KATEGORIE: Orchideen in der Rhön und Mainfranken

Klima der Rhön

Ebenso heterogen wie die Oberflächengestalt und Geologie ist das Klima der Rhön ausgeprägt. Bezüglich Jahresmitteltemperatur, Niederschlagsmenge, Sonnenscheindauer, Windstärke und Vegetationsperiode differieren die Werte erheblich. Der Hauptkamm der Rhön ist ein bedeutender Querriegel im Nordwestwind, der durch die ausgeglichene feuchte Luft des Atlantiks charakterisiert ist. In der Hessischen Rhön herrschen daher häufig Stauwetterlagen mit starker Bewölkung und erheblichen Steigungsniederschlägen vor. Ist die westliche Rhön überwiegend vom atlantischen Klima geprägt, so macht sich in den jenseits des Hauptkammes liegenden Gebieten ein verstärkter kontinentaler Einfluß mit weniger Niederschlägen, aber auch größeren Temperaturdifferenzen bemerkbar.


Geologie der Rhön

Um die Entstehung der Rhöner Berge ranken sich zahlreiche Sagen. Der Missionar Gangolf erledigte den Riesen Mils, der das Volk tyrannisierte, und schaufelte ihm ein gewaltiges Grab – die Milseburg. Dass auch der Teufel seine Hand mit im Spiel hatte, bezeugen zahlreiche Bergnamen wie Teufelstein oder Teufelskanzel. Die Wissenschaft sieht es freilich nüchterner: Der Rhönvulkanismus ist im geologischen Großzusammenhang des langen oberrheinischen Grabenbruchs zu sehen.


Landschaften der Rhön

Mit dem Begriff »Rhön« assoziiert man Melancholie, Weite und vielleicht auch Kälte, doch trifft dies in besonderem Maße auf die nahezu unbewaldeten Hochflächen der Hohen Rhön und die düsteren Vulkanstümpfe der Kuppenrhön zu. In den Randgebieten macht sich vielmehr der Einfluss der umgebenden Landschaften bemerkbar. Besonders deutlich ist dies in der Fränkischen Rhön zu spüren, deren liebliche, sanftwellige Hügellandschaft sozusagen den Kontrapunkt zur rauen Hohen Rhön bildet. Im Fuldaer Land, im Hessischen Kegelspiel und in der Thüringer Rhön sind die Übergänge zwischen den verschiedenen Landschaftstypen dagegen weniger abrupt.


Geographie der Rhön

Die drei Bundesländer Bayern, Hessen und Thüringen haben Anteil an der Rhön. Die hessische Rhön umfasst etwa 30%, die bayerische etwa 45% und die thüringische etwa 25% der Gesamtfläche. In Hessen bildet der Landkreis Fulda den größten Anteil. Hier befindet sich Wasserkuppe (950 m), der höchste Berg der Rhön, und die zentrale Kuppenrhön mit der Milseburg (835 m). Aber auch Hersfeld-Rotenburg im Norden und Main-Kinzig im Südwesten umfassen Teilgebiete der Rhön. Auf bayerischer Seite teilen sich die Landkreise Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld den Großteil der Rhöngebiete. Der zweit- und dritthöchste Berg, das Dammersfeld (928 m) und der Kreuzberg (928 m) liegen hier. Der Landkreis Main-Spessart berührt die Rhön an ihrer Südwestbegrenzung, dem Sinntal, und am äußersten Südfuß von der Wern zum Main. Auf Thüringer Seite liegen die höchsten Erhebungen (Ellenbogen, 814 m und Geba, 751 m) im Kreis Schmalkalden-Meiningen. Der Wartburgkreis umfaßt die nordöstliche Kuppenrhön mit dem Baier (714 m) bis hin zum Werratal.


Die Rhön

Rhön – der geheimnisvolle Name kommt wohl vom keltischen »raino«, Hügelland: eine reichlich prosaische Bezeichnung für ein Mittelgebirge. Und doch könnte sie nicht treffender sein, denn die Rhön hat so ziemlich alles zu bieten, was man irgendwie mit einem Hügelland in Verbindung bringen könnte, ein Mosaik von vulkanischen Kuppen, blumigen Hochplateaus, waldigen Hängen und sanft gewellten Tälern. Im Namen Rhön klingt der Eindruck von grauem Basaltfels, düsteren Moore, blumigen Wiesen und luftigen Bergmatten mit. Die Rhön ist keine Landschaft der Superlative, sie beeindruckt vielmehr durch ihre Vielgestaltigkeit, ihre Gegensätze – einmal präsentiert sie sich rau und karg, dann wieder in überschwänglicher Farbenpracht. Ihre überaus große Vielfalt bedingt auch eine enorme Reichhaltigkeit an Ökosystemen, Lebensräumen für Pflanzen und Tiere.


Der Autor

Marco Klüber ist in der Rhön aufgewachsen. Die Neugierde an Tieren, Pflanzen und Steinen trieb ihn bereits als Kind hinaus in die Natur seiner Heimat, und seit vielen Jahren dokumentiert er als Fotograf und Autor die Landschaft und Pflanzenwelt der Rhön. Aus den im Laufe der Jahre gesammelten Daten und aus den vielen entstandenen Fotografien entstand diese Internetseite. Für seine Arbeit über die Zusammensetzung der Rhöner Orchideenflora wurde ihm 2007 der Martin-Krüpe-Preis verliehen. Inzwischen ist er öfters in den Alpen und auch auf größeren Reisen unterwegs, doch er kehrt immer wieder gern zu den Vulkanbergen seiner Heimat zurück.


Orchideen in der Rhön und Mainfranken

Seit Menschen die Natur beobachten, sind sie fasziniert vom eigenartigen Wesen der Orchideen. Das ist kein Wunder, denn die Orchideen gelten nicht nur als »Edelsteine« unter den heimischen Blumen, sondern sie faszinieren auch durch ihre vielfältigen Lebensweisen und Bestäubungsstrategien. Diese Seiten sollen nicht nur Informationen vermitteln, sondern auch Begeisterung wecken für die herrliche Naturlandschaft der Rhön mit ihren vielen kleinen Wundern der Flora.