haus gehört zu einem ehemaligen Sägewerk und ist heute ein Bed & Breakfest (Highcoast Manor).

Im Skuleskogen

Es ist bereits recht spät am Abend, aber wir wollen trotzdem noch eine Erkundungstour durch den Skuleskogen-Nationalpark machen. Trotz (oder gerade wegen) der langen Fahrt tut eine solche Nachtwanderung sehr gut und macht den Kopf frei. Und hier im Norden wird es Ende Mai ja auch schon nicht mehr ganz dunkel, so dass man auch um 21 Uhr noch starten kann. Vom Entré Süd führt der Weg durch den Wald zu den Klappersteinfeldern und über den roten Rapakivi-Granit hinauf zum Slåttdalsberget. In vollkommener Ruhe liegt er nun zu unseren Füßen: Skuleskogen, der »wildeste aller Wälder«, der die Dichter und Schriftsteller inspiriert hat. Und dahinter das bläulich-silbern schimmernde Bottnische Meer, dessen zahllose Inseln sich in der Ferne verlieren.


Die Farben des Skule: Roter Rapakivi-Granit und dunkelgrüne Taiga


Auf dem Slåttdalsberget, Blick über die Schären der Hohen Küste


Auf dem Slåttdalsberget, Blick nordostwärts

Jenseits des Berges tut sich der Abgrund der Slåttdalsskrevan auf. Es ist die Schlucht, die Astrid Lindgren als Vorbild ihrer Helvetesgapet, der Höllenschlucht, diente. In dem düsteren Schlund liegen sogar noch Schneereste. Am Aussichtsplatz jenseits der Schlucht sitzen wir, schauen und lauschen der Ruhe: Der dunkelgrüne Wald, der rote Rapakivi-Granit, das blaue Bottnische Meer. Die Räuber mögen fort sein, aber Bären, Wölfe und Luchse haben hier zum Glück überdauert. In der Ferne kollern die balzenden Birkhähne, aus den Wäldern tönt der Gesang des Raufußkauzes. Tief beeindruckt wandern wir zurück zum Auto und fahren nach Salsåker. Im Licht der Weißen Nacht liegen die Granitwellen der Hohen Küste über dem silbernen Meer.


Slåttdalsskrevan


Nacht an der Schlucht Slåttdalsskrevan


Nächtlicher Blick über den Skuleskogen zum Bottnischen Meer


Wellen aus Granit über dem Ullångersfjärden

Kurz schlafen, aufwachen… und nun ist Nornentag! Die Vorfreude ist fast greifbar, denn für die meisten Reiseteilnehmer wird es die erste Begegnung mit dieser besonderen Orchidee sein. Doch schon vor dem Frühstück gibt es im direkten Umfeld der Herberge schöne Naturbeobachtungen zu vermelden. In den Wiesen blüht das Gebirgs-Täschelkraut Noccaea caerulescens, und im flachen Wasser neben der Zufahrt sind Ohrentaucher auf der Suche nach Brutplätzen. Auf und an der Ostsee um unsere Herberge herum lassen sich außerdem Flussseeschwalben, Schellenten, Flussuferläufer und Krickenten beobachten.

Nach dem Frühstück teilt sich die Gruppe auf. Ein Teil unternimmt zunächst die Wanderung durch den Skuleskogen-Nationalpark, der andere Teil startet mit dem Besuch bei der Calypso. Die Wanderung führt vom Entré Süd über Bohlenpfade und Waldwege zu den Klappersteinfeldern, die einst von der Meeresbrandung geformt wurden und und nun auf etwa 200 m Meereshöhe am Berghang liegen. Über Felsstufen steigen wir über die Baumgrenze hinauf zum Slåttdalsberget. Nun liegt der Skule im gleißenden Sonnenlicht, und die See schimmert silbern. Durch die Schlucht Slåttdalsskrevan hindurch wandern wir hinunter zum See Tärnättvattnet. Hier gibt es eine Rasthütte mit Blick über den See zu den bewaldeten Bergen. Durch den Wald geht es nun bergab in Richtung Strand. Dabei kommen wir an einer bronzezeitlichen Grabröse vorbei, die zur Entstehungszeit am Strand gelegen hat.


Klappersteinfeld im Skuleskogen


Auf dem Slåttdalsberget

Der weitere Weg führt durch den Wald, aber immer mit dem leisen Wellenschlag des Bottnischen Meeres im Hintergrund, zurück zum Parkplatz. Dabei sehen wir mehrfach die Blätter des Kriechenden Netzblattes Goodyera repens am Wegrand. Es wird freilich noch anderthalb Monate bis zur Blüte dieser Orchideenart dauern.

Calypso, Norne, fairy slipper

Die andere Hälfte der Gruppe ist derweil unterwegs zur Norne. Ein kleines Sträßchen führt an den Rand des Reservates. Eine Informationstafel kündigt die Norne an. Was uns wohl in diesem extremen Jahr erwarten mag? Der Weg führt hinab in den Wald, dann zweigt rechts ein mit Bohlen und Seilen trassierter Pfad ab. Dahinter – nicht zu verfehlen – blühen die Nornen. Wir zählen um die 40 Exemplare. Herrlich leuchten die Blüten im Morgenlicht, und wir können die Begegnung mit der Norne in vollen Zügen genießen. Diese zierliche Orchidee ist wahrhaft die Königin der nordischen Wälder. Auf Englisch heißt sie sehr treffend fairy slipper, Feenschuh.


Norne, Calypso bulbosa, in Höga Kusten

In der Umgebung des Wuchsortes hat der Windbruch große Schneisen hinterlassen, so dass der Standort derzeit sehr hell und zu sonnig ist. Auch der Klimawandel wird sicherlich Folgen für den Bestand der Norne haben ‒ auch wenn bislang noch keine Bestandsrückgänge zu beobachten sind. Unser Gastgeber in Salsåker hat uns erzählt, dass im Winter zweieinhalb Meter Schnee lagen und dass es in diesem Jahr noch nicht geregnet hat. Der Schnee ist dann langsam geschmolzen. Den Nornen kam dieser ungewöhnliche Witterungsverlauf sicher sehr entgegen, aber auf lange Sicht werden die höheren Durchschnittstemperaturen und die insgesamt milderen Winter sicherlich zu einer Stresssituation am Arealrand der Norne führen.

Nach dem Besuch bei der Norne ist noch genügend Zeit für einen Besuch des Naturum Höga Kusten am Fuß des Skuleberget. Diese »Naturräume« gibt es in ganz Schweden, sie sind sowohl Infozentren als auch Naturmuseen. Die Gruppe trifft sich im Ort Nordingrå zur Mittagspause. Das Dorf liegt im Zentrum der Region Höga Kusten und ist seit Jahrhunderten deren kultureller Mittelpunkt. Neben der Kirche stehen Kirchhütten, die als Anlaufstelle und Lager für die Menschen dienten, die von weit her mit dem Boot zu den Märkten, Versammlungen und Gottesdiensten kamen. In der Kirche, einem klassizistischen Bau neben der mittelalterlichen Kirchruine, ist ein sehr großes und beeindruckendes Brüsseler Retabel, ein spätgotischer Flügelaltar, erhalten.


Kirchhütten in Nordingrå


Brüsseler Retabel in der Kirche von Nordingrå

Nun fährt der zweite Teil der Gruppe ins Nornen-Reservat, und der andere Teil verbringt die Zeit im Fischerdorf Norrfällsviken. Hier gibt es ein Naturreservat mit riesigen Blockhalden und Strandwällen, an denen die nacheiszeitliche Landhebung gut ablesbar ist. Eine große Brutkolonie der Küstenseeschwalbe gewährt spannende Einblicke in das momentan von der Balz geprägte Leben der Vögel.

Anschließend fahren wir nach Bönhamn, ein weiteres schönes Fischerdorf mit romantischem Hafen. Hier ist Ende Mai noch überhaupt nichts los, auch das Café hat leider noch geschlossen. Dafür gibt es hier viele schöne Vogelbeobachtungen mit Eiderenten, Gänsesägern und anderen. In der Umgebung des Dorfes sehen wir wieder Kraniche, mehrere Große Brachvögel zeigen sich auf den Wiesen und Äckern, außerdem finden sich stellenweise große Bestände des Straußfarns Matteuccia struthiopteris. So kehren wir nach einem erlebnisreichen Exkursionstag glücklich und voller beeindruckender Naturerlebnisse zurück ins Quartier.


Kranich, Grus grus


Abend in Salsåker

Auf ins Jämtland!

Der nächste Exkursionstag führt uns ins Jämtland. Weiterhin ist keine Wetteränderung in Sicht, nichts als Sonnenschein ist gemeldet. Am Ångermanälven entlang fahren wir nach Sollefteå, dann wechseln wir ins weiter westlich gelegene Tal des Indalsälvens. Der Ort Hammarstrand begrüßt uns mit einem Schriftzug des Ortsnamens hoch oben in den Wäldern – ganz offensichtlich eine Hommage an Hollywood. Immer weiter durch die waldig-felsige Mittelgebirgslandschaft am Fluss entlang erreichen wir den Stausee Gesunden. Hier biegen wir ab und fahren am Westufer des Sees entlang, hier gibt es weitere Nornen-Standorte.

Der Wald in unserem ersten Suchgebiet ist wunderschön und überrascht mit einem reichen Frauenschuh-Bestand (Cypripedium calceolus, noch austreibend), aber die Norne bleibt zunächst verborgen. Nach langer Suche finden wir immerhin ein einzelnes Exemplar. Dann setzen wir die Fahrt in Richtung Östersund fort, am Horizont tauchen die noch schneebedeckten Berggipfel Jämtlands auf.

Wir steuern einen weiteren Fundort der Norne an. Erst führt ein Weg, dann links ein Pfad in den Wald hinein. Bald verzweigt er sich zu vielen kleinen Pfädchen – Botanikerpfädchen. Und da steht sie auch schon, die gesuchte Calypso bulbosa! Hier und da steht sie in kleinen Grüppchen, und eine weiße ist auch dabei, allerdings bereits am Abblühen. Beim ausgiebigen Fotografieren lenkt uns plötzlich ein Dreizehenspecht durch sein lautes, hektisches Klopfen ab. Aber er ist nicht scheu und lässt sich schön beobachten.


Norne, Calypso bulbosa, im Jämtland

Nun geht es für uns hinab nach Östersund. Die Stadt ist recht jung, sie wurde erst 1786 gegründet, um den administrativen Einfluss des zentralistischen Schweden gegenüber der Urbevölkerung in der Gegend zu stärken. Heute ist es eine lebhafte und junge Universitätsstadt. Östersund liegt am Storsjön, dem Großen See. Wie jeder anständige See hat auch der Storsjön ein Seeungeheuer, das hier Storsjödjuret genannt wird, tatsächlich unter gesetzlichen Artenschutz gestellt wurde, und das folglich existieren muss.

Im Winter werden auf dem vereisten Storsjön richtige Straßen mit Schildern eingerichtet, die sogenannten Isvägar. In der samischen Sprache heißt Östersund eigentlich ‚Luvlieluspie‘, wird aber in neuerer Zeit nur noch ‚Staare‘ genannt, das bedeutet schlicht »die große Stadt« ‒ und für samische Verhältnisse ist sie das ja auch. Östersund hat etwa 55.000 Einwohner, ist größte Stadt und Verwaltungssitz des Jämtlandes und liegt ungefähr in der Mitte Schwedens. Im Stadtbild Östersunds allgegenwärtig sind die nordischen Wintersportdisziplinen Biathlon und Langlauf, neuerdings sorgte aber auch der örtliche Fußballclub für einige Furore im Europapokal. Für uns Orchideenfreunde ist hingegen eine andere Disziplin von Interesse: Östersund dürfte die ziemlich unangefochtene Hauptstadt unseres Europäischen Frauenschuhs sein!

Hauptstadt des Frauenschuhs

Deshalb fahren wir zunächst über die Insel Frösön, vor der Stadtgründung das historische Zentrum ganz Jämtlands, auf die Halbinsel Rödön. Hier gibt es ein recht bekanntes Naturreservat mit Naturstig. Auf diesem Naturlehrpfad erreichen wir bald eines der typischen Kalkbleke-Gebiete des Jämtlands. Dies ist eine seltene Erscheinungsform sedimentierten Kalks, der sich in flachgründigen Seen abgelagert hat und durch die Austrocknung des Sees nun an der Oberfläche zutage tritt. Das Gebiet ist bekannt für seine reichen Orchideenvorkommmen, insbesondere an Frauenschuh Cypripedium calceolus und Sumpf-Orchideen, unter anderem Blutroter Fingerwurz Dactylorhiza cruenta. Noch blühen sie nicht, aber allein die schiere Menge der Frauenschuhe ist außerordentlich beeindruckend.


Kalkbleke-Gebiet (Seekalk) bei Östersund

Nach dieser Tour fahren wir zurück in die Stadt und beziehen unser Quartier. Doch am Abend müssen wir einfach nochmal raus in die Natur, Frauenschuh suchen. Bei dieser Menge muss doch irgendwo schon ein blühender zu finden sein…

Aber auch an einem weiteren, großen Vorkommen innerhalb des Stadtgebietes sind noch alle in Knospe. Die nächste Suche führt durch ein großes Naturreservat außerhalb der Stadt. Auch hier sind die Frauenschuhe oben im Wald gleich gefunden, sie sind aber noch alle weit zurück. Wir schlagen uns durch den Wald hindurch runter bis zur Straße und stehen schon wieder vor Frauenschuhen, diesmal direkt am Waldrand neben der Straße. Da hätten wir uns die Schleife durch den Wald auch sparen können, denn man muss hier quasi nur die Straße rauf und runter laufen, überall stehen Frauenschuhe. Weniger als einen Meter von der Asphaltkante wachsen welche, und teils sind sie gar vom Mähwerk der Straßenmeisterei erfasst worden.


Frauenschuh, Cypripedium calceolus, in Östersund

An einer etwas geschützten Stelle im Randbereich des Waldes finden wir die ersten offenen Blüten. Na also, damit ist der Start in den nächsten Tag schon einmal gerettet. Mit diesem Erfolg im Rücken ändern wir unsere Strategie und suchen einfach aus dem fahrenden Auto heraus weiter. Einen Horst nach dem anderen finden wir im Straßengraben – in Knospe. Es ist schon nach 23 Uhr, als wir plötzlich einen Frauenschuh-Horst mit etwa 60 vollständig geöffneten Blüten entdecken! Bei diesem Anblick sind wir erst einmal sprachlos. Das war zu diesem Datum wirklich noch nicht zu erwarten, schließlich haben wir am Vormittag ja noch Nornen im besten Zustand fotografiert. Direkt neben dem Frauenschuh kartieren wir außerdem noch Fuchs‘ Fingerwurz, Großes Zweiblatt und Fliegenragwurz, alle noch in Knospe.

Nach dem Frühstück fahren wir also ohne Ankündigung los und halten an einer unscheinbaren Straßeneinmündung. Der Busch Frauenschuh Cypripedium calceolus steht nun in der Morgensonne. Alle sind begeistert, die Überraschung ist gelungen.


Frauenschuh, Cypripedium calceolus, in Östersund

Mit diesem herrlichen Erlebnis am Morgen treten wir die Fahrt in die jämtländischen Berge an. Über Åsarna fahren wir hinauf nach Ljungdalen, die schneebedeckte Spitze des Berges Helags ist bereits am Horizont sichtbar. Hinter Ljungdalen befindet sich ein Ferienhaus-Areal und Skigebiet, dessen Zufahrtsstraße uns einen relativ einfachen Zugang aufs Hochfjäll ermöglicht. So wandern wir etwa 150 Höhenmeter vom Parkplatz hinauf aufs Plateau des Berges Torkilstöten. Hier oben sind wir im Vorfrühling angekommen!

Vorfrühling im Hochfjäll

Einsam und weit liegt die Berglandschaft vor uns ausgebreitet. Am Horizont ragen die teilweise vergletscherten Bergmassive von Helags und Sylarna auf. Der Helags ist mit 1797 Metern Schwedens höchster Berg südlich des Polarkreises. Dagegen ist unsere 1045 Meter hohe Bergkuppe Torkilstöten natürlich eine Nummer kleiner. Dennoch befindet sich hier einer der südlichsten Vorposten der hocharktischen bzw. lappländischen Fjällflora, und es ist auch aufgrund der leichten Erreichbarkeit ein besonders gut erforschter Pflanzenfundort.


Blick vom Torkilstöten zum Helagsfjäll (1797 m)


Diapensia lapponica

Auf dem Plateau liegen überall noch größere Schneereste, dennoch sind die Temperaturen viel milder als erwartet. Die Fjällflora ist bereits überraschend weit vorangeschritten. Wir finden unter anderem bereits Gämsheide, Gegenblättrigen Steinbrech, Buntes Läusekraut, dazu typisch arktische Arten wie Blauheide Phyllodoce caerulea, Vierkantige Schuppenheide Cassiope tetragona, und natürlich die herrliche Diapensia lapponica. Diese extrem langsam wachsende, typisch arktische Art gilt als besonders empfindlich gegenüber Trockenheit und Hitze. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob und wie sie das extreme Wetter 2018 wegsteckt.

Auf dem Plateau beobachten wir Rentiere, die im Schneefeld verweilen, Schneehühner und sogar einen Merlin. Später im Jahresverlauf werden hier am Torkilstöten auch Orchideen wie beispielsweise Zwergorchis Chamorchis alpina, Stroh-Weißzüngel Pseudorchis albida subsp. straminea und Blutrote Fingerwurz Dactylorhiza cruenta hinzukommen.


Alpen-Azalee, Loiseleuria procumbens, mit Totengebeinsflechte


Buntes Läusekraut, Pedicularis oederi, und Blauheide, Phyllodoce caeruelea

Nach dieser schönen Tour setzen wir unsere Fahrt übers Fjäll fort. Von Ljungdalen geht es hinauf zum Flatruet, mit 975 m Schwedens höchste Passstraße, wieder hinab nach Mittådalen und übers Ormruet nach Funäsdalen. Auf der Fahrt sehen wir mehrfach Rentiere, teils mit Kälbern. Durch die einsamen und weitläufigen Fjäll-Landschaften fahren wir weiter südwärts über das Kirchdorf Tännäs und Schwedens höchstgelegenes Dorf Högvålen nach Lofsdalen. Kurz vor dem Ort halten wir vor einem besonderen Verkehrsschild, auf dem vor Bären gewarnt wird. So etwas sieht man auch in Schweden nicht alle Tage.

Dalarnas wilde Wälder

In Lofsdalen legen wir eine Kaffee- und Eispause in der Gamla Skolan (Alte Schule) ein, und dann geht es weiter nach Sveg und zu unserem Quartier im STF-Vandrarhem Fågelsjö. Leider müssen wir hier eine größere Umleitung nehmen, die aus einer 45-minütigen Fahrt eine fast zweistündige macht! Hierbei kommen wir durch jene Waldgebiete, die dann im weiteren Verlauf des Sommers von den gewaltigen Waldbränden heimgesucht wurden.

Bevor es in die Natur geht, statten wir dem zum UNESCO-Welterbe gehörenden Hälsingehof Bortom Åa noch einen kurzen Besuch ab. Der Hof liegt neben dem See und wurde von Waldfinnen errichtet, die mit der Produktion von Schusswaffen zu einigem Reichtum kamen. Über den Verlandungszonen des Sees fliegt eine Bekassine in typischem Balzflug – auf Grund des an das Meckern einer Ziege erinnernden Gesangs wird diese Vogelart auch Himmelsziege genannt.


Hälsingehof Bortom Åa (Fågelsjö Gammelgård)

Nun suchen wir das letzte Fundgebiet der Norne auf dieser Reise auf. Es liegt in einem großen, einsamen Waldgebiet und wurde vor einigen Jahren von Forstarbeitern entdeckt. Es ist der bei weitem südlichste Standort der Norne in Schweden. Da der Standort aber höher liegt als die weiter nördlichen und außerdem im Binnenland, ist die Blütezeit hier trotz der südlichen Lage meist um ein paar Tage später. Nach einem weglosen Zugang durch den lichten Wald kommen wir in eine leichte Talsenke, in der die Nornen stehen. Sie sind in optimalem Blühzustand. Das besondere an diesem Standort sind die gehäuft vorkommenden weißen Exemplare. Unter den knapp 50 Nornen finden wir etwa ein Dutzend weiß blühende.


Weiße Norne, Calypso bulbosa var. albiflora, in Dalarna


Norne, Calypso bulbosa, in Dalarna

Noch einmal genießen wir einen herrlichen Morgen bei der Norne im majestätischen Wald des Nordens. Nun müssen wir weiter südwärts, durch die endlosen Wälder Dalarnas. Diese Landschaft gilt als das Herz Schwedens. Und das ist nicht nur geographisch gemeint, sondern hat auch historische Gründe. Denn einst waren es die als besonders aufrührerisch geltenden Dalekarlier, die dem Befreiungskrieg unter Gustav Vasa die entscheidende Wende gaben.

Vasa war infolge des Stockholmer Blutbades 1520 bereits auf der Flucht nach Norwegen, als im Verlauf des Winters 1521 die Stimmung in der Bevölkerung umschlug. So sandten die Dalekarlier ihre beiden besten Skiläufer aus, um Gustav Vasa zurückzuholen und um dann mit ihm in den Kampf gegen den dänischen König Christian II. zu ziehen. Nach zwei Jahren Krieg war die Kalmarer Union beendet, Schweden unabhängig und Gustav Vasa schwedischer König. Im Andenken an dieses Ereignis wird heute der Vasaloppet (Wasalauf) veranstaltet, eines der größten Skirennen der Welt. Allerdings erhoben sich die Dalekarlier bereits wenige Jahre später gegen ihren neuen König, da ihnen die wachsende Macht der schwedischen Krone, die infolge des Krieges verschlechterte wirtschaftliche Situation und die sich anbahnende Reformation ein Dorn im Auge war. Letztlich gelang es dank Vasas Diplomatie aber, die Aufstände ohne Blutvergießen zu beenden.

Bald erreichen wir den Siljan-See. Auf Satellitenbildern ist die Impaktstruktur des Sees sehr gut erkennbar. Ein Asteroid traf hier vor etwa 370 Millionen Jahren auf die Erde, und die Siljan-Struktur ist mit einem Durchmesser von 55 Kilometern der größte sichtbare Einschlagkrater in Europa. Rättvik ist einer der Orte am Ufer des Siljan. Unterhalb der Kirche befinden sich etwa 100 Kirchhütten und -ställe, und auch heute kommen manche Gottesdienstbesucher sonntags noch in den traditionellen Kirchenbooten über den See zur Messe.


Rättvik am Siljan-See

Auf der Weiterfahrt kommen wir durch Borlänge, die größte Stadt Dalarnas. Im alten Ortszentrum Stora Tuna besichtigen wir die gotische Hallenkirche, die als Bischofskirche für Dalarna errichtet wurde. In dem weihevollen Raum gibt es ein gotisches Triumphkruzifix sowie eine elegante Rokoko-Ausstattung zu sehen, die sich harmonisch in die Architektur einfügt.


Kirche in Stora Tuna

Uppsala und Nynäshamn

Am Nachmittag erreichen wir Uppsala. Wir machen einen kleinen Rundgang durch die Stadt und besichtigen die gewaltige, alles beherrschende Domkirche. Dabei erweisen wir natürlich auch dem »Princeps Botanicorum« die Ehre: Carl von Linné, der hier mit seinem Sohn begraben liegt, ebenso wie zahlreiche Könige und bedeutende Persönlichkeiten Schwedens, von Gustav Vasa bis zu Dag Hammarskjöld.


Domkirche in Uppsala


Linnés Grab im Dom von Uppsala

Nicht weit vom Dom entfernt liegt der Linnéträdgården, Schwedens ältester botanischer Garten. Er wurde 1655 von Olof Rudbeck angelegt. Seit 1741 hatte Carl von Linné den Lehrstuhl für Medizin inne und war für den Garten zuständig. Ab 1745 gestaltete er ihn nach den Klassen und Ordnungen seines Systems und listete die 3000 Pflanzenarten auf, die in seinem Garten wuchsen. Mit dem Umzug des botanischen Gartens in den Schlossgarten von Uppsala wurde der Linné-Garten bedeutungslos und nicht mehr gepflegt. Im 20. Jahrhundert wurde er dann detailgetreu rekonstruiert.

Von Uppsala fahren wir durch den Ballungsraum Stockholm und kommen am Abend in Nynäshamn an. Von hier aus werden wir am nächsten Morgen mit der Fähre nach Gotland übersetzen. Ganz früh morgens, im Licht des jungen Tages, sind die schönen Schären vor Nynäshamn in ein fantastisches Licht getaucht. Zwischen den Granitfelsen hat die Brandung einen kleinen Höhlenspalt ausgewaschen, Geologie und Land Art in einem.


Schärenküste bei Nynäshamn


Brandungshöhle an der Schärenküste

Die Fähre legt pünktlich ab und kommt planmäßig um 12:30 Uhr in Visby an. Sofort fahren wir weiter nach Klintehamn, von wo um 14 Uhr das Boot zur Orchideen- und Vogelinsel Stora Karlsö startet, vorbei an der kleinen Schwester, der Lilla Karlsö. Zwei trockene, karge, karstige Eilande kommen in Sicht: mediterrane Landschaftseindrücke im hohen Norden. Schon bei der Annährung an die Große Karlsinsel herrscht »Hochbetrieb«, was die Vogelwelt betrifft. Neben dem Anlegesteg empfangen uns unruhige Küstenseeschwalben und vorsichtig abwartende Nonnengänse, dazu viele Eiderenten, Sandregenpfeifer, Mittelsäger und Gänsesäger.

Stora Karlsö

Die Insel Stora Karlsö ist eines der ältesten Naturreservate in Schweden. Sie ist unbewohnt, aber es gibt hier eine Herberge der Svenska Turistföreningen in den Gebäuden am Leuchtturm. Vom kleinen Inselhafen führt ein Weglein hinauf zur Herberge. Da auf Stora Karlsö der Naturschutz aus Prinzip Priorität vor dem Tourismus hat, ist die Herberge entsprechend einfach, aber doch einzigartig schön. Unser Quartier steht quasi direkt auf dem Vogelfelsen, an dem zu dieser Jahreszeit Hochbetrieb herrscht. Der Vorteil der Übernachtung ist, dass man sich abends und morgens frei auf der Insel bewegen darf (mit Ausnahme der zonierten Brutgebiete). Tagestouristen hingegen müssen bei ihrer Gruppe und dem Ranger bleiben.


Stora Karlsö, im Hintergrund Lilla Karlsö


Eiderenten, Somateria mollissima


Tordalk, Alca torda


Nonnen- oder Weißwangengans, Branta leucopsis


Brütende Küstenseeschwalben, Sterna paradisaea

Sofort schlagen uns die Lummenfelsen in den Bann. Unmengen von Trottellummen und Tordalken rangeln um die besten Brutplätze auf den schmalen, der Ostsee zugewandten Felsbändern. Es herrscht ein großes Gezeter und Geschrei. Viele der Vögel schwimmen unten im Meer vor der Küste und fliegen dann hinauf zu den Brutplätzen. Nur ein paar Schritte weg vom Kliff, und es kehrt Stille ein. Nur ab und zu fliegen Samtenten in kleinen Gruppen laut rufend in niedriger Flughöhe über die Insel. Die Orchideenwiesen sind gezeichnet von der heftigen Trockenheit. Die Holunder-Fingerwurz Dactylorhiza sambucina ist bereits vollständig abgeblüht, doch auch Manns- Orchis mascula und Brand-Knabenkraut Neotinea ustulata sind bereits am Abblühen.


Manns-Knabenkraut, Orchis mascula, auf Stora Karlsö


Lummen auf der Ostsee


Brütende Trottellummen, Uria aalge


Abend am Lummenfelsen


Leuchtturm Stora Karlsö

Den Abend verbringen wir am Felsen. In der beginnenden Abenddämmerung, die später fast nahtlos in die Morgendämmerung überleitet, singen Sprosser ihr melancholisches Lied.

Am frühen Morgen erkunden wir nochmals die Plateaus der Insel bis hinüber zur Grabröse Rojsu mit Linnés Esche. Aus dem Wald, der am Fuße der Vogelfelsen stockt, ist der Gesang des Grünlaubsängers zu hören. Auffällig häufig lassen sich die Steinschmätzer beobachten. Und erstaunlich zutraulich sind die Schneehasen, die mit Vorliebe die Blüten der Pechnelke Lychnis viscaria frühstücken. Nach dem Frühstück noch etwas Zeit bis zur Bootsüberfahrt, Zeit für eine kurze Wanderung zum Felsbogen Hässleby läde und zum Beobachten der Vogelwelt am Hafen.


Früh morgens auf Stora Karlsö, Blick zur Grabröse Rojsu mit Linnés Esche


Früh morgens auf Stora Karlsö


Schneehase, Lepus timidus, auf Stora Karlsö

Um die Mittagszeit kommen wir in Klintehamn an und fahren dann direkt in Richtung Osten Gotlands. An der Kirche von Hejde legen wir einen Besichtigungsstopp ein. Die Kirche ist eine sogenannte Sattelkirche mit gotischem Chor sowie romanischem Langhaus und Turm. Die Kirche sollte schrittweise von Osten nach Westen im gotischen Stil erneuert werden, doch wie überall auf der Insel setzte der dänische Überfall 1361 allen Bautätigkeiten ein jähes Ende. Im Inneren der Kirche sind insbesondere die farbenprächtigen gotischen Glasmalereien des Chorfensters sehenswert.

Eine weitere Kirche besichtigen wir in Kräklingbo. Hier kam man einen Schritt weiter als in Hejde: das gotische Langhaus wurde fertiggestellt, jedoch nicht der geplante Westturm, daher fehlt dieser. Im Inneren sind ein gotischer Flügelaltar sowie ein schönes spätromanisches Triumphkruzifix erhalten.


Kirche in Kräklingbo, gotische Glasmalereien in Hejde

Auf der Suche nach Orchis spitzelii

Nun sind wir schon in der Nähe unseres Exkursionszieles. In einem lichten Kiefernwald suchen wir intensiv nach Spitzels Knabenkraut Orchis spitzelii, doch zunächst werden nur ein paar vollständig abgeblühte Exemplare aufgespürt. Just als wir wieder weiterfahren wollen, kommt der Ruf aus der anderen Richtung: hier wurden noch ein paar Exemplare mit Restblüten gefunden, und eines davon stellt sich sogar als Hybride Manns- × Spitzels Knabenkraut Orchis mascula × spitzelii heraus. Das ist natürlich ein besonderer Glücksfall.


Hybride Manns- × Spitzels Knabenkraut, Orchis mascula × spitzelii

So fahren wir weiter in Richtung Norden, machen aber einen kleinen Abstecher zur Kirchenruine von Bara. Die Kirche wurde im 13. Jahrhundert errichtet, aber bereits im 16. Jahrhundert aufgegeben und verfiel. Dennoch ist das Gemäuer noch immer sehr eindrucksvoll. Die Ruine wurde 1923 konserviert. Heute ist die Turmwand sogar wieder mit einem Glöckchen ausgestattet, und es werden gelegentlich Freiluftgottesdienste hier abgehalten.

Auf unserem Weg an die Nordküste Gotlands kommen wir durch Tingstäde und Hejnum. Schon bevor wir das angesteuerte Naturreservat Hall-Hangvar erreichen, sehen wir vom Auto aus dunkelrote Orchideen in einer Moorwiese. Es handelt sich um die Blutrote Fingerwurz Dactylorhiza cruenta. Die Pflanzen sind in idealem Blühzustand, aber sie stehen buchstäblich »auf dem Trockenen«, denn das extreme Wetter hat seine Spuren hinterlassen. Es ist kein Wunder – denn laut den Wetteraufzeichnungen hat es auf Gotland seit 2015 in den Monaten April, Mai und Juni praktisch gar nicht geregnet.


Blutrote Fingerwurz, Dactylorhiza cruenta


Strohgelbe Fingerwurz, Dactylorhiza ochroleuca und Schwertblättriges Waldvögelein, Cephalanthera longifolia

Moore in Not

Ganz ähnlich ist die Situation auch in den anderen Orchideengebieten der Umgebung. Hier waren die Moore in 2011 und auch noch 2014 extrem nass, so dass man nicht einmal mit Gummistiefeln hinein konnte. Aber nun sind die Flächen völlig verbrannt und vertrocknet, so dass man in Badelatschen darüber gehen kann, ohne nasse Füße zu bekommen. Leider sind die Individuenzahlen an diesem Standort völlig eingebrochen und betragen vielleicht noch drei bis fünf Prozent dessen, was hier vor ein paar Jahren einmal zu finden war. Damals konnte man wegen der Nässe fast nur in einer angrenzenden Pferdekoppel nach Orchideen suchen, die jetzt aber fast ganz orchideenfrei geworden ist. Doch trotz der quantitativen Enttäuschung finden wir die erwartbaren Arten Dactylorhiza cruenta, ochroleuca und incarnata in bestem Zustand, sowie mehrere der herrlich orange leuchtenden Hybriden Dactylorhiza incarnata × ochroleuca.


Blutrote Fingerwurz, Dactylorhiza cruenta / Hybride Fleischrote × Strohgelbe Fingerwurz, Dactylorhiza incarnata × ochroleuca / Strohgelbe Fingerwurz, Dactylorhiza ochroleuca


Hybride Fleischrote × Strohgelbe Fingerwurz, Dactylorhiza incarnata × ochroleuca

Das nächste und letzte Ziel des Tages ist ein schöner Küstenstreifen, an dem eines der bekanntesten Fundgebiete von Orchis spitzelii liegt. Sie wächst hier ganz nah an der Ostseebrandung zwischen Bärentraube und lichten Kiefern. Doch in diesem Jahr sind erwartungsgemäß nur wenige Exemplare zu finden, einige davon aber immerhin noch ansehnlich. Und zu unserer großen Freude ist auch eines mit fast weißen Blüten dabei! Unten in der Küstensenke stehen noch einige herrliche Fleischrote Fingerwurzen Dactylorhiza incarnata in der Abendsonne, gemeinsam mit austreibenden Sumpf-Stendelwurzen, Mehlprimel und Fettkraut. So fahren wir einerseits mit einer optimalen Fundausbeute zurück nach Visby, andernseits aber auch mit der Gewissheit, dass die extreme Trockenheit Gotland besonders heftig zugesetzt hat.


Kiefernwald an der Ostseeküste im Norden Gotlands


Spitzels Knabenkraut, Orchis spitzelii, helle Varietät, Tendenz zu var. albiflora


Mehlprimel, Primula farinosa

Am nächsten Morgen fahren wir zunächst zu einem anderen Standort in Küstennähe. Peter Zschunke, der zeitgleich auf Gotland unterwegs ist, hat ihn bereits erforscht und uns empfohlen. Von einem Bauernhof aus gehen wir durch Weideland und Kiefernwald hinab zur Küste. Am Strand stehen ein paar Fischerhütten, ein herrlich ruhiger Ort. Wir finden eine ganze Schar von Spitzels Knabenkraut Orchis spitzelii auf den Lichtungen und im Kiefernwald. Hier stehen sie etwas schattiger und sind noch in optimalem Blühzustand. Auch die Vogel-Nestwurz Neottia nidus-avis ist hier häufig und kommt in schönen Gruppen vor. So fotografieren wir bei bestem Morgenlicht und in aller Ruhe – wenn doch nur die vielen Ameisen nicht wären…


Vogel-Nestwurz, Neottia nidus-avis


Spitzels Knabenkraut, Orchis spitzelii

Bis zur Fährabfahrt nach Fårö haben wir noch etwas Zeit übrig, die wir zur Besichtigung der Kirche von Lärbro nutzen. Der oktogonale Kirchturm ist einmalig unter Gotlands Landkirchen, nach einem Sturmschaden 1522 wurde er allerdings erheblich niedriger als ursprünglich aufgebaut. Möglicherweise ist der Turm eine Reminiszenz an die ebenfalls achteckige Grabkapelle des hl. Olav in Trondheim. Olav war in vorreformatorischer Zeit der Kirchpatron von Lärbro, er soll sogar hier gewesen sein, um einen Freund zu besuchen. Die Kirche hat drei gotische Stufenportale mit bemerkenswerten Skulpturen. Im Inneren birgt sie unter anderem einen gotischen Flügelaltar, einen mittelalterlichen Bischofsstuhl und frühgotische Wandmalereien. Neben der Kirche steht ein mittelalterlicher Schutzturm, der Kastal.

Fårö, Bergman und die Raukar

Dann setzen wir mit der Fähre von Fårösund nach Fårö über. Landschaft und Natur auf der Insel Fårö sind noch etwas rauer, ursprünglicher und abgeschiedener als auf der Hauptinsel Gotland. Wir steuern zunächst die Bucht Ekeviken an der Nordküste an. Hier gibt es ein kleines privates Seerettungsmuseum, das gerade geöffnet hat, und einen Rastplatz. Während des Picknicks können wir die Seevögel – unter ihnen Austernfischer, Rotschenkel und Brandgänse – beobachten.


Seerettungsmuseum Fårö


Windmühle Broskogs auf Fårö

Auf der Fahrt zu unserem nächsten Exkursionsgebiet stehen unzählige Schwertblättrige Waldvögelein Cephalanthera longifolia am Straßenrand. Vom Parkplatz wandern wir durch küstennahe Kiefernwälder. Bald stoßen wir auf einen großen Bestand von Siebenstern Trientalis europaea, und nicht weit davon steht auch das wunderschöne Moosglöckchen, das seinen botanischen Namen Linnaea borealis nach Carl von Linné trägt. Und auf einer sonnigen Lichtung finden wir ein besonders schönes Büschel des Schwertblättrigen Waldvögeleins Cephalanthera longifolia.


Kriech-Weide, Salix repens


Schwertblättriges Waldvögelein, Cephalanthera longifolia


Moosglöckchen, Linnaea borealis

In einem Dünental suchen wir nun nach der Korallenwurz Corallorhiza trifida. Ein paar Stängel werden auch gefunden, mit allerersten offenen Blüten. Weiter hinten im Wald wurden beim letzten Besuch vor vier Jahren große Bestände des Kleinen Zweiblattes Neottia cordata gefunden. Doch in diesem extrem trockenen Jahr sieht es ganz schlecht damit aus, wir finden nur ein paar wenige Pflänzchen. Sogar das Moos ist ganz verdorrt und staubt regelrecht beim Begehen; da hat es das Kleine Zweiblatt Neottia cordata natürlich sehr schwer, und gleiches gilt auch für das Moosauge Moneses uniflora.

Wir gehen nun weiter an einem der herrlich weißen Sandstrände entlang, vorbei an Strandhafer und Salzmiere, mit dem Geschrei der Seevögel im Ohr. Auf dem Weg zurück zum Auto kommen wir durch lichten Kiefernwald und Heiden mit viel Holunder-Fingerwurz Dactylorhiza sambucina. Sie blüht hier ausschließlich gelb. An schattigen Stellen sind die Orchideen sogar noch recht ansehnlich.


Alvar-Schnittlauch, Allium schoenoprasum var. alvarense

Dann fahren wir zu den berühmten Raukgebieten der Insel. Einen kurzen Stopp legen wir an der Kirche von Fårö ein. Sie ist die einzige Kirche Gotlands, die in der Neuzeit grundlegend verändert wurde. Zwar sind Turm und Langhaus in ihrer Substanz noch mittelalterlich, aber das Erscheinungsbild ist klar vom Klassizismus geprägt. Auf dem Friedhof neben der Kirche sind Ingrid und Ingmar Bergman begraben, die Fårö zu ihrer Wahlheimat machten. Neben der Straße beobachten wir Brachvögel, die mit ihren Küken ganz aufgeregt durch die Wiesen staksen. Die Elternvögel versuchen sich an Ablenkungsmanövern. Als Nestflüchter sind die Küken in diesem Alter nämlich ziemlich ungeschützt.


Großer Brachvogel, Numenius arquata


Küstenseeschwalbe, Sterna paradisaea


Steinwälzer, Arenaria interpres

Wir kommen am malerischen Mittelalterhof Bondans vorbei und erreichen die steinigen Küstenabschnitte von Langhammars. In den steinigen, spärlich bewachsenen Heiden am Strand brüten Küstenseeschwalben, auf flachen Wacholdern die Silbermöwen, unten am Strand sucht ein Steinwälzer nach Nahrung. Vom Parkplatz sind es nur einige Meter hinab zu den Raukfelsen, die in Bergmans Film ‚Skammen‘ (Schande) von 1968 eine eindrucksvolle apokalyptische Kulisse abgeben.

Vorbei am Fischerdorf Helgumannen und dem Raukgebiet Digerhuvud geht es nun nach Gamla Hamn, dem alten Hafen der Insel. Vorgelagert sind bizarre Raukfelsen mit dem bekanntesten, der wahlweise als ‚Hunden‘ (Hund), ‚Kaffepannan‘ (Kaffeekanne) oder ‚S:t Olavs porten‘ (St.-Olavs-Tor) bezeichnet wird. So beschließen wir den Exkursionstag an einem einzigartigen, archaischen Ort. Mit diesen herrlichen Eindrücken im Gedächtnis fahren wir zurück nach Visby und genießen den Abend an der Strandpromenade.

Gotlands Süden

Am nächsten Morgen starten wir von Visby in den Süden der Insel. Unser erstes Exkursionsziel des Tages ist der kleine Ort Östergarn mit einer besonders schönen gotländischen Laubheuwiese, von der auch schon Linné in seinen Aufzeichnungen schwärmte. Diese Wiesen haben eine jahrhundertealte Nutzungsgeschichte, und sie liegen oft anstelle eisenzeitlicher Siedlungsstätten. Hier wird Heu, Streu, Reisig und Brennholz gewonnen – eine sehr nachhaltige Nutzungsform, die natürlich auch viele Pflanzen- und Tierarten begünstigt.

Auf der Wiese erwartet uns eine wahre Orchideenpracht, als ob es sich hier um eine Oase im sonst so trockenen Gotland handelt. Der hier lehmige Boden sorgt für einen ausgeglicheneren Grundwasserhaushalt als auf den extrem flachgründigen Kalkböden. Große Mengen von Manns-Knabenkraut Orchis mascula und Mücken-Händelwurz dominieren den Aspekt. Aber auch das Kleine Knabenkraut Anacamptis morio ist gut vertreten, und ebenso das Brand-Knabenkraut Neotinea ustulata, auch wenn es sich ein wenig im bunten Wiesenflor versteckt. Die hauptsächlich gesuchte Grüne Hohlzunge Coeloglossum viride lässt sich bald finden. Und auch sie erfreut uns in größerer Zahl als erwartet. Schließlich finden wir noch einen dichten Bestand der Natternzunge Ophioglossum vulgatum.


Orchideenwiese bei Östergarn mit Mücken-Händelwurz, Gymnadenia conopsea


Mücken-Händelwurz, Gymnadenia conopsea und Grüne Hohlzunge, Coeloglossum viride


Brand-Knabenkraut, Neotinea ustulata

Von der Südostküste wechseln wir zur Südwestküste. Unterweges legen wir einen Stopp in Stånga ein. Dieser Ort war in der mittelalterlichen gotländischen Bauernrepublik der Primus inter pares, hier wurden früher wichtige Versammlungen abgehalten und heute die »Gotländischen Olympiade«, unter anderem mit den Disziplinen »varpa« (Steinwerfen) »pärk« (ein Ballspiel) und »stängstörtning« (Baumstammwerfen).

Wir besuchen die stattliche Kirche mit ihrem hohen Westturm und dem apsidialen romanischen Chor erhalten blieb. Am Hauptportal sind noch die ursprünglichen mittelalterlichen Eisenbeschläge erhalten, daran angebracht ist Stab mit der Inschrift: »Hitta ier ret gota eln« (dies ist die richtige gotländische Elle). Der Stab an der Tür ist eine Kopie, das Original ist im Inneren der Kirche ausgestellt. Im Innenraum der Kirche sind insbesondere der Taufstein des Meisters Hegvaldr aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts mit schwer zu deutenden Reliefdarstellungen sowie ein sehr edles Triumphkruzifix aus der Mitte des 13. Jahrhunderts sehenswert.

An der Südwestsküste steuern wir ein Sumpfgebiet an. Auf dem Weg dorthin stoppen wir, weil entlang des Sträßchens in einer extensiven Weide große Mengen an Helm-Knabenkraut Orchis militaris und Weißer Waldhyazinthe stehen. Das Grünland ist hier wieder extrem ausgetrocknet, so dass es die sonst sicherlich noch zahlreicher vorkommenden Sumpf-Orchideen hier sehr schwer haben. Außerdem finden wir hier einen schönen und interessanten blauen Lippenblüter, das Spieß-Helmkraut Scutellaria hastifolia.


Spieß-Helmkraut, Scutellaria hastifolia

Nur ein kurzes Stück weiter halten wir an einem Naturreservat, in dem sich eines der gotländischen Vorkommen des Sumpf-Knabenkrautes Anacamptis palustris befindet. Diese Art kommt in ganz Skandinavien beziehungsweise nördlich von Deutschland überhaupt nur auf Gotland vor. Die Blütezeit beginnt hier normalerweise Mitte Juni, so dass wir nicht ernsthaft mit offenen Blüten rechnen. Nach kurzer Suche finden wir einige knospende Exemplare, aber wie erwartet noch keine Blüten. Der Zustand dieses einst sehr reichen Vorkommens ist, genau wie an den anderen Vorkommen auf der Insel, nach mehrereren zu trockenen Sommern inzwischen derart bedenklich, dass ein Aussterben der Art in Gotland und somit ganz Nordeuropa zu befürchten ist. Auffallend zahlreich finden wir Austriebe der Sumpf-Stendelwurz Epipactis palustris. Stellenweise gehen wir ganz vorsichtig im Gänsemarsch, so dicht stehen sie hier trotz der Trockenheit.

An der Westküste entlang fahren wir wieder nordwärts in Richtung Visby. Bei Fröjel legen wir eine Pause an der eindrucksvollen Schiffssetzung von Gannarve ein, der größten ihrer Art auf Gotland. Sie musste in den 1970er-Jahren teilweise rekonstruiert werden, aber aufgrund der Stellung der Stevensteine war die Abmessung der Anlage bekannt. In der Nähe gibt es ein Waldgebiet mit Bleichem Waldvögelein Cephalanthera damasonium. Diese Art kommt auf der skandinavischen Halbinsel auch nur auf Gotland vor.

Visby und nochmals Fårö

Am frühen Nachmittag sind wir zurück in Visby und machen einen Stadtrundgang. In der Ruine der Kirche S:t Clemens legen wir zunächst eine Pause ein, denn hier kann man wunderbar im alten Gemäuer sitzen, Kaffee trinken und Gebäck essen. Von hier gehen wir durch den botanischen Garten zur Nordspitze der Stadtbefestigung mit dem Tor Snäckgärdsporten und der Lübeckerbresche, durch die 1525 die Lübecker in die Stadt eindrangen. Durch die schönen Altstadtgassen erreichen wir den Dom St. Marien, der an erhöhter Stelle in der Altstadt steht, direkt unterhalb einer Kliffkante.


Alte Apotheke in Visby

Nach dem Stadtrundgang bricht ein Teil der Gruppe nochmals auf in Richtung der Insel Fårö. Wir möchten nämlcih einen Sonnenuntergang an den Raukfelsen erleben und die Untergehende Sonne in der Öffnung des St.-Olavs-Tores fotografieren. Zunächst fahren wir nochmals nach Langhammars und wechseln dann hinüber nach Gamla Hamn. Am Parkplatz steht bereits ein Auto aus Darmstadt. Zu unserer Überraschung handelt es sich sogar um Bekannte, um Orchideenfreunde vom AHO Hessen. Da fährt man ans Ende der Welt und trifft Bekannte. Aber so ist das eben, wenn man solch spezielle Interessen teilt.

Der Sonnenuntergang erfüllt alle Erwartungen. Die Sonne geht bei klarem Himmel wie gewünscht im Torbogen unter. Auffällig ist das Niedrigwasser der Ostsee. An Ebbe und Flut liegt es hier nicht, denn der Tidenhub ist an der Ostsee kaum wahrnehmbar, und außerdem sind die Algen auf den Steinplatten völlig vertrocknet. Das Niedrigwasser hängt vermutlich mit der Ostluft und der hohen Verdunstung zusammen. Und so schnell kommt der Wassernachschub aus der Nordsee nicht hinterher.


Eiderenten, Somateria mollissima, im Abendlicht auf Fårö


Abend im Raukgebiet Langhammars


Sonnenuntergang im St.-Olavs-Tor

Nun aber zurück zur Fähre. Abends fährt sie nur nach Bedarf, doch es gelingt uns nicht, die Servicenummer anzurufen. So müssen wir einfach darauf hoffen, dass nun jemand auf der anderen Seite steht und herüber nach Fårö möchte. Und so ist es auch; die Fähre bringt uns daher rasch zurück und damit auf den Weg nach Visby.

Rund um den Bästeträsk

Am letzten Exkursionstag der Reise besuchen wir einige Gebiete im Nordosten Gotlands. Auf dem Weg dorthin stoppen wir am bronzezeitlichen Gräberfeld Domarlunden bei Lärbro mit einer Ansammlung von verschiedenen Steinsetzungen sowie mehreren Grabrösen. Von hier fahren wir weiter ins Gebiet des Sees Bästeträsk. Hier soll in Zukunft Gotlands zweiter Nationalpark nach der Sandö entstehen. Hinter Fleringe geht es in einen Kiefernwald, in dem Hybriden des Roten mit dem Schwertblättrigen Waldvögelein, Cephalanthera rubra × longifolia, wachsen. Wir finden sie, bereits schön aufblühend, zwischen den Elternarten. Sie sind an den hellrosa Blüten und den sehr langen, zugespitzten Blättern erkennbar. In der Nähe liegt auch ein weiteres Vorkommen von Spitzels Knabenkraut Orchis spitzelii. Nur mit Mühe finden wir ein paar wenige Pflanzen, die aber allesamt schon abgeblüht sind.


Hybride Rotes × Schwertblättriges Waldvögelein, Cephalanthera rubra × longifolia

Als nächstes fahren wir zu einem aufgelassenen Steinbruch mit orchideenreichen Feuchtwiesen in der Umgebung. Leider ist es auch um diesen Sumpf schlecht bestellt. Von den einstigen Massen an Orchideen ist nur noch wenig übrig. Gummistiefel sind auch hier nicht nötig. Der Fund des gesuchten Glanzkrautes Liparis loeselii gelingt bezeichnenderweise am Rande eines Grabens, der noch etwas Wasser führt. Es sind einige knospende Pflänzchen zu sehen, bei zweien sind zumindest schon die allerersten Blüten geöffnet. Unsere Mittagspause wollen wir am Raukgebiet Lergravsviken einlegen. Hier gibt es eine Rökeri (Räucherei), doch die hat leider noch geschlossen. Majestätisch segelt ein Steinadler über uns hinweg.

Auch in den Gebieten um den Bogeviken sind die Funde eher ernüchternd. Von der einstigen Orchideenpracht, insbesondere der Dactylorhiza-Arten, ist auch hier kaum etwas übrig. Etwas besser sieht es mit den trockenheitsresistenteren Arten wie Weißer Waldhyazinthe Platanthera bifolia und Fliegen-Ragwurz Ophrys insectifera aus. In der Ufervegetation des Sees erblicken wir ein bereits blühendes Einzelexemplar der Gotländischen Fingerwurz Dactylorhiza majalis subsp. elatior, welche vor einigen Jahren von Mikael Hedrén beschrieben wurde. Dies ist eine stabilisierte Hybridsippe aus Dactylorhiza incarnata und fuchsii, daher auch die Einstufung als Unterart von Dactylorhiza majalis. Eine weitere auffällige Art an diesem Standort ist der Strand-Dreizack Triglochin maritimum.


Gotländische Fingerwurz, Dactylorhiza majalis subsp. elatior

Während der eine Teil der Gruppe nun nach Visby zurückkehrt, macht der andere Teil noch eine letzte Exkursion in ein Moorgebiet und zum Frauenschuh. Hier führt ein Naturstig (Lehrpfad) führt zunächst über Bohlenwege und Pfade durch lichten Wald und Moorpartien. Der Frauenschuh Cypripedium calceolus steht bereits außerhalb des Reservates an einem Waldrand. Dieser Standort ist regional sehr bekannt und entsprechend häufig besucht. Inzwischen sind die Pflanzen bereits am Abblühen. Nach dieser Wanderung kehrt auch der zweite Teil der Gruppe nach Visby zurück. Beim Abendessen lassen wir die Reise noch einmal Revue passieren und bedanken uns gegenseitig für die schönen Tage in Schweden.

Die Rückreise beginnt mit der frühen Fährüberfahrt nach Nynäshamn. Nach etwas mehr als drei Stunden Überfahrt erreichen wir Nynäshamn und fahren nach Stockholm. Trotz des Verkehrs kommen wir gut durch und können den Zeitpuffer für eine Pause im hübschen Städtchen Sigtuna nutzen. Von hier ist es nur noch ein kurzes Stück bis zum Flughafen Arlanda. Wir bringen die Mietwägen zurück, checken ein und fliegen mit ein wenig Verspätung zurück nach Frankfurt – mit vielen Erinnerungen und Bildern im Gepäck. Und mit Gummistiefeln, die wir nicht ein einziges Mal benutzt haben.

Marco Klüber hat diese Reise 2018 für DUMA Naturreisen als Reiseleiter unternommen.


Heimreise mit der Fähre von Visby nach Nynäshamn


Auf dem Rückflug über den mittelschwedischen Seen; auch diese Wolken haben keinen Tropfen Regen gebracht…

Artenliste Orchideen

Anacamptis morio, Kleines Knabenkraut
Anacamptis palustris, Sumpf-Knabenkraut
Calypso bulbosa, Norne
Cephalanthera damasonium, Bleiches Waldvögelein
Cephalanthera longifolia, Schwertblättriges Waldvögelein
Cephalanthera rubra, Rotes Waldvögelein
Coeloglossum viride, Grüne Hohlzunge
Corallorhiza trifida, Korallenwurz
Cypripedium calceolus, Frauenschuh
Dactylorhiza cruenta, Blutrote Fingerwurz
Dactylorhiza fuchsii, Fuchs‘ Fingerwurz
Dactylorhiza incarnata, Fleischrote Fingerwurz
Dactylorhiza maculata, Gefleckte Fingerwurz
Dactylorhiza majalis subsp. elatior, Gotländische Fingerwurz
Dactylorhiza ochroleuca, Strohgelbe Fingerwurz
Dactylorhiza sambucina, Holunder-Fingerwurz
Epipactis atrorubens, Braunrote Stendelwurz
Epipactis helleborine, Breitblättrige Stendelwurz
Epipactis palustris, Sumpf-Stendelwurz
Goodyera repens, Kriechendes Netzblatt
Gymnadenia conopsea, Mücken-Händelwurz
Liparis loeselii, Sumpf-Glanzkraut
Neotinea ustulata, Brand-Knabenkraut
Neottia cordata, Kleines Zweiblatt
Neottia nidus-avis, Nestwurz
Neottia ovata, Großes Zweiblatt
Ophrys insectifera, Fliegen-Ragwurz
Orchis mascula, Manns-Knabenkraut
Orchis militaris, Helm-Knabenkraut
Orchis spitzelii, Spitzels Knabenkraut
Platanthera bifolia, Weiße Waldhyazinthe
Platanthera chlorantha, Grünliche Waldhyazinthe

Bilder der Reise auf flickr

eine Auswahl von Fotos der Reise
alle Fotos in einem Album

Teil 1 Schärenküste
Teil 2 Kalmar und Småland
Teil 3 Öland mit dem Stora Alvaret
Teil 4 Vadstena, Tiveden I
Teil 5 Tiveden II, Västmanland
Teil 6 Höga Kusten I, Skuleskogen bei Nacht
Teil 7 Höga Kusten II
Teil 8 Östersund, Jämtland
Teil 9 Helagsfjäll, Härjedalen
Teil 10 Von Dalarna nach Uppsala
Teil 11 Nynäshamn
Teil 12 Stora Karlsö I
Teil 13 Stora Karlsö II
Teil 14 Gotland Mitte / Ost
Teil 15 Gotland Nord
Teil 16 Fårö I
Teil 17 Fårö II
Teil 18 Gotland Süd, Visby, Heimreise

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6 Gedanken zu „Unter Schwedens heißer Sonne

  1. Servus Marco, da hast Du einen eindrucksvollen Bericht über ein schönes Land abgeliefert und das Ganze mit wundervollen Bildern, die man sicher nur selten zu sehen bekommt, umrahmt. Man kann Dich und Deine Begleiter zu dieser Reise und zu Deinen anderen Reisen, nur beglückwünschen und auch wünschen, dass Du das noch oft so durchführen kannst.
    Dein Spezl Siegi

    Antwort von Marco:
    Ganz herzlichen Dank, lieber Siegi!
    Marco

  2. Hallo Marco,
    beeindruckend, was Du so alles finden konntest in einem solch üblen Jahr! Wunderschön erzählt, tolle Bilder, Glückwunsch! Da will ich also wieder mal hin, am liebsten umgehend.
    Beste Grüße,
    Helmut.

    Antwort von Marco:
    Danke, lieber Helmut. Es ist kein Zufall, dass ich immer wieder in den Norden will. Da kann es im Süden noch so viele Ophrys u.a. geben.
    Marco

  3. Die Zeit zwischen den Jahren ist ideal, diesen schönen, langen Bericht zu genießen. Ich wünsche dir, dass du weiterhin solche Touren erleben kannst!

    Antwort von Marco:
    Danke, lieber Jan. Auf ein gutes neues Jahr, vielleicht wieder mit einer gemeinsamen Tour!
    Marco

  4. Lieber Herr Klüber,
    der Bericht Ihrer Schweden-Tour hat mich restlos begeistert. Besonders hingerissen war ich von den vielen excellenten Bildern; es ist ein Genuss den Bericht zu lesen und die Photos zu betrachten!
    Herzlichen Dank!

    Antwort von Marco:
    Ganz herzlichen Dank und viele Grüße,
    Marco

  5. Danke für diese besondere Langfassung Deines Reiseberichts! Vor allem für das wunderschöne Foto vom Kleinen Zweiblatt, das ich auf Gotland vergeblich gesucht habe. Die Laubheuwiesen sind wirklich besondere Oasen der Blütenfülle in diesem Dürresommer gewesen. Hoffentlich bekommt Gotland in diesem Jahr wieder mehr Regen ab!

  6. Lieber Marco,
    ein ganz toller Bericht mit noch besseren Fotos! Die Reise durch die unterschiedlichen Landschaften macht Lust auf Schweden und seine noch reichlichen Orchideen. Dankeschön!
    Uta Rudolph und Thomas Oppel

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