Orchideen in der Rhön:
Bienen-Ragwurz
Ophrys apifera

Obwohl die Bienen-Ragwurz an sich eine allogame Orchideenart ist, hat sie es geschafft, sich aus der Abhängigkeit ihres Bestäubers zu befreien. Dieser kommt im Mittelmeergebiet vor, jedoch nicht bei uns. In unseren Breiten bestäubt sich diese Orchidee selbst. Die Bienen-Ragwurz fasziniert viele Naturfreunde in ganz besonderer Weise.
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Orchideen in der Rhön:
Übersehene Stendelwurz
Epipactis neglecta

Die Übersehene Stendelwurz, Epipactis neglecta, ist von Epipactis leptochila durch die Blütengestalt (vor allem das zurückgeschlagene Epichil), die frühere Blütezeit und den etwas trockeneren, wärmeren Standort abgegrenzt. Zumindest in den zentralen, westlichen und südlichen Rhöngebieten ist sie häufiger als ihre Schwesternart, aber auch sie ist gefährdet aufgrund ihrer Seltenheit. Das Taxon neglecta ist untrennbar mit dem Rhöner Orchideenforscher Horst Kümpel verbunden. Er beschrieb sie 1982 zunächst im Unterartrang. Ein nachträglich vorgelegter Neotypus stammt aus der Rhön.
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Orchideen in der Rhön:
Schmallippige Stendelwurz
Epipactis leptochila

Die Schmallippige Stendelwurz ist an ihrem länglich herzförmigen, zugespitzten Epichil gut zu erkennen. Im Gegensatz zu den anderen Stendelwurz-Arten bevorzugt sie sehr schattige, nordseitige Standorte und Wälder mit altem Baumbestand. Nach dem derzeitigen Kenntnisstand ist sie die seltenste Art ihrer Gattung in der Rhön. Sie ist zerstreut in der thüringischen Rhön zu finden, selten auch in der Kuppenrhön und im Bergwinkel sowie stellenweise auch im fränkischen Gebietsteil.
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Orchideen in der Rhön:
Müllers Stendelwurz
Epipactis muelleri

Halbtrockenrasen und Wacholderheiden gehören zum charakteristischen Landschaftsbild der Rhön, und sie bieten vielen Orchideenarten Lebensraum. Wenn aber die Weidenutzung oder die gezielte Pflege durch Entbuschung ausbleibt, gewinnen hier schnell­wüchsige Sträucher wie Schlehe und Weißdorn rasch die Oberhand und verdrängen die lichthungrigen Orchideenarten. Es gibt jedoch auch Arten, die gerade im gehölzreichen Übergangsstadium der Sukzession ihr ökologisches Optimum finden. Zu diesen halbschattenliebenden Orchideen gehört Müllers Stendelwurz.
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Orchideen in der Rhön:
Breitblättrige Stendelwurz
Epipactis helleborine

Als Carl von Linné 1753 in seinen »Species Plantarum« die Breitblättiges Stendelwurz als »Serapias helleborine« beschrieb, da war die Welt der Botaniker noch vergleichsweise übersichtlich. Ebenso 1757, als Johann Gottfried Zinn die Gattung Epipactis erschuf und die Art helleborine darin eingliederte. Doch bereits 1769 ging der Ärger los. Ein gewisser Heinrich Johann Nepomuk von Crantz sah sich die Breitblättrige Stendelwurz näher an und begann, Varietäten zu beschreiben. Er nannte sie rubiginosa, varians, viridans – Namen, die heute nicht mehr gebräuchlich sind. Generationen von Botanikern haben seither noch genauer hingesehen, neue Taxa beschrieben, alte umkombiniert, verworfen, zurückgestuft und wieder hervorgekramt.
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Orchideen in der Rhön:
Violette Stendelwurz
Epipactis purpurata

Im Hochsommer, wenn die Orchideensaison bereits dem Ende entgegen geht, blüht in schattigen, humusreichen Wäldern die Violette Stendelwurz. Ähnlich wie die Kleinblättrige Stendelwurz ist auch diese Art eher unscheinbar, da sie mit den Farbtönen des sommerlichen Hochwaldes verschwimmt. Aus der Nähe betrachtet, ist sie jedoch eine ungleich stattlichere Erscheinung. Die kräftig wachsenden, purpurviolett überlaufenen Pflanzen werden bis zu 90 cm hoch, haben dichte Blütenstände mit recht großen Blüten und wachsen gerne auch in Büscheln, die durch vegetative Vermehrung entstehen.
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